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Ein Bau wie ein Gedicht

Foto: Andrea Krogmann/KNA
Blick in den Lesesaal der Israelischen Nationalbibliothek, nach einem Entwurf des Architekturbüros Herzog und de Meuron.

Ein Bau wie ein Gedicht

Von: Andrea Krogmann | 7. April 2024
Lichtdurchflutet und einladend: Die neue israelische Nationalbibliothek setzt auf Offenheit – in Architektur und Konzept.

Gleichermaßen elegant wie imposant und ein bisschen eingequetscht in das Hanggrundstück zwischen zwei Straßen steht sie: die neue israelische Nationalbibliothek in Jerusalem. Zwischen den Tempeln der Demokratie und der Kunst – der Knesset und dem Israel-Museum – haben die Architekten aus dem renommierten Schweizer Büro Herzog und de Meuron dem geschriebenen Wort ein bemerkenswertes Denkmal gesetzt. Eines der schönsten modernen Gebäude der Stadt zieht seit seiner Eröffnung Ende Oktober die Menschen an – Forscher, Leser, Besucher.

Es ist ein Haus der Gegensätze. Klare Linien und Spitzen außen, innen alles rund. Trubel und Bewegung rund um das Herzstück, den dreistöckigen Lesesaal mit 200 000 Büchern und Platz für 600 Nutzer. In ihm selbst herrscht, wie man sich eine Bibliothek denkt, betriebsame Stille. In der ersten Dauerausstellung in der Geschichte der Bibliothek sind die ältesten Schriftzeugnisse der Sammlung zu sehen – antike Schalen mit Beschwörungsformeln, rare Handschriften und früheste Drucke. Demgegenüber steht modernste Technik: Roboter, die wie durch Zauberhand Bücher aus dem gigantischen Archivierungssystem im untersten Geschoss der Bibliothek fischen und an Fließbänder übergeben.

Für Bücher in Zeiten der Digitalisierung

Der größte Gegensatz aber ist vielleicht das Haus selbst: ein Tempel für Bücher und Handschriften in Zeiten der Digitalisierung, fünf unterirdische und sechs oberirdische Stockwerke über eine Fläche von 46 000 Quadratmetern für eine Sammlung aus rund vier Millionen Büchern, dazu historischen Zeitungen, Fotos und tausenden antiken Karten, Manuskripten, Plakaten und Tonaufnahmen. Gesammelt wird vor allem, was mit der Region zu tun hat und was von israelischen oder jüdischen Autoren stammt, erläutert Stefan Litt, Kurator der geisteswissenschaftlichen Sammlung. Arabischsprachige Autoren aus Israel sind in den letzten Jahren vermehrt hinzugekommen, so Litt, denen die Institution Nationalbibliothek früher „zu jüdisch“ gewesen sei.

Tatsächlich ist die Bewahrung der Geschichte und des Erbes des jüdischen Volkes ein Grundgedanke, der 1892 zur Gründung der Vorgängerinstitution – der „Midrasch Abarbanel Bibliothek“ und ersten freien öffentlichen Bibliothek Jerusalems – führten. Mit der Gründung der Hebräischen Universität Jerusalem 1925 wurde sie offiziell zur National- und gleichzeitig Universitätsbibliothek, ein Status, den sie bis 2010 beibehielt. Zunächst befand sie sich auf dem Campus auf dem Skopusberg in Ostjerusalem, musste jedoch nach dem Unabhängigkeitskrieg 1948 schließen. Ab 1960 befand sie sich auf dem Westjerusalemer Campus Givat Ram.

Heute zählt die Einrichtung fünf Sammlungen zu ihren Schwerpunkten, neben der Judaica- und Israelsammlung auch eine geisteswissenschaftliche Sammlung, die Sammlung zu „Islam und Nahost“ sowie ihre Musiksammlung mit Klangarchiv. Ort des Lernens und des Austauschs soll die Bibliothek sein, beschreiben die Architekten ihren Entwurf. Menschen aller Nationalitäten, Religionen, Kulturen, Altersgruppen, Bildungsniveaus oder Einkommensklassen sollen sich hier wiederfinden, der Bau den Auftrag der Bibliothek erfüllen, Wissen zu demokratisieren. […]




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An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


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    Weitere Videos des Paulinus finden sich auf www.youtube.com/PaulinusTrier




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