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Dienst und Sendung in Zeiten des Wandels

Foto: Stefan Endres
Dem Gottesdienst in der Klosterkirche zum Jubiläum der Dernbacher Schwestern stand Weihbischof Dr. Thomas Löhr vor.

Dienst und Sendung in Zeiten des Wandels

Von: Stefan Endres | 26. September 2021
Vor 170 Jahren gründete Katharina Kasper, seit 2018 die erste Heilige aus dem Bistum Limburg, die „Armen Dienstmägde Jesu Christi“. Trotz langer Tradition und einem Wirken auf fünf Kontinenten steht die Ordensgemeinschaft der „Dernbacher Schwestern“ heute vor großen Herausforderungen.

Ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte des Schwesternordens ist noch ganz frisch. Im Oktober 2018 hat Papst Franziskus die Gründerin Maria Katharina Kasper heiliggesprochen und damit dem Orden und dem Bistum Limburg, dessen erste Heilige sie ist, ein großes Festjahr beschert.

Im vergangenen Jahr begingen die „Armen Dienstmägde Jesu Christi“ den 200. Geburtstag ihrer 1820 geborenen Gründerin – die an Maria Himmelfahrt 1851 gemeinsam mit vier weiteren Frauen die klösterlichen Gelübde ablegte.

Genau 170 Jahre später, am 15. August 2021, konnte die unter dem Namen Dernbacher Schwestern bekannt gewordene Ordensgemeinschaft nun ein weiteres Mal, im kleinen Kreis, feiern – diesmal den runden Jahrestag der Gründung ihrer Kongregation im Mutterhaus in Dernbach.

In einem Festgottesdienst in der Klosterkirche hob der Limburger Weihbischof Dr. Thomas Löhr die enge Verbindung des Hochfestes Maria Himmelfahrt mit dem Gründungsfest der Kongregation am 15. August 1851 hervor und blickte auf Stationen und „Bedrängnisse“ in der 170-jährigen Ordensgeschichte zurück.

Dabei sei der Rückblick das eine, das andere aber der „Ausblick“ und mit diesem die Frage, die sich auch Katharina Kasper mit Blick auf den Willen Gottes für die Gemeinschaft gestellt habe: „Was sollen wir tun?“ Auch die Generaloberin, Schwester Judith Diltz aus den USA, schloss in ihrer Begrüßung mit der Frage: „Was will Gott heute von uns?“

Dienen und den Willen Gottes tun

Katharina Kasper verstand sich als „Dienstmagd“ für Jesus Christus und den Willen Gottes, empfand sich von der göttlichen Gnade abhängig und hatte in der Gottesmutter als „Magd des Herrn“ ihr großes Vorbild. Dienen und den Willen Gottes tun bedeutete für sie und ihre Gefährtinnen, den konkreten Nöten der Menschen ihrer Zeit aktiv zu begegnen. Sie widmeten sich im verarmten Westerwald der Fürsorge für Kranke, Alte und Waisen sowie der Erziehung und Bildung von Mädchen. Die Dernbacher Provinzoberin Schwester Maria Theresia Winkelhöfer spricht von einem „schwindelerregenden Tempo, mit dem sich die ersten fünf Schwestern zu einer der größten Kongregationen des 19. Jahrhunderts entwickelt haben“. Als Kasper 1898 starb, waren über 1700 Schwestern in 193 Niederlassungen tätig.

Dernbacher Gruppe mit mehr als 130 Standorten

Aus der Krankenfürsorge mit vielen Ambulanzen entwickelten sich in Deutschland zum einen viele Sozialstationen, zum anderen zahlreiche ordenseigene Krankenhäuser, Altenpflege- und sonstige soziale Einrichtungen, die ab 1993 von der „Maria Hilf Kranken- und Pflegegesellschaft mbH“ und seit 2013 von der „Dernbacher Gruppe Katharina Kasper“ getragen werden.

Seit diesem Jahr hätten allerdings die „Alexianer“, die Träger eines großen Unternehmens in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft sind, die Leitung in der Dernbacher Gruppe mit ihren mehr als 130 Standorten übernommen, wie Schwester Maria Theresia berichtet.

Nachdem sich die Schwestern auch aus ihren Schulen und Internaten nach und nach zurückgezogen haben, sei der Orden nun „wieder mehr zurückgeworfen auf die Ur-Intentionen von Katharina Kasper: die Ausbreitung des Glaubens durch Beispiel, Belehrung und Gebet“, sagt die Provinzoberin. 

Aktiv Weichen für die Zukunft stellen

Auch wenn in Zeiten fehlenden Ordensnachwuchses auch bei den Dernbachern Konvente aufgegeben werden müssen – wie zuletzt in diesem Jahr das Kloster Tiefenthal bei Eltville im Rheingau mit eigenem Bildungshaus –, möchten die Schwestern neben der Seelsorge und der Krankenpflege, in der sie noch engagiert sind, die „Nöte der heutigen Zeit“ erkennen und aktiv Weichen für die Zukunft stellen – stets orientiert am Motto der Heiligsprechung: „Bewegt von Gottes Geist“.




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