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Flucht vor dem Krieg ins Idyll

Foto: Andrea Krogmann/KNA
Hauseltern, Freiwillige und Bewohner der Behindertendorfgemeinschaft Kfar Rafael (Israel) bei einer Musikprobe in der Brotvermehrungskirche des Benediktinerklosters Tabgha.

Flucht vor dem Krieg ins Idyll

Von: Andrea Krogmann | 10. Dezember 2023
Eine Gruppe von Behinderten wohnt seit den Hamas-Attacken bei den Benediktinern am See Genezareth. Bei Raketenalarm greifen sie zur Gitarre – und lösen damit die Anspannung der anderen.

In der Dorfgemeinschaft für Behinderte „Kfar Rafael“ hat man bei einem Raketenalarm 60 Sekunden Zeit, um sich in den Schutzraum zu begeben. Als Nichtbehinderter kann das eine arge Herausforderung sein; je nachdem, wo einen der Alarm erwischt. In einer Hausgemeinschaft mit bis zu acht Menschen mit besonderen Bedürfnissen ist es unmöglich.

Zwischen Kfar Rafael am westlichen Stadtrand von Beerscheba und dem Gazastreifen liegen 35 Kilometer. Gibt es am Gazastreifen Gewalt, evakuieren sich die Familien von Kfar Rafael und ihre Betreuten an Orte in sichereren Landesteilen. Erstmals haben zwei der sieben Familien seit dem 9. Oktober in der Jugend- und Behindertenbegegnungsstätte „Beit Noah“ der deutschsprachigen Benediktiner in Tabgha am See Genezareth Zuflucht gefunden.

„Wenn bei uns der Raketenalarm losgeht, freuen sich unsere Bewohner“, sagt Gal Levy lachend. Mit dem bedrohlichen Klang verbinden die Betreuten von Kfar Rafael Ausflüge und Ferien. „Wenn wir den Schutzraum aufsuchen müssen, versuchen wir, das ganze mit Leichtigkeit zu verbinden. Wir singen, machen Scherze“ – ob nun im heimischen Kfar Rafael oder im Bunker auf dem Gelände der Benediktiner in Tabgha. Denn auch dort hat man nur 60 Sekunden Zeit.

Behinderte beruhigen Freiwillige bei Alarm

Anders als im Süden blieb das Idyll am See trotz der zunehmend angespannten Lage an der Nordgrenze Israels zum Libanon von Raketenalarmen verschont – bis auf einen am 11. Oktober, der weite Teile des israelischen Nordens für 90 Minuten in Panik versetzte. Ausgerechnet die Gruppe aus Kfar Rafael sorgte dafür, dass im Schutzraum zwischen Kloster und Begegnungsstätte die Stimmung entspannt blieb. Mit Gitarre und Gesang nahmen die Behinderten und ihre Betreuer vor allem den kriegsunerfahrenen deutschen Freiwilligen etwas von der Anspannung, erzählt Prior Josef San Torcuato. „Eine Win-Win-Situation“, meint Gal Levy.
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