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Die Zeichen stehen auf Veränderung

Foto: Judith Rupp
Blick in den Saal: Beratungen am 8. und 9. Oktober in St. Maximin in Trier.

Die Zeichen stehen auf Veränderung

Von: Judith Rupp | 24. Oktober 2021
Weniger Ressourcen: Das Bistum Trier stößt einen Haushaltssicherungsprozess an.

„Notwendig“: Dieses Wort stand in der Mitte der „Wortwolke“, die die Teilnehmenden am Ende ihrer Beratungen über den Prozess der Haushaltssicherung entstehen ließen. Bischof Dr. Stephan Ackermann und Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg haben die Rahmenbedingungen dieses Prozesses beim Treffen mit den diözesanen Räten (Pastoral-, Katholiken-, Priester- und Kirchensteuerrat), Dechanten und Vertretungen von Berufsgruppen, Einrichtungen und Diensten in der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin in Trier am 8. und 9. Oktober beraten.

„Die Zeichen der Zeit stehen auf grundlegender Veränderung“, betonte Generalvikar von Plettenberg. Dies sei getrieben durch Entwicklungen wie Klimawandel und Digitalisierung, Corona und Flutkatastrophe; „vielleicht am spürbarsten für uns alle und an unsere Existenz gehend sexueller Missbrauch von Kindern und Machtmissbrauch jeglicher Art; auf der anderen Seite aber auch als Konsequenz das Streben nach mehr Synodalität und einer zeitgemäß aufgestellten Kirche“. Er nannte auch die eindeutigen Prognosen bezüglich knapper werdender finanzieller und personeller Ressourcen. Für Christen gelte es, Wege zu finden, die den Polarisierungen entgegenträten, die sich bei solchen Veränderungen häufig einstellten, und „eine gesunde Mitte“ zu stärken.

Von Plettenberg nannte dazu drei Haltungen. Erstens: Sich der Wirklichkeit stellen, wie sie ist, „das heißt für mich: die Dinge mit dem Kopf wahrnehmen und sie dann auch ins Bewusstsein sacken zu lassen und sie zur Grundlage machen für das weitere Überlegen und Handeln.“

Dazu – zweitens – in den Dialog miteinander zu treten sei unabdingbar für wirkliche Synodalität. Zudem brauche es klar kommunizierte Rahmenbedingungen, Beratung und Diskussion der Entscheidungsgrundlagen auf Augenhöhe und aus vielseitigen Perspektiven, eine Bewertung der Ergebnisse zur Entscheidungsfindung und Mut zu Entscheidungen.

Und dann müsse man „ins Handeln kommen“. Denn: „In der Analyse sind wir gut, aber schwach, wenn es ans Handeln geht“, sagte er selbstkritisch. Die Entscheidungsprozesse offen und nachvollziehbar darstellen, sei ebenfalls wichtig. Er lud – drittens – dazu ein, die Zukunft in Augenschein zu nehmen, nämlich die Vision einer glaubensstarken (missionarischen) und dienstbereiten (diakonischen) Kirche, die die Nähe zu den Menschen pflegt (lokal organisiert ist) und mit ihnen das gemeinschaftliche und kirchliche Leben gestaltet und verantwortet (synodal).

Mehr Kirche sein im Sinne unserer Bistumssynode

Der Generalvikar hob auch die Chance hervor, die in der notwendigen Haushaltssicherung liege: „Geringere Ressourcen zwingen uns dazu, uns noch mehr zu fokussieren, unser Tun noch mehr zu schärfen.“ Das helfe, „mehr Kirche zu sein im Sinne unserer Bistumssynode. Das ist unser Ziel: mit Hilfe von Kriterien, die wir aus dem Synodenschlussdokument ableiten, die Schwerpunktfelder kirchlichen Lebens heraus zu kristallisieren, die der Vision der Synode am meisten entsprechen“.

Von Plettenberg sagte zu, die Menschen im Bistum fortlaufend zu informieren und vor allem die Gremienvertretungen einzubeziehen. „Wir werden auf dem Weg der Entscheidung Ihre Resonanz suchen, auf dass wir zu einem Haushaltssicherungskonzept kommen, das von möglichst vielen mitgetragen wird.“

Dies werde etwa deutlich durch die Lenkungsgruppe, in der neben der Bistumsleitung und Fachleuten aus dem Bischöflichen Generalvikariat Trier (BGV) Frauen und Männer aus den diözesanen Gremien, Berufsgruppen, Einrichtungen und Diensten den Bischof beraten. Immer wieder soll es Resonanzrunden geben zu unterschiedlichen Themen oder zu Meilensteinen im Prozess. Auch Informationsveranstaltungen speziell für die Mitarbeitenden des Bistums sind geplant.

Weniger Kirchensteuer, weniger Personal

Ab 2035 werde das Bistum mit rund 130 Millionen Euro weniger Kirchensteuereinnahmen im Jahr auskommen müssen, erläuterte der Generalvikar. Würde das Bistum nichts unternehmen, klaffe die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben immer weiter auseinander, und die Rücklagen seien spätestens 2028 aufgebraucht. Seit dem Sommer hatten Fachleute im Bischöflichen Generalvikariat Trier die notwendigen Zahlen und Fakten für den Prozess zusammengetragen. So stellte Johannes Thielmann (Abteilungsleiter Finanzen im BGV) dar, dass im Falle eines „Weiter so“ das Defizit im Bistumshaushalt 2026 bei 40 Millionen Euro liegen werde, 2035 bei 130 Millionen Euro.




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