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Antisemitismus Sichtbar machen

Foto: KNA
Um Antisemitismus bekämpfen zu können, müsse er sichtbar gemacht werden. Das ist das Anliegen eines neuen Netzwerkes in der EU.

Antisemitismus Sichtbar machen

Von: Leticia Witte | 19. Mai 2024
Schon lange ist Judenhass ein Problem in Europa. Doch seit dem 7. Oktober steigt in vielen Staaten die Zahl an Vorfällen. Ein neues Netzwerk in der EU soll jetzt eine Lücke füllen, was die Datenlage zu den Fällen angeht.

Verlässliche und verbesserte Zahlen zu Antisemitismus in der Europäischen Union will ein neues Netzwerk liefern. Damit werde künftig eine Lücke gefüllt im Kampf gegen Judenhass, kündigte das „European Network on Monitoring Antisemitism“ (ENMA) online an. Die Verantwortlichen verwiesen auch auf steigenden Antisemitismus in Europa, der nationale Grenzen überschreite: „ENMA möchte ein europaweites Portal für Daten zu Antisemitismus sein.“

Auf bestehende Datenbanken in einzelnen Ländern solle zurückgegriffen werden. In Staaten, in denen es so etwas bisher noch nicht gibt, könnten entsprechende Strukturen aufgebaut werden,  hieß es. In dem Netzwerk sind den Angaben zufolge jüdische und nicht-jüdische zivilgesellschaftliche Organisationen aus mehreren europäischen Staaten vertreten, und das Netzwerk will wachsen. Vorfälle würden auf Grundlage der AntisemitismusDefinition der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA) dokumentiert.

Projekt vorerst zeitlich befristet

An der Gründung beteiligt waren von deutscher Seite der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) sowie Organisationen in Österreich und Polen. Gefördert wird das Netzwerk nach eigenen Angaben von der Europäischen Union und unterstützt auch von der Alfred-Landecker-Stiftung. Nach jetzigem Stand läuft das Projekt bis Ende 2024. Die Beteiligten machten kürzlich deutlich, dass man sich um eine Fortsetzung und weitere Förderung bemühe.

„Antisemitismus muss sichtbar gemacht werden, damit wir in der Lage sind, gegen ihn zu kämpfen“, erklärte die Antisemitismusbeauftragte der Europäischen Kommission, Katharina von Schnurbein. Gegenwärtig fehle eine wissenschaftliche Methode, die das Vertrauen der Jüdischen Gemeinschaften habe. Acht von zehn Opfern von Antisemitismus meldeten die Fälle nicht. Das zeige, dass niedrigschwelligere Meldeformate nötig seien, um dies zu ändern. Ähnlich äußerte sich auch der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antisemitismus, Felix Klein.

Impulsgeber in der Forschung

Das Netzwerk sei im Zusammenhang mit der europaweiten Strategie gegen Antisemitismus von 2021 zu sehen, erklärte von Schnurbein. Ende 2023 hatten 25 der 27 EU-Staaten nationale Programme zum Schutz und zur Förderung jüdischen Lebens erarbeitet oder in Vorbereitung.

Rias-Geschäftsführer Benjamin Steinitz sagte, das neue Netzwerk sei zweifelsfrei ein Impulsgeber in der Forschung und in der Prävention von Judenhass. Zu wenig sei über die grenzüberschreitende Dimension bekannt. So gehe es etwa um die Frage, ob manche Staaten vor speziellen Herausforderungen seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober stünden. Auch wolle man registrieren, ob es sich bei Vorfällen um körperliche, verbale oder schriftliche Angriffe handele und in welchen Formen der Antisemitismus gezeigt werde.

Anstieg um 500 Prozent

Der Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Benjamin Nägele, verwies darauf, dass es mittlerweile einen Anstieg um 500 Prozent bei antisemitisch motivierten Vorfällen in Österreich gebe, und dies seien lediglich gemeldete Fälle. Anna Zielinska vom Vorstand der polnischen jüdischen Organisation Czulent verwies darauf, dass neben Judenhass auch Desinformation ein Problem für die öffentliche Sicherheit sei.



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