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Kleine Würdenträger

Foto: Harald Oppitz/KNA
Eine Königin steht auf einer Wiese, während Knoblauch eine neue Figur schnitzt.

Kleine Würdenträger

Von: Inga Kilian | 19. September 2021
Die Könige von Diakon Ralf Knoblauch sollen vor allem eins: Würdenträger sein. An 350 Orten weltweit sind sie inzwischen präsent, auf der „Alan Kurdi“ der Seenotrettung ebenso wie in Bonns sozialen Brennpunkten.

Sie stehen in lockeren Grüppchen zusammen, als hätten sie sich soeben versammelt, die Augen geschlossen, als hörten sie konzentriert zu. Lauter Könige und Königinnen, geschnitzt aus grobem Eichenholz, alle tragen eine goldglänzende Krone – auf dem Kopf oder in der Hand. Manche von ihnen sind klein wie eine Kaffeetasse, andere gut einen halben Meter groß. Die Königinnen tragen ein schlichtes weißes Kleid, die Könige ein weißes Hemd zu schwarzer Hose. Allen gemeinsam ist ein freundliches, etwas naives Lächeln, bei manchen nachdenklich, bei anderen fröhlich.

Geschaffen hat sie der Bonner Diakon Ralf Knoblauch. Für ihn geht es vor allem um eins: das Thema Würde. Königswürde, Menschenwürde, die Würde jedes Einzelnen. „Das hat sich wie von selbst ergeben, bei zufälligen Begegnungen mit den verschiedensten Menschen, dass sich ausgehend von der Königsfigur gute, tiefe Gespräche über Themen der Würde ergeben haben“, sagt der 56-Jährige.

Arbeit am Holz ist eine spirituelle Angelegenheit

Den ersten König hat Knoblauch vor 19 Jahren aus einem Stück Treibholz auf einem Campingplatz am Strand einer kroatischen Insel geschlagen. Für den gelernten Tischler, der später Theologie und Psychologie studierte, ist die Arbeit am Holz eine spirituelle Angelegenheit. „Eine Art der Meditation, oder sogar des Gebets“, sagt er. Aus der einmaligen Campingplatz-Aktion entstand so ein Alltagsritual: Jeden Tag gehört die Morgenstunde zwischen fünf und sechs Uhr seinen Königen. „Für mich ist das eine Art, die Erlebnisse zu verarbeiten, die ich in meinem Alltag und in der Begegnung mit Menschen und ihren Schicksalen mache.“

Als Diakon in der Kirchengemeinde Thomas Morus im Bonner Nordwesten trifft er täglich auf Menschen in schwierigen, bisweilen prekären Lebenssituationen. Arbeitslosigkeit und Hartz IV, Probleme in der Familie, Obdachlosigkeit, Flüchtlingsschicksale. Hoffnungslosigkeit. Die Könige sind nicht nur ein Ventil für ihn selbst – auch bei seiner täglichen Arbeit spielen sie eine wichtige Rolle. „Wenn ich eine Familie in Bonn-Tannenbusch besuche, der es nicht gut geht, und ich stelle den König auf den Küchentisch, dann verändert sich das Gespräch sofort“, sagt Knoblauch. Oft seien das sehr emotionale Momente, kämen bei den Menschen Erinnerungen und Gefühle hoch.




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An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


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  • Weitere Videos
    Weitere Videos des Paulinus finden sich auf www.youtube.com/PaulinusTrier




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