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Empor zum Gipfelkreuz auf dem „Monte Sophia“

Foto: Gerd Felder
Zwei Frauen und ein Mann der Freien evangelischen Gemeinde Jülich tragen bei der ökumenischen Feier an einer Kreuzwegstation Texte zum Thema „Bei den Bloßgestellten“ vor.

Empor zum Gipfelkreuz auf dem „Monte Sophia“

Von: Gerd Felder | 24. März 2024
Im Hambacher Forst findet alljährlich eine ökumenische Karfreitagsprozession statt.

Es ist ein buntes Häuflein, das bei bestem Frühlingswetter an der Grillhütte des Dorfes Stetternich bei Jülich zusammenkommt. Überall stehen größere und kleinere Gruppen zusammen, immer neue Wanderer mit dem passenden Schuhwerk, leichten Anoraks und Wanderstöcken finden sich ein, ein allgemeines Hallo und Willkommen-Heißen erfüllt den Platz. „Wie jeht et dich? Schönn Wäer hüüt (Wie geht es dir? Schönes Wetter heute“), tönt es hier und da. Was nach einem Wandertreff aussieht, ist in Wirklichkeit der Start zum ökumenischen Kreuzweg auf der Sophienhöhe, der alljährlich vom Arbeitskreis „Kirche in Jülich“ veranstaltet wird und schon eine große Tradition hat: Zwischen 250 und 400 Menschen nehmen an ihm teil. „Mensch, wo bist du?“ Dieser Frage und diesem Anruf Gottes wollen sich die Teilnehmer diesmal stellen und dabei eine Standortbestimmung vornehmen.

Der Ort, an dem dieser Kreuzweg alljährlich stattfindet, ist zu einer gewissen Berühmtheit gelangt: Die Sophienhöhe ist eine durch den Abbau von Braunkohle entstandene rekultivierte Abraumhalde; ihr größter Teil gehört zum Hambacher Forst, der viele Jahre lang ständig in den Schlagzeilen war. Sechs Kilometer von der Kleinstadt Jülich (Rheinland) gelegen, überragt der Höhenzug die fruchtbare Jülicher Börde und die flache Umgebung. Längst ist die Sophienhöhe, mit deren Rekultivierung 1988 begonnen wurde, zu einem beliebten Naherholungsgebiet geworden. Der „Monte Sophia“, wie er auch heißt, ist zu 90 Prozent bewaldet und forstlich bewirtschaftet, und ein großes Netz von Wanderwegen erstreckt sich über insgesamt 70 Kilometer und steht teilweise auch Radfahrern und Reitern offen.

An Statio erläutern Frauen das Misereor-Hungertuch

Es ist bereits früh warm an diesem Karfreitag. Als das Startzeichen gegeben wird, setzt der Prozessionszug sich langsam in Bewegung und zieht durch lichten Laubwald hinter dem Holzkreuz her. Noch ist der Weg vergleichsweise flach, und die Anstrengung hält sich auch für die älteren Pilger in Grenzen. Auf einem größeren Platz wird zum ersten Mal Station gemacht, und die Frauen aus dem Jülicher Ortsteil Koslar treten vor und erläutern das Misereor-Hungertuch: Ein schwebender goldener Ring – Gold steht symbolisch für Gottes Herrlichkeit, der Ring für Himmel und Unendlichkeit – dominiert im unendlichen Blau von Himmel und Wasser. Die Erde ist als Merkmal für die Vergangenheit in Brauntönen gehalten.

„An dem unfertigen Haus, das Sie hier unten sehen, müssen wir alle bauen“, betonen die Koslarer Frauen. „Gott fordert uns zum Innehalten und zur Umkehr auf.“ „Mensch, wo bist du?“ – das sei die Frage, die Gott dem Schöpfungsbericht zufolge einst an Adam gestellt habe, heben die Frauen hervor. Heute richte sie sich ganz aktuell auch an uns. Ganz auf dieser Linie hätte die deutsche Musikgruppe Wise Guys gesungen: „Mensch, wo bist du? Wo geht die Reise hin? Bist du noch auf der Suche nach gerechtem Leben?“.

Weiter geht es, und allmählich führt der Weg im Zick-Zack stärker bergauf, wird anstrengender. Stellvertretend für alle Kinder, die an diesem ökumenischen Kreuzweg teilnehmen, gestaltet eine Gruppe von Kommunionkindern die zweite Station, die unter dem Titel „Bei den Erschöpften“ steht. Sabine Thiel von der Jülicher Gemeinde St. Franz Sales stimmt die Kommunionkinder auf die Kreuzwegstation „Jesus nimmt das Kreuz auf sich und fällt unter dem Kreuz“ ein, lässt sie das Holzkreuz umrunden und die Mädchen und Jungen das Gefühl nachempfinden, als würde das schwere Kreuz auf ihre Schultern drücken und ihnen Schmerzen bereiten. Schließlich kauern sich alle tief zusammen und schlagen die Hände vor das Gesicht. „So fühlt sich Jesus jetzt“, kommentiert Sabine Thiel. „Er fällt in den Staub der Erde und hat kein Gesicht.“
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  • Info
    Nach Jahren, in denen der ökumenische Kreuzweg am Karfreitag nicht oder nur mit Einschränkungen abgehalten werden konnte, wird er in diesem Jahr ohne alle Auflagen stattfinden. Wer teilnehmen möchte: Los geht es am Karfreitag, 29. März 2024, um 9.30 Uhr. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Sophienhöhe bei Stetternich (ehemalige Grillhütte / Lotsenstelle 43). Inhaltlich wird das Leitwort der Misereor-Fastenaktion „Interessiert mich die Bohne“ im Mittelpunkt stehen, das den Blick auf die Landwirtschaft und den Umgang mit der Schöpfung richtet (der „Paulinus“ berichtete). An den Stationen werden beispielhaft die Erfahrungen der ländlichen Bevölkerung Kolumbiens vorgetragen, die mit Hilfe der Landpastoral zu einer nachhaltigen Landwirtschaft umgeschwenkt ist.



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An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


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