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Himmerod wird Jugendhaus

Foto: Bruno Sonnen
Pater Stephan darf nach Aussage von Bischof Ackermann auch in Himmerod bleiben, wenn das Kloster zum Jugendhaus des Bistums umgebaut wird (Archivfoto).

Himmerod wird Jugendhaus

Von: cc/jr | 14. März 2021
Das ehemalige Kloster wird mit 15 Millionen Euro bis 2024 zum diözesanen Jugendhaus umgebaut. Von der Marienburg und Haus Sonnental trennt sich das Bistum.

Drei Jahre lang haben Bischof Dr. Stephan Ackermann und der bischöfliche Beauftragte für Himmerod, Domkapitular Professor Dr. Reinhold Bohlen, nach einer „passenden geistlichen Gemeinschaft“ gesucht, die das von Bernhard von Clairvaux 1134 gegründete und 2017 aufgelöste Zisterzienserkloster in der Eifel übernehmen würde. Vergeblich.

Nach vielen Ideen und Gesprächen hat das Bistum jetzt entschieden, das Kloster Himmerod als einen kirchlichen Ort mit Schwerpunkt Jugendpastoral in der Diözese Trier zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Planung stellten der Bischof, Domkapitular Bohlen, Diözesanjugendpfarrer Matthias Struth und Peter Peters von der Bauabteilung des Bistums in einer Pressekonferenz am 4. März vor.

Das Jugendhaus soll von einem Team der Jugendpastoral geleitet werden. Wirtschaftlicher Betreiber werde die „Trägergesellschaft Bistum Trier GmbH“ (TBT). Der Förderverein Abtei Himmerod e. V. ist laut Auskunft von Reinhold Bohlen glücklich über die Entscheidung, bedeute die Unterhaltung von Klostergebäude und Kirche doch einen immensen Kostenfaktor. „Der Charme der Lösung liegt darin, künftig Bestehendes mit Neuem zu verbinden“, erklärte Bohlen. Er betonte, Pachtverträge und Arbeitsplätze sowie die Veranstaltungsangebote blieben erhalten.

Modern, barrierefrei und mit 200 Betten

Laut aktueller Planung wird das Kloster mit einem Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro zu einem „modernen, barrierefreien und ansprechenden Jugendhaus mit 200 Betten“ umgebaut. Es sei auch vorgesehen, dort pastorales und pädagogisches Personal anzusiedeln, um für Kinder und Jugendliche vielfältige Angebote machen zu können. Damit sollen verstärkt auch Schulklassen angesprochen werden, erläuterte Matthias Struth. Katechetische und musik-pädagogische Angebote werde es geben, das Jugendhaus solle geistliches Zentrum und Pilgerstätte für junge Menschen sein.

Die Entscheidung für Himmerod als Ort der Jugendpastoral im Bistum bedeute allerdings, die Marienburg bei Zell sowie Haus Sonnental in Wallerfangen Ende 2023 aufzugeben. Es falle sehr schwer, sich von den Standorten verabschieden zu müssen, stellte Bischof Ackermann dar. Gerade auf der Marienburg seien „die meisten der diözesanen Jugendverbände gegründet“ worden. Zahlreiche Haupt- und Ehrenamtliche seien mit dem Ort eng verbunden. Aber die Kosten, beide Orte zu sanieren, seien zu groß. 20 Millionen Euro für Sanierung und Modernisierung aufbringen zu müssen, sei nicht verantwortbar. Das Bistum suche Investoren und werde sich von den Immobilien trennen. Wenn mit Haus Sonnental das einzige diözesane Übernachtungshaus im Saarland aufgegeben werde, bedeutet das laut Jugendpfarrer Struth „keineswegs den Rückzug“. Vielmehr werde das Bistum die Kinder- und Jugendpastoral in Pfarreien und Pastoralen Räumen weiter fördern.

Weiteres Kapitel in der Geschichte des Klosters

„Das Jugendhaus wird sich nicht wie ein Ufo auf das Salmtal herabsenken“, kam Bischof Ackermann Bedenken zuvor, das bestehende geistliche und kulturelle Leben in Himmerod könnte beendet werden. Lebendige, gewachsene Angebote sollen sich mit dem Neuen verbinden. Auch Pater Stephan Raimund Senge, letzter verbliebener Zisterzienser-Mönch, dürfe bleiben, sagte der Bischof.

Er hoffe, so betonte der Bischof, dass die erfolgreiche Jugendarbeit in Himmerod fortgeführt und der jahrhundertelangen Geschichte des Klosters ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden könne. Der „wunderbare Ort Kloster Himmerod“ bleibe auch in Zukunft „ein wirklicher Anziehungspunkt für Menschen aus unserem Bistum und darüber hinaus“.



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