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Engagiert für die Königin der Instrumente

Engagiert für die Königin der Instrumente

Von: Hans Georg Schneider | 8. Mai 2022
Urexweiler: Um die historische Klais-Orgel der Pfarrkirche St. Franziskus vor dem Aus zu bewahren, gründeten Musikfreunde in Urexweiler vor 25 Jahren einen Förderverein. Heute ist das Instrument in einem Top-Zustand – dank der rund 120 000 Euro, die gesammelt und erwirtschaftet wurden.

Sie hat seltsame Töne von sich gegeben, dann einen letzten. Danach war Schluss.“ Was Klaus Feucht so knapp schildert, sollte sein Leben für ein Vierteljahrhundert mit prägen. Die Rede ist vom vorläufigen Aus für die Orgel in „seiner“ Pfarrkirche St. Franziskus in Urexweiler. Deren Ende hatte sich lange angekündigt, sie war seit Jahren marode. Und jetzt war das Instrument ganz ausgefallen.

„Da habe ich gemerkt, dass die Orgel für unsere Liturgie unverzichtbar ist“, sagt Klaus Feucht. In „jugendlichem Drang“ habe er zusammen mit Gleichgesinnten aus der Pfarrgemeinde beschlossen, dass die Orgel repariert werden müsse: „Probleme sind dazu da, gelöst zu werden. Das war unser Motto“. Als Leiter der Bischöflichen Maximilian-Kolbe-Schule in Wiebelskirchen hatte Feucht gute Erfahrungen mit dem Förderverein seiner Schule gemacht – ein starkes Motiv, einen solchen Weg auch zur Rettung der 1937 erbauten Klais-Orgel zu gehen.

Nach 25 Jahren das Amt in jüngere Hände abgegeben

Es fanden sich schnell weitere Engagierte, so dass ein Förderverein gegründet werden konnte.  Klaus Feucht wurde Vorsitzender und blieb es, bis er nun nach über 25 Jahren aus Altersgründen nicht mehr für dieses Amt antrat.

Was der Verein in den Jahren geleistet hat, kann sich sehen oder besser hören lassen: Es gelang, die Orgelrenovierung zum Anliegen vieler Menschen zu machen, weit über die Pfarrgemeinde hinaus. „Das ist vielleicht typisch für unser kleines Dorf“, freut sich Feucht über die breite Unterstützung: „Unser Orgelprojekt war Dorfthema.“ Und das auch, weil der Förderverein dafür sorgte, dass das Orgelprojekt immer wieder in der Öffentlichkeit war.

Konzerte, Weinproben und Bewirtung bei Dorffesten

Mit den unterschiedlichsten Aktionen und Akteuren wurde Geld erwirtschaftet, um die Renovierung stemmen zu können. Das ging von Konzerten über Weinproben bis zur regelmäßigen Beteiligung am Dorffest mit Paella, Pizza und Flammkuchen, erinnert sich der ehemalige Vorsitzende.

Wichtig war ihm und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern immer auch, dass mit den Aktionen zur Orgelrettung auch Gemeinschaft entstand und gepflegt wurde. „Letztlich hat das ganze Dorf mitgeholfen“, sagt er. Rund 120 000 Euro wurden mit der Zeit erwirtschaftet und gesammelt. „Die Orgel ist jetzt in einem ausgezeichneten Zustand. Größere Ausgaben sind in nächster Zeit nicht zu erwarten“, berichtete der heute 81-jährige pensionierte Schulrektor in seiner letzten Mitgliederversammlung als Vorsitzender.

„Am Anfang wussten wir eigentlich nur, dass wir eine einmalig schöne und wertvolle Klais-Orgel geerbt haben, die nicht mehr spielfähig war“, erinnert sich Feucht. Was damals niemand ahnte: Alles war viel schlimmer.

Über Jahre wurden aufwändige Sanierungen, Reparaturen und Ergänzungen nötig. Pfeifen, Spieltisch, Motor, Verkabelung – alles musste erneuert werden. Dabei habe man immer Wert darauf gelegt, dass der besondere Klangcharakter des Instruments nicht verändert wurde. Beratung fand man bei Josef Still, dem Orgelsachverständigen des Bistums, sowie den beteiligten Fachfirmen Orgelbau Mayer und Orgelbau Gaida.

Elektronische Aufrüstung erweitert Möglichkeiten

Die Renovierung der Orgel genüge hohen Ansprüchen und sei auch historisch verantwortbar, ist sich Feucht sicher. Und als neuer Vorsitzender des Fördervereins freut sich Wolfgang Trost, dass es sogar gelungen sei, die Orgel auch elektronisch aufzurüsten und so deren Spiel- und Klangmöglichkeiten nochmal „erheblich auszuweiten, ohne etwas am historischen Spieltisch und vor allem dem typischen Klangcharakter zu verändern“.

Eine Aufgabe könne Menschen zusammenbringen und sie dazu befähigen, Verantwortung zu übernehmen und das Problem zu lösen – so fasst der ehemalige Vorsitzende und Motor des Fördervereins die vergangenen 25 Jahre zusammen: „Diese Erfahrung, dass man miteinander an der Basis im christlichen Für- und Miteinander etwas bewirken kann, ist grundlegend und richtungsweisend.“



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