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Standhaft vor dem Reichstag

Foto: Gerd Felder
Wichtigster Ort des Gedenkens an den Reformator in Worms ist das Lutherdenkmal, zugleich das weltgrößte Reformationsdenkmal.

Standhaft vor dem Reichstag

Von: Gerd Felder | 18. April 2021
Es geschah vor 500 Jahren: Die Stadt Worms feiert den „Luther-Moment“ des Jahres 1521 mit einem Jubiläumsjahr.

Es ist einer der Schlüsselmomente in der Geschichte der Reformation und der deutschen Geschichte überhaupt: Am 18. April 1521 verweigerte Martin Luther vor dem Wormser Reichstag den Widerruf seiner Schriften. Den berühmten Satz „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders“, zu dem seine Ausführungen später propagandistisch verdichtet wurden, hat er höchstwahrscheinlich nie gesprochen. Die Stadt Worms aber feiert das 500. Jubiläum dieses welthistorischen Ereignisses, des „Luther-Moments“, mit einem umfangreichen Jubiläumsprogramm. Der „Paulinus“ hat sich deshalb dort ein wenig umgesehen.

Besucht man heutzutage die Innenstadt von Worms, so stellt sich rasch heraus, dass hier viel historische Bausubstanz zerstört wurde. Luther würde, wenn er heute wieder in die Stadt am Rhein käme, das ihm bekannte architektonische Ensemble im Zentrum nicht mehr wiederfinden.

1689 zerstörten die Franzosen die mittelalterliche Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg so gründlich, dass man heute bürgerliche Bauwerke aus Gotik und Renaissance nur mit Detailkenntnissen aufspüren kann. Und noch ein zweites Mal wurde die Stadt, die nicht zuletzt auch mit der Nibelungensage in Verbindung gebracht wird, schwer zerstört: beim Bombenangriff am 21. Februar 1945. In dieser Nacht versank ein großer Teil des barocken Worms und der Stadterweiterung aus der Zeit um 1900 in Schutt und Asche.

Keine Spur ist nach diesen beiden großen Verwüstungen der Geschichte deshalb mehr vom Johanniterhof geblieben, wo Luther übernachtete, und vom damaligen Bischofshof, in dem die Beratungen des Reichstages stattfanden, und auch die meisten Kirchen der Stadt wären ihm in ihrer heutigen Form unbekannt. Dagegen ist der berühmte Kaiserdom, der kleinste und jüngste der drei rheinischen Kaiserdome (die beiden anderen stehen in Mainz und Speyer), fast unverändert zu bewundern.

Anstelle des von den Franzosen zerstörten Bischofshofs entstand im Dombezirk ein kleiner Park, an dessen Ausgang eine kleine Tafel an die traditionsreiche Geschichte des Ortes erinnert: „Hier ist eine der denkwürdigsten Stätten des Abendlandes. Hier war der heilige Tempelbezirk der Römer, die Königsburg der Nibelungen, die Kaiserpfalz Karls des Großen, der Hof des Fürstbischofs von Worms … mehr als 100 Reichs- und Fürstentage fanden hier statt. Hier stand vor Kaiser und Reich Martin Luther.“

Warum das so war, ist rasch erklärt: Hier wohnte Karl V., der erst zwei Jahre zuvor, mit erst 19 Jahren, zum römisch-deutschen Kaiser gewählt und ein halbes Jahr vorher in Aachen zum deutschen König gekrönt worden war, und deshalb wurde Luther am 17. und 18. April 1521 nach Worms gebracht.

  • Info
    Nähere Infos zu allen Veranstaltungen des Jubiläumsjahres, Angeboten für Reiseveranstalter und Gruppen sowie zu Kostüm- und Themenführungen gibt es bei der Tourist-Information Worms, Neumarkt 14, 67547 Worms, Telefon (0 62 41) 8 53 73 06, E-Mail touristinfo@worms.de. Alle Angebote unter Vorbehalt der Pandemie-Entwicklung.
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