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Ruf nach Gerechtigkeit auf vielen Feldern

Foto: KNA
Die Präsidiumsmitglieder Wolfgang Klose, Thomas Sternberg und Karin Kortmann (von links) während der digitalen Frühjahrsvollversammlung des ZdK.

Ruf nach Gerechtigkeit auf vielen Feldern

Von: KNA | 9. Mai 2021
Missbrauch, Reformen, Corona, Personalien: Bei der digitalen Frühjahrsvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) stand wieder eine Fülle von Themen auf der Tagesordnung.

Bei seiner zweitägigen digitalen Frühjahrsvollversammlung am 23. und 24. April verpflichtete sich das ZdK, bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Kirche mehr Flagge zu zeigen. ZdK-Vizepräsident Wolfgang Klose kündigte an, dass ein neu eingerichteter Arbeitskreis des ZdK, der sich mit Missbrauch durch Laien in Gemeinden und Verbänden befasst, im Mai seine Arbeit aufnehmen werde. Das Gremium soll sich mit den „begünstigenden Strukturen von Missbrauch“ beschäftigen, Betroffene zu Wort kommen lassen und Handlungsempfehlungen formulieren. Außerdem soll es die Aufarbeitungsprozesse in den Bistümern beobachten und Reformen einfordern.

Vertreter der Betroffenen appellierten an das ZdK, „endlich Flagge zu zeigen für die Betroffenen“. Sexuelle Gewalt durch Kleriker geschehe nicht im luftleeren Raum, erklärten die vier Mitglieder des von der Deutschen Bischofskonferenz eingerichteten Betroffenenbeirats, Johannes Norpoth, Kai Moritz, Lisa Scharnagl und Johanna Beck.

Zudem beschloss das oberste katholische Laiengremium, künftig eine geschlechtersensible Sprache zu benutzen. Die Vollversammlung stimmte einem Antrag zu, nach dem künftig im geschriebenen Wort das Gendersternchen verwendet wird. Auch im mündlichen Sprachgebrauch sei eine geschlechtersensible Sprache wünschenswert. Dabei soll die Verwendung des Gendersternchens durch eine Pause an der Stelle des Sternchens ausgedrückt werden.

Bereits zum Auftakt hatte ZdK-Präsident Thomas Sternberg (69) angekündigt, er wolle im Herbst nach sechs Jahren Amtszeit nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren (vgl. „Paulinus“ vom 2. Mai, Seite 1).

Corona erfordert weltweite Impfsolidarität

Die 230 Delegierten der Vollversammlung forderten eine sozial gerechte Verteilung der Corona-Lasten. Menschen mit niedrigen Einkommen, Geringqualifizierte und Alleinerziehende hätten massive Einbußen erlitten. Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien litten besonders unter den Beschränkungen im Bildungs-, Sozial- und Freizeitbereich. „Das Ungerechtigkeitsempfinden bei den Betroffenen und der Gesamtbevölkerung für die drohende soziale Schieflage steigen deutlich“, mahnte Sternberg. Christen müssten in dieser Situation für soziale Gerechtigkeit werben und sich als Anwälte für die Schwächsten in der Gesellschaft engagieren.

Das ZdK forderte zugleich weltweite Solidarität bei der Verteilung der Impfstoffe. „Es ist ein bleibender Skandal, dass sich weiterhin etwa 90 Prozent der Impfstoffe auf etwa ein Dutzend Länder verteilen“, sagte der ZdK-Präsident. Er appellierte an die EU und ihre Mitgliedstaaten, die Covax-Initiative zur Verteilung in den Ländern des Südens zu stärken. Die katholische Weltkirche stehe in der Verantwortung, sich „gegen kurzsichtige Nationalismen in der Impfstoffverteilung zu stellen“.






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Lebensberatung im Paulinus

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