Paulinus - Wochenzeitung im Bistum Trier

Paulinus - Kopfbereich:

Paulinus - Inhalt:
Paulinus - Hauptinhalt:
Frohe Weihnachten trotz Corona

Foto: imago images
Zum Beispiel ein Lebkuchenhaus verzieren: Es ist gar nicht schwer, Kinder in der Weihnachtszeit so zu beschäftigen, dass sie Freude haben.

Frohe Weihnachten trotz Corona

20. Dezember 2020
Zwar mussten liebgewonnene Rituale im Advent ausfallen, und auch Weihnachten 2020 wird anders sein, aber das muss keineswegs zu enttäuschten Kindern führen. Das hat Simone Ibald-Strauch, Diplom-Sozialpädagogin der Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatung Cochem, im Gespräch mit Julia Fröder gesagt. Sie gibt Tipps, wie Familien diese Zeit gestalten können.

Wie schätzen Sie die derzeitige Situation in den Familien ein?
Die Auswirkungen der aktuellen Lage sind in vielen Lebensbereichen deutlich spürbar, die Menschen sind angespannter, ängstlicher, manche gefrustet oder wütend.

Vor allem Familien tragen eine große Last und müssen aktuell vieles bewältigen. Traditionelle Ereignisse in der Gemeinschaft, die vor allem für Kinder schön sind, wie zum Beispiel St. Martin, konnten nicht stattfinden, und die Adventszeit sah auch anders aus als gewohnt.
Welche Tipps haben Sie, damit Familien auch in diesem Jahr Weihnachten gut, besinnlich und schön gestalten können?
Die Reduzierung von sozialen Kontakten und die bestehenden Einschränkungen können als belastend empfunden werden, vielleicht besteht aber auch die Möglichkeit, einen anderen, positiveren Blick darauf zu werfen. Wichtige Rituale können kreativ umgestaltet werden. Dies bestärkt das Erleben von Selbstwirksamkeit. Also die Erfahrung zu machen, ich kann Situationen mitgestalten, beeinflussen und bin ihnen nicht nur ohnmächtig ausgeliefert. Um dieses Potential zu entwickeln, muss ein Perspektivwechsel, eine Perspektiverweiterung vollzogen werden, weg von nur Frust und Negativismus, hin zu Zuversicht und Blick auf die Chance, kreativ Einfluss zu nehmen.
Und wie kann das geschehen?
In den vergangenen Jahren sind mir in der Beratungsarbeit einige Familien begegnet, die in der Adventszeit eher in Vorweihnachtsstress gerieten, und nun hat sich dieses Jahr, ausgelöst durch die Corona bedingten Einschränkungen, die Chance zur Entschleunigung und des Konzentrierens auf das Wesentliche geboten. Hier können sich Familien mit der Frage beschäftigen, was brauchen wir als kleine Gemeinschaft, dass wir uns wohl fühlen miteinander, und wie können wir es uns schön machen in der Weihnachtszeit? Eltern können miteinander ins Gespräch kommen, welche weihnachtlichen Rituale Beständigkeit haben können und welche neu entdeckt oder kreativ umgestaltet werden müssen.
Wie können Eltern das ganz konkret angehen?
Ein wichtiger Schritt könnte sein, dass Eltern sich mit ihren Kinder zusammensetzen und gemeinsam Ideen und Wünsche zusammentragen, wie die Weihnachtstage gestaltet werden können. Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter haben erfahrungsgemäß viel Interesse daran, gemeinsam mit Eltern etwas zu machen. Ganz konkret gibt es die Anregung, diese gesammelten Ideen festzuhalten und jeden Tag eine dieser Ideen gemeinsam umsetzten.
Und vieles ist ja trotzdem weiterhin möglich!
Es kann gebacken und gebastelt werden. Hierbei können bei einem Spaziergang im Wald Naturmaterialien gesammelt und diese zu Hause kreativ eingesetzt werden. Auch besteht die Möglichkeit, eine adventliche Geschichte mit auf einen Spaziergang zu nehmen und an verschiedenen Stellen in der Natur diese Geschichte in Etappen zu lesen.

Musik ist auch ein wichtiger Faktor, um die Stimmung zu erhellen, gerade in der jetzigen dunkleren Jahreszeit. Gemeinsam kann gesungen, können Lieder gehört oder auch kleinere Musikinstrumente hergestellt werden, zum Beispiel eine Rassel aus leeren Dosen/Behältern, die mit klappernden/rasselnden Materialien gefüllt wird.

Ein anderer wichtiger Aspekt in Bezug auf die gemeinsame Zeit ist das Lesen. Die Familien können sich abends bei Kerzenschein zusammenfinden und zum Beispiel eine Adventskalendergeschichte lesen, hierzu gibt es einige sehr schöne Bücher.
Das sind viele Anregungen, um in der Kernfamilie die Weihnachtszeit zu gestalten. Doch wie sieht es mit Kontakten darüber hinaus aus, wie zu Großeltern, anderen Verwandten und Bekannten?
Wir als Beratungsstelle möchten die Eltern ermutigen, die Zeit mit den Kindern schön zu gestalten und das gemeinsame Tun in den Blick zu nehmen. Auch mit Blick darauf, wie ich vielleicht anderen dabei eine Freude machen kann. Zum Beispiel die gebackenen Plätzchen oder die gebastelten Sterne, in Tütchen verpackt, der älteren Nachbarin an die Türe bringen oder den Großeltern zukommen lassen.

Wenn Besuche von Großeltern und Verwandten dieses Jahr zu Weihnachten nicht möglich sind, bleibt die Möglichkeit, diese auf virtuellem Weg mit einzubeziehen.

Das Krippenspiel kann von den Kindern zu Hause nachgespielt werden und per Video an Oma und Opa geschickt werden.

  • Lebensberatung
    Insgesamt gibt es – von Ahrweiler bis Wittlich – 20 Lebensberatungsstellen des Bistums Trier, an die sich jede und jeder Ratsuchende wenden kann. Der zuständige Arbeitsbereich im Generalvikariat wird geleitet von Dr. Andreas Zimmer. Kontaktadresse: Lebensberatung im Bistum Trier, Bischöfliches Generalvikariat, Mustorstraße 2, 54290 Trier, Telefon (06 51) 71 05-2 79, E-Mail beratung@bgv-trier.de, Internet www.lebensberatung.info.

    Über 70 weitere Artikel sind im Internet in der Rubrik „Lebensberatung im Paulinus“ zu finden.



Paulinus - Marginalinhalt:

Im Blickpunkt

„Paulinus“-Leserreise 2021

Auf den Spuren der heiligen Katharina und der heiligen Klara begibt sich die „Paulinus“-Leserreise vom 23. bis 29. September 2021. Die „Paulinus“-Reisebegleitung der vom Kooperationspartner Lloyd-Touristik organisierten Reise haben Christine Cüppers und Dr. Volker Malburg.


Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


Einfach Leben

Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.


Synode im Bistum Trier

Die Synode wurde am 29. Juni 2012 von Bischof Ackermann ausgerufen. Die Trierer Bistumssynode hat ihr Abschlussdokument „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“ am 30. April 2016 verabschiedet.



Video

  • Musik im Gottesdienst
    Einen Gottesdienst regelmäßig besuchen – für viele junge Menschen kommt das nicht in Frage. Kann man mit anderer Musik junge Leute erreichen? „Paulinus“-Redaktionsmitglied Johannes Weedermann hat einen Pop-Gottesdienst in Saarbücken-Schafbrücke besucht. Das Duo „Yannisha“ singt „Stand by me“ (Video: Johannes Weedermann).
  • Bischof Ackermann dankt Kitamitarbeiterinnen und -mitarbeitern
    In einer Videobotschaft hat Bischof Dr. Stephan Ackermann sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den katholischen Kindertagesstätten im Bistum gewandt und ihnen herzlich für ihren Einsatz auch unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Pandemie gedankt (Bericht im "Paulinus").
  • Synodenumsetzung
    Das Bistum Trier hat ein mit dem Vatikan abgestimmtes Konzept angekündigt, wonach es sich zukünftig in maximal 172 Pfarreien und 35 Pastoralen Räumen neu aufstellen will.
  • Gedenken
    Das ökumenische Gebet beim heutigen Gedenken an die Toten, Verletzten und ihre Angehörigen der Amokfahrt in Trier haben Weihbischof Franz Josef Gebert und Superintendent Dr. Jörg Weber gesprochen (Video: Zeljko Jakobovac).
  • Virus trifft Schwächste am härtesten
    Prof. Dr. med. Wolfram Henn, Mitglied des Deutschen Ethikrates und Professor für Humangenetik an der Universität des Saarlands, hat beim "DomWort" über "Leben mit dem Virus - Welche Schranken sind unserem Handeln gesetzt?" gesprochen.
  • Weitere Videos
    Weitere Videos des Paulinus finden sich auf www.youtube.com/PaulinusTrier




Paulinus - Fuss: