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Interview mit Bischof Ackermann

Foto: Bistum
Bischof Ackermann hat sich in seinem Arbeitszimmer mit dem Raumzuschnitt befasst.

Interview mit Bischof Ackermann

25. Februar 2018
Zum Teil sei er mit Google Maps durch die Räume „gefahren“ und habe so die Wege nachvollzogen, die sich in den Pfarreien der Zukunft ergeben würden, sagt Bischof Dr. Stephan Ackermann im Interview mit Judith Rupp.

Bischof Ackermann, Sie haben Ende November den Entwurf der Teilprozessgruppe (TPG) Raumgliederung entgegengenommen – warum haben Sie ihn nicht einfach da schon angenommen?
Die TPG Raumgliederung hat in meinem Auftrag und auf der Grundlage des Synodenabschlussdokuments gearbeitet. Davon konnte ich mich zu jedem Zeitpunkt der Arbeit überzeugen. Aber letztlich liegt die Verantwortung für diese große Reform beim Bischof, und es gab beim Treffen mit den Räten Ende November auch noch keinen völligen Konsens über die Raumzuschnitte. Deshalb war für mich klar, dass ich mir die gesamte Landkarte anschauen und die Unterlagen prüfen werde, die den Mitgliedern der Teilprozessgruppe zur Verfügung gestanden haben – und das war nicht gerade wenig. Dabei bin ich für die vielen Rückmeldungen, die es in der Resonanzphase gegeben hat, sehr dankbar. Sie füllen insgesamt fünf Aktenordner. Viele Voten habe ich noch einmal selbst durchgelesen und dabei neben den Hinweisen zu den Räumen viel von den Erwartungen und Sorgen, die die Gläubigen vor Ort mit den Pfarreien der Zukunft verbinden, erfahren. Das ist für mich als Bischof sehr wichtig.
Haben Sie denn auch mit Leuten noch einmal über Ihre Eindrücke gesprochen?
Auch das. Mit einer ganzen Reihe von Leuten habe ich selbst noch einmal geredet: Gremienvorsitzenden, Pfarrern, Dechanten, anderen für die Pastoral Verantwortlichen … , um mir Eindrücke oder Rückmeldungen bestätigen zu lassen. In meinem Arbeitszimmer habe ich die Karten aufgehängt (vgl. Foto oben) und mich sehr intensiv damit befasst. Zum Teil bin ich mit Google Maps durch die Räume „gefahren“ und habe so die Wege nachvollzogen, die sich in den neuen Räumen ergeben. Und jetzt kann ich sagen: Nach den angelegten Kriterien ist die Zahl 35 plausibel. Dieser Raumzuschnitt lässt uns auf die Zukunft hin handlungsfähig bleiben und kann ein Grundgerüst für eine Neuausrichtung des kirchlichen Lebens sein, wie es der Synode vorschwebt.

Vielleicht ist es interessant zu wissen, dass unser Bistum in seiner langen Geschichte schon einmal in nur 34 Pfarreien gegliedert war: Das war bei der Neuordnung nach der Säkularisation, Anfang des 19. Jahrhunderts! Einer unserer jungen Kapläne hat mich darauf aufmerksam gemacht.
Sie haben einige Änderungen am Entwurf vorgenommen – welche und warum?
Es gab auch nach dem zweiten überarbeiteten Entwurf an einigen Stellen noch Rückmeldungen oder Fragen, etwa was die Räume an der oberen Ahr oder an der Mittelmosel angeht. In den meisten Fällen bin ich den Vorschlägen der Teilprozessgruppe gefolgt; sie scheinen mir plausibel und sinnvoll. Vier kleinere Änderungen habe ich vorgenommen: bei der bisherigen Pfarrei Sevenich, die ich der Pfarrei der Zukunft (PdZ) Oberwesel zuordnen möchte; die Pfarrei Faid mit ihrer Filiale Dohr wird künftig zur PdZ Cochem/Zell gehören; die Pfarrei Binsfeld wird der PdZ Bitburg zugeordnet und die Pfarreien Waxweiler und Lambertsberg zur PdZ Prüm. Eine größere Änderung betrifft die bisherige Pfarreiengemeinschaft Mittlere Mosel. Nach dem Studium der Rückmeldungen und einigen Gesprächen werde ich sie der Pfarrei der Zukunft Wittlich zuordnen. Das entspricht dem deutlichen Votum der örtlichen Räte.
Wie geht es jetzt weiter?
Die nun vorliegende Karte ist zum einen die Grundlage für die formale Anhörung, die ja noch vor der offiziellen Errichtung der neuen Pfarreien erfolgen wird. Zum anderen macht sie für uns das konkret, was Papst Franziskus in der Enzyklika Evangelii Gaudium über die Pfarrei sagt. Für den Papst ist gemäß dem Kirchenrecht die Pfarrei keine starre Struktur, sondern vielfältig formbar und auf die jeweilige kirchliche Situation hin anzupassen. Wo das geschieht, wirkt die Pfarrei evangelisierend und zeigt, wie die Kirche „inmitten der Häuser ihrer Söhne und Töchter lebt“. Damit das aber gelingt, braucht es von allen ehren- und hauptamtlich Aktiven „innere Beweglichkeit“ und „missionarische Kreativität“ (EG 28). In diesem Sinne hoffe ich darauf, dass alle Beteiligten mit Offenheit auf die neuen Räume zugehen und damit auf eine neue Weise, Pfarrei zu sein. Dazu soll ja auch die bevorstehende Erkundungsphase helfen. Ich bitte herzlich darum, die Erkunderinnen und Erkunder vor Ort willkommen zu heißen, um gemeinsam mit ihnen auf Entdeckungsreise zu gehen.



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An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


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