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Renovabis-Pfingstaktion im Trierer Dom eröffnet

Foto: Hans Georg Schneider
In der Gabenprozession wurden neben Brot und Wein auch Symbole für Barrieren zum Altar gebracht.

Renovabis-Pfingstaktion im Trierer Dom eröffnet

Von: Martin Recktenwald

Leben Teilen – Solidarisch mit behinderten Menschen im Osten Europas“, lautet das Motto der 21. Pfingstaktion des Hilfswerks Renovabis. Entsprechend dem Thema der Pfingstaktion stand auch die Eucharistiefeier zur Eröffnung im Zeichen der Inklusion. Pfarrer Ralf Schmitz und der Gebärdenchor der Gehörlosengemeinde übersetzten Teile des Wortgottesdienstes und die gesungenen Lieder simultan in Gebärdensprache. Eine Lesung wurde in ukrainisch vorgetragen, die zweite wurde von einer Rollstuhlfahrerin am Fuße der Altarstufen in leichter Sprache gelesen. Die Worte aus der Offenbarung des Johannes über das himmlische Jerusalem klingen in dieser Sprache, die Menschen mit geistiger Beeinträchtigung die Verständigung erleichtert, dann so: „Das ist die Wohnung von Gott. Gott wohnt mitten unter den Menschen.“ In einer Gabenprozession wurden Symbole für Barrieren aber auch für deren Überwindung zum Altar gebracht: eine Krücke, ein Schulbuch, eine Blindenbibel, ein Handy sowie eine in einer Behindertenwerkstatt gefertigte Stoffpuppe.


Keine neuen Barrieren aufbauen

„Viele Barrieren sind schon abgebaut worden. Aber viele Barrieren bestehen immer noch. Am schwersten zu überwinden, so sagen uns die Betroffenen und die Fachleute sind die Barrieren in unseren Köpfen“, meinte Bischof Dr. Stephan Ackermann in seiner Predigt. Erschütternd finde er, dass aber auch neue Barrieren aufgebaut würden. Ackermann machte auf einen Widerspruch aufmerksam: Einerseits erhielten Behinderte mehr denn je die Chance am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, dass jedoch „andererseits aber verbesserte Diagnosemöglichkeiten während der Schwangerschaft oder sogar davor dazu führen, dass Menschen mit einer voraussichtlichen Behinderung der Eintritt ins Leben verwehrt wird.“ Der Bischof griff die in der Tages-Lesung beschriebene Vision der himmlischen Stadt auf, in ihr sei die Inklusion vollendet. Wir Menschen seien dazu aufgefordert bereits auf Erden nach dem Gesetz der Liebe zu leben, das in dieser Stadt gilt: „Dann beginnt der Himmel hier unter uns“.


Ackermann erinnerte an die Anfänge des Hilfswerks Renovabis vor 20 Jahren. Die erste Geschäftsstelle  war in der Pfarrei St. Matthias in Trier untergebracht. Zwei Akteure der ersten Stunde, die den Gottesdienst mitfeierten, stammen ebenfalls aus dem Bistum Trier: Weihbischof Leo Schwarz und die damalige Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Rita Waschbüsch. Der von Renovabis wesentlich getragene Austausch mit dem Osten sei für beide Seiten eine Erfolgsgeschichte, meinte der Bischof. Auch der Westen habe viel entdecken können, etwa den „Reichtum kirchlicher Traditionen und Spiritualität, vor allem den Reichtum des Zeugnisses derjenigen, die trotz eines verordneten Atheismus am Glauben festgehalten und ihn weitergegeben haben.“


Die Eucharistiefeier zelebrierte Bischof Dr. Stephan Ackermann im Trierer Dom gemeinsam mit Erzbischof Volodymyr Vijtyshy aus Ivano-Frankivsk (Ukraine), dem jüngst zum Erzbischof ernannten Dr. Duro Hranic aus Dakovo-Osijek (Kroatien), dem emeritierten Trierer Weihbischof Leo Schwarz, Dompropst Werner Rössel sowie dem Renovabis-Hauptgeschäftsführer  Pater Stefan Dartmann SJ.





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