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Die wahre Macht ist der Dienst

Foto: KNA
Papst Franziskus fährt vor dem Gottesdienst zur Amtseinführung mit dem Papamobil auf den Petersplatz.

Die wahre Macht ist der Dienst

24. März 2013
Mit einer feierlichen Messe auf dem Petersplatz hat Papst Franziskus am 19. März sein Amt angetreten. Dabei predigte er über die Verantwortung für die Schwachen. Zum ersten Mal seit der Kirchenspaltung vor fast 1000 Jahren nahm der Patriarch von Konstantinopel als Ehrenoberhaupt der Orthodoxie an der Amtseinführung eines Papstes teil.

Mit einer feierlichen Messe auf dem Petersplatz hat Papst Franziskus am 19. März sein Amt angetreten. An dem Gottesdienst unter heiterem Himmel nahmen nach Vatikanangaben 150 000 bis 200 000 Menschen teil. In seiner Predigt rief der 76-Jährige zu Solidarität mit Armen, Schwachen und Ausgestoßenen sowie zur Bewahrung der Schöpfung auf. Auch der Papst dürfe nicht vergessen, dass „die wahre Macht der Dienst“ sei, sagte Franziskus, der seit dem 13. März  Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken weltweit ist.

Merkel, Kretschmann und Lammert vertreten Berlin

Zu der Feier waren nach Vatikanangaben 132 Delegationen von Staaten und internationalen Organisationen angereist; 31 Staatsoberhäupter nahmen persönlich teil, davon sechs gekrönte Häupter. Deutschland wurde durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Bundesratspräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vertreten.

Merkel und Lammert gratulierten dem Papst nach der Feier bei einem Empfang der Regierungsdelegationen im Petersdom und wechselten einige Sätze mit ihm. Dabei sicherte Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, dem neuen Papst die volle Unterstützung der deutschen Katholiken  zu. Zollitsch dankte dem neuen Kirchenoberhaupt für die kleinen Gesten, mit denen er schon in den ersten Tagen gezeigt habe, „was für ihn die Nähe zu den Menschen bedeutet, die er sucht“. Papst Franziskus habe von Beginn an beeindrucken und Maßstäbe setzen können.

In seiner Predigt forderte der Papst dazu auf, „Hüter der Schöpfung, des in der Natur dargelegten Planes Gottes“ zu sein. Verantwortungsträger in Politik und Wirtschaft sowie „alle Männer und Frauen guten Willens“ rief er zum Widerstand dagegen auf, dass „Zeichen der Zerstörung und des Todes den Weg dieser unserer Welt“ begleiteten. Vor allem gelte es, sich liebevoll um Kinder, alte und an den Rand der Gesellschaft gedrängte Mitmenschen zu kümmern.

Schwarze Schuhe, nicht die traditionellen roten Slipper des Papstes

Franziskus feierte die Messe in dem gleichen einfachen weißen Messgewand, das er bereits beim Gottesdienst in der Sixtinischen Kapelle nach seiner Wahl getragen hatte. Auch benutzte er eine schlichte Mitra und schwarze Schuhe, nicht die traditionellen roten Slipper des Papstes.

Vor dem Gottesdienst fuhr Franziskus eine halbe Stunde im offenen Jeep über den Petersplatz. Einmal stieg er vom Wagen, um einen schwerbehinderten Mann zu begrüßen. Mehrfach reichten ihm seine Leibwachen Kleinkinder über die Absperrung, damit er sie segnete. Anschließend begab sich Franziskus gemeinsam mit zehn Oberhäuptern katholischer Ostkirchen zum Petrusgrab, um dort zu beten und die Papststola und den Fischerring als Zeichen seiner Amtswürde in Empfang zu nehmen.

In einer Zeremonie vor der Basilika überreichte ihm Kardinal Jean-Louis Tauran das Pallium, die weiße, mit roten Kreuzen bestickte Wollstola; nach einem Gebet des belgischen Kardinals Godfried Danneels steckte Kardinaldekan Angelo Sodano dem Papst den Fischerring an.

Verbundenheit mit Benedikt XVI.

In seinen ersten Predigtworten bekundete Franziskus seine Verbundenheit mit Benedikt XVI. (2005–2013). „Wir stehen uns nahe, voller Zuneigung und Wertschätzung“, sagte er unter dem Applaus der Menge. Der 19. März  war zugleich der Namenstag Joseph Ratzingers. Der emeritierte Papst nahm nicht persönlich an der Einführung seines Nachfolgers teil. Seit seinem Amtsverzicht am 28. Februar hält er sich am päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo auf.

Abweichend von der Tradition hielt Franziskus seine Predigt wie ein normaler Geistlicher im Stehen statt sitzend. Auch vermied er es zu singen. Während der gesungenen Teile der Eucharistiefeier bewegte er nicht vernehmbar die Lippen; auch den feierlichen Segen zum Schluss erteilte er gesprochen. Anders als Benedikt XVI. spendete Franziskus die Kommunion nicht persönlich an Gläubige, sondern verfolgte die Austeilung von seinem Sitz aus.

Vertreter von 33 christlichen Kirchen

Den Friedensgruß gab der neue Papst dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. und dem armenisch-orthodoxen Katholikos Karekin II. Es ist das erste Mal seit der Kirchenspaltung vor fast 1000 Jahren, dass der Patriarch von Konstantinopel als Ehrenoberhaupt der Orthodoxie an der Amtseinführung eines römischen Papstes teilnahm. Insgesamt waren Vertreter von 33 christlichen Kirchen zugegen. Auch Repräsentanten des Judentums und des Islam sowie Buddhisten, Sikhs und Jainisten wohnten der Feier bei.

Den Dankgottesdienst zur Wahl des neuen Papstes im Bistum Trier feierte Bischof Dr. Stephan Ackermann im Trierer Dom am 19. März.

Papst Franziskus

Weitere Artikel im Dossier "Papst Franziskus".




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