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Kein Kommen und Gehen

Foto: Andreas Drouve
Tristesse auf dem Jakobsweg durch Pamplona – nur ein Anwohner mit Hund ist unterwegs.

Kein Kommen und Gehen

Von: Andreas Drouve | 10. Mai 2020
Geisterstimmung herrscht auf dem berühmtesten Pilgerweg der Welt: Wann wird der Jakobsweg wohl wieder lebendig?

Der Monat Mai steht eigentlich am Anfang der großen Pilgersaison auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens. Doch auf der Webseite des dortigen Pilgerbüros taucht seit Mitte März unter „Pilgerankünfte gestern“ täglich dieselbe Zahl auf: Null. Diese „Null“ der Ankömmlinge mag vor Jahren vielleicht als Ausnahme an einem Wintertag vorgekommen sein. Nun ist sie von trauriger Dauer. Durch Corona ist mit dem weitgehenden Zusammenbruch des öffentlichen Lebens in Spanien auch der Betrieb auf dem Jakobsweg zum Erliegen gekommen. Zumindest vorläufig.

Schwarzmaler hatten vorhergesagt, der Jakobsweg werde durch den Dauerboom irgendwann an seinem eigenen Erfolg zerbrechen. Doch die berühmteste Pilgerstrecke der Welt blieb ein Selbstläufer, den nichts aufhalten konnte. Das hat nun die Pandemie geschafft. Es herrscht Geisterstimmung.

Den Jakobsweg einmal verwaist zu sehen – das ist ein Bild, das man nie für möglich gehalten hätte. Zumal das Pilgerbüro zu Jahresbeginn noch einen neuen Rekord für 2019 vermeldet hatte. 347 578 Pilgerinnen und Pilger erhielten im Vorjahr ihr Diplom. Vor ausgesetzt, sie konnten per Stempelfolgen im Pilgerausweis nachweisen, mindestens die letzten 100 Kilometer bis Santiago de Compostela marschiert oder die letzten 200 Kilometer geradelt zu sein. Das waren nachweislich so viele wie niemals zuvor. Zwar wurden im Mittelalter, als der Jakobsweg erstmals boomte, keine Statistiken erstellt, doch eine Zahl wie diese dürfte nie erreicht worden sein.

Anfang des Jahres lief es noch wunderbar

Die ersten Wochen in diesem Jahr knüpften nahtlos an den Zulauf an und ließen auf ein weiteres Rekordjahr spekulieren. Doch dann kam Corona, der Totaleinbruch. Die Saison war beendet, noch bevor sie richtig begonnen hatte. Dazu zwei Vergleichszahlen vom Frühjahr des Vorjahres, um sich die Dimensionen vor Augen zu halten. Im April gab das Wallfahrtsbüro 31 722 Urkunden aus, im Mai 46 673.

Alle Pilgerherbergen am Jakobsweg mussten Mitte März die Schotten dicht machen. So auch die Herberge „Casa Paderborn“, die in Pamplona von ehrenamtlichen Herbergsleitern – spanisch: „Hospitaleros“ – der Jakobusfreunde Paderborn unterhalten wird. Die Wochen und Tage vor der Schließung ließen Unheilvolles erahnen. Heino von Groote, der Vorsitzende des Paderborner Freundeskreises der Jakobuspilger, blickt zurück: „Unser Verein und die Hospitaleros haben sich bereits im Januar und Februar Gedanken gemacht, was wir in der Casa Paderborn gegen eine Ausbreitung des Virus tun könnten. Zunächst wurden verschärfte Hygienemaßnahmen umgesetzt: Umarmen und Handschütteln wurden verboten, mehr Desinfektionsmittelspender, Flächendesinfektionen bereitgestellt. Später wurden die Pilger nur noch einzeln in Zimmern untergebracht, ausgenommen Gruppen, die sowieso engen Kontakt hatten.“ Visionär war die Vorahnung von Pilgern, wie sie Simone Felden aus dem Herbergsteam in der zweiten Märzwoche notierte. Das liest sich jetzt wie ein historisches Zeitdokument, zumal es noch Flüge gab: „Heute haben die ersten Pilger aus unserer Casa Rückflüge von Pamplona nach Frankfurt gebucht. Sie haben Angst, dass sie hier in ein paar Tagen nicht mehr wegkommen.“




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