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„Betreuung ist ein Stück Nächstenliebe“

Foto: B. Bettscheider
Ralph Seeger, Hauptamtlicher des SKFM Ahrweiler.

„Betreuung ist ein Stück Nächstenliebe“

Von: Brigitte Bettscheider | 15. Dezember 2019
Ralph Seeger ist einer der drei Hauptamtlichen des Betreuungsvereins Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) für den Landkreis Ahrweiler. Sein Beruf sei vielschichtig, die Fälle, mit denen er zu tun habe, seien „eine bunte Mischung“, sagte der Sozialpädagoge im „Paulinus“-Gespräch.

„Das kann jedem passieren“, weiß Ralph Seeger (53) aus langjähriger beruflicher Erfahrung – „dass eine Krankheit oder ein Unfall oder das Alter dazu führen, dass man seine rechtlichen, finanziellen und gesundheitlichen Angelegenheiten nicht mehr oder nur noch teilweise selbst regeln kann und auf Unterstützung angewiesen ist.“

Nur im Idealfall sei für die eigene Hilfsbedürftigkeit rechtzeitig vorgesorgt worden, erklärt der Sozialpädagoge, der seit 2007 im Dreier-Team und in Zusammenarbeit mit den Frauen und Männern aus dem aktuell 148 Personen starken Mitgliederkreis rund um das Thema Betreuung für den SKFM im Landkreis Ahrweiler tätig ist. Und zwar in vielschichtiger Weise, wie er betont. Denn beim Betreuungsrecht sei jeder Lebensbereich betroffen – vom 18 Jahre alten psychisch Kranken bis zur 100-Jährigen mit Demenz, nennt Seeger zwei Beispiele, die die Bandbreite an Fällen aufzeigen.

Zu Seegers Aufgaben gehören die 20 eigenen gesetzlichen Betreuungen und die Begleitung, Beratung und Schulung der Ehrenamtlichen sowie (etwa 220 Mal im Jahr 2018) die Information von Ratsuchenden in Einzelgesprächen in der Geschäftsstelle oder bei Hausbesuchen. Hinzu kommen die öffentlichen Informationsveranstaltungen zu Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung, die Grundlagenseminare zum Betreuungsrecht und die Fortbildungen zu Themen wie Elternunterhalt, Demenz oder ärztliche Zwangsmaßnahmen. Insgesamt 39 Veranstaltungen waren es allein im vorigen Jahr. Wobei der SKFM Ahrweiler auf die Zusammenarbeit mit weiteren Fachleuten setze, erklärt Seeger.

„Wir hatten Anfang November bei einer Informationsveranstaltung, an der außer mir noch ein Rechtsanwalt und ein katholischer Seelsorger mitgewirkt haben, 79 Teilnehmer“, erzählt er.
Alles in allem „eine bunte Mischung“, sagt er. Und betont: „Betreuung ist ein Stück Nächstenliebe.“ Dabei dürfen die Betreuten bleiben, wie sie sind. Ihre eigenen Wünsche werden berücksichtigt, sie werden nicht bevormundet. Die Chemie zwischen Betreutem und Betreuer muss stimmen; auch darauf achtet der Verein.

Die Betreuerbestellung erfolgt durch das Amtsgericht auf Antrag entweder des Betroffenen selbst, von Angehörigen oder auch vom Sozialamt oder dem Sozialen Dienst eines Krankenhauses. Die schwierigen Fälle übernehmen in der Regel die Hauptamtlichen.
 Unter den Ehrenamtlichen des SKFM Ahrweiler sind etwas mehr Frauen als Männer; es finden je zur Hälfte die Betreuungen als Familienangehörige oder aus sozialem Engagement heraus statt; waren die Betreuer beruflich häufig bei der Bundeswehr, in der Verwaltung oder pädagogisch tätig und sind nun im Rentenalter.

„Es kommt auch immer wieder vor, dass Menschen, die einen Angehörigen bis zum Tod betreut haben, anschließend zur Betreuung einer fremden Person zur Verfügung stehen“, erzählt Seeger. Die Übernahme einer Betreuung sei eine sehr individuelle Aufgabe, die sich für alle eigne, die ein verantwortliches Ehrenamt suchten. Interessierte können sich an den SKFM Ahrweiler wenden oder an einen Betreuungsverein in ihrer Nähe, denn es gibt bundesweit Betreuungsvereine, die ehrenamtliche Betreuer begleiten.

  • Info
    Der SKFM für den Landkreis Ahrweiler e.V. besteht seit 1992. Mitgründer und erster Vorsitzender war Toni Schnöger. Auf ihn folgten in diesem Amt Klaus-Peter Rothkegel (jetzt zweiter Vorsitzender) und (seit 2019) Hermann Adams. Dem Vorstand gehören Eva-Maria Schnöger als Kassiererin, Bernhard Stahl als Geistlicher Beirat und Karl Reichle als Beisitzer an. In der Geschäftsstelle arbeiten neben Ralph Seeger noch Julia Fuchs und Brigitte Gröning.

    Kontakt: SKFM, Ehlinger Straße 47, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Telefon (0 26 41) 20 12 78, Fax (0 26 41) 20 24 21, www.skfm-ahrweiler.de.



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