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75 Tage anders wahrnehmen

Foto: „sredna“
Die Osternacht mit Taufen gehört zu den besonderen Gottesdiensten in der Projektzeit.

75 Tage anders wahrnehmen

Von: bip | 15. April 2018
Trier: Ein Projekt rund um die Herz-Jesu-Kirche Trier lädt zum Sehen, Hören und Schmecken ein.

Am 28. März hat sich die Herz-Jesu-Kirche für zehn Wochen in den „Austragungsort“ von „sredna“ verwandelt. Bis zum 10. Juni heißt es zum zweiten Mal „anders. sehen, hören, schmecken“. Organisiert und getragen wird das Projekt von engagierten Menschen aus der Pfarrei St. Matthias, der Katholischen Gehörlosengemeinde und dem Dekanat.

„Angefangen hat es mit der anderen Raumgestaltung“, erinnert sich Pfarrer Ralf Schmitz. Besonders die 60 durchweg positiven Rückmeldungen waren 2017 Ansporn für Schmitz und die beiden mitverantwortlichen Organisatorinnen, Kirchenmusikerin Jutta Thömmes und Verwaltungsratsvorsitzende Petra Weiland, eine weitere Auflage von „sredna“ zu organisieren.

Viele Ideen von begeisterten Menschen tragen dazu bei, dass 75 Tage lang Kirche auf sehr unterschiedliche, vielfältige und bisweilen auch gänzlich unerwartete Weise erlebbar wird und zum Mitmachen einlädt.

Die Osternacht, in der zehn Menschen getauft wurden, Erstkommunion, Firmung und Pfingsten zählen zu den besonderen Gottesdiensten in der Projektzeit. Dabei wird der Kirchenraum als Ort der Andacht, der Stille und des Gebets auch während der Woche erfahrbar, etwa wenn er dienstags für eine Stunde ein „ruhe_punkt“ mitten im Alltag wird.

Auf ganz andere Weise still wird es in den von der Katholischen Gehörlosengemeinde mitgestalteten Gottesdiensten: Mit Händen beten – einfache Gebärden werden vor dem Gottesdienst eingeübt und dann beim Beten und Singen angewendet. „Das Thema Inklusion spielt bei uns immer eine große Rolle“, betont Schmitz, der auch Dechant ist. Er ist dankbar, dass konkrete Maßnahmen umgesetzt werden können wie der barrierefreie Haupteingang der Herz-Jesu-Kirche.

Bildhauer-Projekt und „Frühstück mit Jesus“

Ebenso erfreut sind die „sredna“-Verantwortlichen über die neue Grundanlage des Projekts: Das Programm ist so gewachsen, dass es Wochenpläne mit regelmäßigen Terminen gibt. Jeden Dienstag findet beispielsweise ein Bildhauer-Projekt statt, bei dem Sandsteine zum Leben erweckt werden. Donnerstags gibt es „Lunch mit Inhalt“, und jeden Samstag besteht Gelegenheit zum „Frühstück mit Jesus“. Zusammen mit Professor Hans-Georg Gradl von der Theologischen Fakultät Trier sei das Konzept entstanden, eine Jesus-Geschichte Satz für Satz zu lesen und zu erarbeiten, und das bei einem Frühstück aus unterschiedlichen Kulturen.

Musikalische Beiträge und kreative Auseinandersetzungen mit Bibelstellen, besondere Angebote für Familien und Kinder sowie zur Ökumene gehören ebenfalls zum Programm von „sredna“. Und weil die Herz-Jesu-Kirche nicht isoliert in der Landschaft steht, geht es um die „Kirche im Viertel“. Einige Nachbarn werden in der Kirche zu erleben sein. Unter der Überschrift „Wir haben eine Kirche – haben Sie eine Idee?“ findet am 5. Juni ein Quartier-Gespräch statt, zu dem Interessierte ihre Ideen für die Zukunft der Kirche beitragen können.

Für alle, die mit dem fremdsprachig anmutenden „sredna“ nichts anzufangen wissen, empfehlen die Verantwortlichen einen Wechsel der Lese-Richtung. Denn im Leben wie in der Kirche lohne sich immer wieder ein Perspektivwechsel, eben „anders. sehen, hören, schmecken“. „sredna“ bietet zehn Wochen lang Gelegenheit dazu.

  • Kontakt
    Das Programm von „sredna“ ist im Internet auf www.sredna-herzjesu.de zu finden.
    Informationen gibt es auch unter Telefon (06 51) 3 26 34 (Pfarrei St. Matthias).



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