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Wo Kirche unterwegs ist

Foto: Martin Recktenwald
Autorinnen und Mitglieder des Redaktionsteams: Madeleine Schneider (links), Hans-Jürgen Berg, Hubert Schnabel, Martin Lörsch, Carola Fleck, Markus Nicolay, Sigrun-Heide Filipp, Gerhard Schmitz.

Wo Kirche unterwegs ist

Von: Martin Recktenwald | 11. Dezember 2016
Das Buch „Abenteuer Pilgern“ der Sankt-Jakobusbruderschaft Trier ist Ergebnis interdisziplinärer wissenschaftlicher Forschung. Theologische, soziologische, psychologische und wirtschaftliche Betrachtungen beleuchten das Phänomen Pilgern.

Bücher über das Pilgern seien in den vergangenen Jahren geradezu explosionsartig erschienen, stellte Professor Martin Lörsch am 25. November in der Dom-Information Trier in seiner thematischen Einführung fest. Zumeist handele es sich dabei um persönliche Pilgerberichte mit subjektiven Schilderungen der Reiseerlebnisse. Der Band der Sankt-Jakobusbruderschaft gehe einen anderen Weg. Hier gehe es um eine möglichst breit aufgestellte wissenschaftliche Untersuchung des Themas.

Keineswegs bedeutet dies jedoch, dass hier rein theoretische Überlegungen angestellt werden. Viele der Beiträge basieren auf der Auswertung von Befragungen. So verteilte etwa eine Forschungsgruppe bei Touren auf dem Jakobsweg Fragebögen an Pilgerinnen und Pilger, denen sie unterwegs begegnete. Rund 1300 dieser Bögen flossen in die Untersuchungen ein. Welche Gefühle erleben Menschen beim Pilgern? Sind auch Jahre später noch Effekte spürbar? Solche und ähnliche Fragen waren etwa Teil der psychologischen Forschung.

Von wegen einsamer Pilger

Mit dem Klischee-Bild des einsamen Pilgers räumt ein soziologischer Beitrag von Markus Gamper auf. Überwiegend sind heute Gruppen unterwegs. Wichtige Motivation ist dabei meist weniger Religion, sondern der breiter gefasste Ansatz der Spiritualität.

Der Freiburger Theologieprofessor Michael Ebertz widmet sein Kapitel diesem Thema. Die Menschen suchen demnach beim Pilgern die Chance zur Entschleunigung und intensiven Beschäftigung mit den eigenen innersten Gedanken.

Auch der neue Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing war als Autor bei „Abenteuer Pilgern“ beteiligt. Er brachte seine Erfahrungen als Leiter der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 ein. In einer vergleichenden Studie stellt er dieses Ereignis und das Pilgern auf dem Jakobsweg als zwei Varianten von „Kirche unterwegs“ gegenüber.

Ebenfalls mit der Heilig-Rock-Wallfahrt hat sich ein vom Martin Lörsch verantwortetes Forschungsprojekt befasst. Der Fokus liegt dabei auf den ehrenamtlichen Helfern: Über 1800 während der Wallfahrt verteilte Fragebögen gaben Aufschluss über Arbeit und Motivation der Freiwilligen.

Nicht nur für Wissenschaftler sei der neue Band von Interesse, die vielen Hintergrundinformationen lieferten auch für aktive Pilgerinnen und Pilger zahlreiche Denkanstöße für die Praxis. Davon zeigten sich Brudermeister Hubert Schnabel und Dr. Markus Nicolay, Sekretär der Jakobusbruderschaft Trier, überzeugt.

  • Info
    St. Jakobusbruderschaft Trier (Hg.), Abenteuer Pilgern, ein populäres Thema interdisziplinär erforscht, 328 Seiten, ISBN 978-3-429-04323-0, Echter-Verlag, Würzburg, Preis: 29 Euro



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Im Blickpunkt

„Paulinus“-Leserreisen 2020

„Paulinus“-Leserreise im Herbst: Sonneninsel Zypern vom 3. bis 10. November 2020.


Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


Einfach Leben

Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.


Synode im Bistum Trier

Die Synode wurde am 29. Juni 2012 von Bischof Ackermann ausgerufen. Die Trierer Bistumssynode hat ihr Abschlussdokument „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“ am 30. April 2016 verabschiedet.



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    Mit einem Video-Chorprojekt zum Volkslied „Die Gedanken sind frei“ haben sich die Sängerinnen und Sänger der Singschule an der Liebfrauenkirche Koblenz in die Sommerferien verabschiedet.
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    Sechs Freiwillige aus Bolivien leisten in sozialen Einrichtungen im Bistum Trier ihren einjährigen Dienst. Der "Paulinus" besuchte sie noch während der Zeit der Eingewöhnung in Trier samt Deutschkurs (Video: Zeljko Jakobovac). Wie es ihnen geht - auch in Zeiten der Coronakrise - steht im aktuellen "Paulinus".
  • Weitere Videos
    Weitere Videos des Paulinus finden sich auf www.youtube.com/PaulinusTrier




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