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Europa, eine Wallfahrt, viele Bühnen

Foto: KNA
Der frühere Trierer Theologieprofessor und heutige Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, vor einem Transparent mit dem Motto des Treffens.

Europa, eine Wallfahrt, viele Bühnen

Von: Christoph Renzikowski | 18. Mai 2014
Die Besucher haben wieder die Qual der Wahl: Ein Streifzug durch das Programm des Regensburger Katholikentages.

Üppig kommt das Programm des Katholikentreffens daher: Mehr als 2000 Einträge enthält die Datenbank der Veranstalter, in Druckform füllen sie 620 Seiten. Neben Altbewährtem findet sich dort manche Neuerung. Die Qual der Auswahl bleibt den Teilnehmern des Christentreffens vom 28. Mai bis 1. Juni nicht erspart.

Weit mehr als frühere Katholikentage wird der Jahrgang 2014 gleich durch zwei Päpste geprägt. Etliche Veranstaltungen drehen sich um den Emeritus Benedikt XVI., der als Professor in Regensburg wirkte. Und auch sein Nachfolger Papst Franziskus steht im Fokus mit der von ihm propagierten "armen Kirche für die Armen".

Nach 1849 und 1904 findet der Katholikentag zum dritten Mal an der nördlichsten Donauschleife statt. Doch die historisch gewachsene kleinräumige Stadt-Topographie stellte die Planer vor Probleme. Ein Kongresszentrum wie 2012 in Mannheim gibt es hier nicht. Der größte Saal, das Audimax der außerhalb des Zentrums gelegenen Universität, fasst gerade mal 1426 Zuhörer – noch nicht einmal ein Viertel dessen, was in den Mannheimer Nibelungensaal passt. So wird der Katholikentag viele Bühnen gleichzeitig bespielen, darunter auch in evangelischen Kirchen.

Die Regensburger Katholiken werden für kräftige regionale Akzente sorgen. So gibt es erstmals während eines Katholikentags eine Wallfahrt, und zwar an die bayerisch-tschechische Grenze ins gut 70 Kilometer entfernte Neukirchen beim Heiligen Blut. Deutsche und böhmische Katholiken werden dort an den Fall des Eisernen Vorhangs vor 25 Jahren erinnern. Als Sohn einer Sudetendeutschen ist Bischof Rudolf Voderholzer die Aussöhnung mit Tschechien auch ein persönliches Anliegen.

Auf seine Initiative geht zudem die Behandlung eines heißen Eisens zurück: Mit Vertretern des kirchlich nicht anerkannten, aber von Katholiken gegründeten Schwangerenberatungsvereins Donum Vitae gibt es eine kontrovers besetzte Podiumsdiskussion. Um das Format war lange gerungen worden. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hofft als Veranstalter, dass sich auch hier das Katholikentagsmotto "Mit Christus Brücken bauen" bewährt: Über bestehende Gräben hinweg soll das gemeinsame Anliegen des Lebensschutzes zum Ausdruck kommen.

Marx, Merkel, Gabriel, Glück, Gauck

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, wird in Regensburg sehr präsent sein, nicht nur als Hauptzelebrant des Sonntagsgottesdienstes. Mit SPD-Chef Sigmar Gabriel debattiert er über Managergehälter und Mindestlohn. ZdK-Präsident Alois Glück erörtert mit Bundespräsident Joachim Gauck, wie viel Religion die säkulare Gesellschaft verträgt. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll die Frage beantworten: "Hat die Welt noch einen Platz für Europa?"

Wie auf früheren Katholikentagen agiert die Reformgruppierung "Wir sind Kirche" im und neben dem offiziellen Programm. Neu ist, dass auch Anhänger des konservativen "Forums Deutscher Katholiken", das dem ZdK kritisch gegenübersteht, ein Podium veranstalten. Der Titel "Ökologie des Menschen" stammt aus der Bundestagsrede von Benedikt XVI. Prominentester Diskutant ist der Philosoph Robert Spaemann. Und wer das Programm genauer studiert, findet darin auch Katholiken, die mit Voderholzers Vorgänger Gerhard Ludwig Müller überkreuz gerieten.

Auch kulturell wird einiges geboten: Eine Ausstellung thematisiert, ob und wie sich Göttliches überhaupt noch künstlerisch darstellen lässt. Zu den musikalischen Höhepunkten zählt eine Glockenkomposition, die erstmals von den Kirchtürmen der Stadt erschallt. Katholikentagsbesuchern schon lange vertraut sind die "Wise Guys". Sie müssen sich aber bei ihrem Open-Air-Konzert gegen eine andere singende Boygroup behaupten, die zeitgleich auftritt: die Regensburger Domspatzen.

Kabarettisten laden "mit Hildegard von Bingen ins Dschungelcamp" ein. Der oberpfälzische Kleinkünstler Hubert Treml hat eine Konzilskomödie geschrieben. Mit seiner Theatertruppe "Die Ladenhüter" serviert er in der "Pizzeria Roncalli".

  • Stichwort Katholikentag
    Deutsche Katholikentage sind Treffen, bei denen sich die Kirche mit ihren Verbänden und Institutionen über mehrere Tage der Öffentlichkeit präsentiert. Sie finden in der Regel alle zwei Jahre in wechselnden Städten statt. Zuletzt war 2012 Mannheim an der Reihe, den 100. Katholikentag wird es 2016 in Leipzig geben.

    Bei Katholikentagen diskutieren Zehntausende Christen kirchliche und gesellschaftspolitische Themen und feiern Gottesdienste. Veranstalter ist das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ (ZdK), das jeweilige Bistum des Austragungsortes der Gastgeber.

    Die Geschichte der Katholikentage reicht bis 1848 zurück. Von ihnen gingen immer wieder Impulse aus, etwa für die Entwicklung einer katholisch-sozialen Bewegung oder für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. In nationalsozialistischer Zeit gab es keine Katholikentage. Das 1933 geplante Treffen wurde abgesagt, nachdem es von einer „Treueerklärung für Führer und Reich“ abhängig gemacht worden war.

    Zuletzt prägten zahlreiche Teilnehmer mit ihrem Eintreten für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sowie ökumenische Fragen die Treffen.



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Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


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Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.



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  • Weitere Videos
    Weitere Videos des Paulinus finden sich auf www.youtube.com/PaulinusTrier




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