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Mehr Zeit und flexible Wege

Foto: Zeljko Jakobovac
Die Pressekonferenz mit Generalvikar, Bischof und Direktorin (hinten von links) wurde live auf der Facebookseite des Bistums übertragen.

Mehr Zeit und flexible Wege

Von: Zeljko Jakobovac | 29. November 2020
Das Bistum Trier hat ein mit dem Vatikan abgestimmtes Konzept angekündigt, wonach es sich zukünftig in maximal 172 Pfarreien und 35 Pastoralen Räumen neu aufstellen will.

Das Rahmenkonzept zu den Fusionsprozessen der 887 Pfarreien und zur Errichtung von 35 Pastoralen Räumen werde Orientierung geben, was verbindlich sei  und was vor Ort auf den beiden Ebenen flexibel gestaltet werden könne, sagte Bischof Dr. Stephan Ackermann am 20. November in Trier bei einer Pressekonferenz.  Auf diesem Weg werde es mehr Dezentralität und Ungleichzeitigkeit geben. Die Leitlinien der Bistumssynode würden aber weiterhin gelten. Er habe unterschätzt, wie sehr die traditionellen Strukturen der Pfarrei „mit Emotionen, Gefühlen und Erinnerungen verbunden sind“, sagte Bischof Ackermann. Strukturen prägten nämlich auch die Identität und die Geschichte einer Pfarrei und gäben Sicherheit.

Mit Rom abgestimmt sind nach Angaben des Bistums drei Schritte. Erstens wird das „Gesetz zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode 2013–2016“ vom 15. Oktober 2019 zurückgezogen  – die römische Kleruskongregation hatte dessen Vollzug vor rund einem Jahr ausgesetzt. Zweitens erhalten die Pfarrer und pfarrlichen Gremien den Auftrag, innerhalb von maximal vier Jahren (Amtsperiode pfarrlicher Gremien) auf „Fusionen hinzuarbeiten“. Das soll möglichst auf der Ebene der derzeit 172 Pfarreiengemeinschaften geschehen. In den fusionierten Pfarreien bleiben der rechtliche Status des Pfarrers und der pfarrlichen Organe bestehen. „Gleichwohl streben wir auf allen Ebenen eine stärker kollegiale Leitung an“, erklärte der Bischof.

Bischof setzt Leitung der Pastoralen Räume ein

Drittens werden für eine Zusammenarbeit zwischen den Pfarreien 35 Pastorale Räume errichtet, die Schritt für Schritt die derzeitigen 32 Dekanate ersetzen. Die Pastoralen Räume sind vom Zuschnitt deckungsgleich mit den einst vorgesehenen „Pfarreien der Zukunft“. „Die pastoralen Räume erhalten eine vom Bischof eingesetzte und beauftragte Leitung, um die pastoralen Entscheidungen der Diözesansynode sowie die Zusammenarbeit im Bereich der administrativen Aufgaben der Pfarreien voranzubringen“, sagte Ackermann.

Um die Koordination der Aufgaben zu erleichtern und so die Seelsorge im Sinne der Synode zu stärken, werde das pastorale Personal – außer die Pfarrer – künftig auf der Ebene der Pastoralen Räume angesiedelt, sagte Mechthild Schabo, Direktorin für den Bereich Pastoral und Gesellschaft im Bischöflichen Generalvikariat. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger sollen aber einen konkreten Einsatzort oder eine Einsatzstelle haben – zum Beispiel in einer Pfarrei, einer Einrichtung oder einem anderen „Ort von Kirche“. Vorgesehen sind für jede Pfarrei weiterhin ein Vermögensgremium und für die Pfarrei oder Pfarreiengemeinschaft ein pastorales Gremium. Vor Ort kann entschieden werden, welche Variante der pastoralen Gremien am besten ist – die Wahl ist Ende 2021 vorgesehen.

2021 als Jahr der Vorbereitung

Um die Pastoralen Räume errichten zu können und die unterschiedlichen Ausgangssituationen zu erheben, brauche es das kommende Jahr als „Vorbereitungszeit“, sagte Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg. Bis Mitte 2021 soll durch Gespräche mit Gläubigen in den heutigen Pfarreien und Dekanaten geklärt werden, welche Pfarreien zeitnah oder später bereit sind zu Fusionen – und welche Pastoralen Räume wann errichtet werden.

Ab 2022 können Pfarreien fusionieren – Orientierungsgröße sind die derzeitigen 172 Pfarreiengemeinschaften. „In einem Zeitraum von vier Jahren erwarten wir die notwendigen Prozesse und Entscheidungen vor Ort“, sagte der Generalvikar. Er geht davon aus, dass es etwa 150 bis 170 Pfarreien geben wird.

Pressekonferenz als Video


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Im Blickpunkt

„Paulinus“-Leserreisen 2021

Es gibt wegen der Corona-Pandemie derzeit leider keine neue Planung für das kommende Jahr.


Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


Einfach Leben

Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.


Synode im Bistum Trier

Die Synode wurde am 29. Juni 2012 von Bischof Ackermann ausgerufen. Die Trierer Bistumssynode hat ihr Abschlussdokument „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“ am 30. April 2016 verabschiedet.



Video

  • Weihnachtsgruß des Bischofs
    Dr. Stephan Ackermann hat sich an Weihnachten mit einer Videobotschaft an die Gläubigen im Bistum Trier gewandt.
  • Synodenumsetzung
    Das Bistum Trier hat ein mit dem Vatikan abgestimmtes Konzept angekündigt, wonach es sich zukünftig in maximal 172 Pfarreien und 35 Pastoralen Räumen neu aufstellen will.
  • Gedenken
    Das ökumenische Gebet beim heutigen Gedenken an die Toten, Verletzten und ihre Angehörigen der Amokfahrt in Trier haben Weihbischof Franz Josef Gebert und Superintendent Dr. Jörg Weber gesprochen (Video: Zeljko Jakobovac).
  • Virus trifft Schwächste am härtesten
    Prof. Dr. med. Wolfram Henn, Mitglied des Deutschen Ethikrates und Professor für Humangenetik an der Universität des Saarlands, hat beim "DomWort" über "Leben mit dem Virus - Welche Schranken sind unserem Handeln gesetzt?" gesprochen.
  • Gestapo-Lager Neue Bremm - Rundgang mit Horst Bernard
    Horst Bernard (88) engagiert sich seit Jahrzehnten dafür, die Geschichte des ehemaligen Gestapo-Lagers an der Neuen Bremm in Saarbrücken und die Erinnerung an inhaftierten Frauen und Männer wachzuhalten – und an junge Menschen weiterzutragen. Der Film über ihn wurde bei einer von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung veranstalteten Gesprächsrunde im Kirchenladen „welt:raum“ vorgestellt (Bericht im "Paulinus").
  • Weitere Videos
    Weitere Videos des Paulinus finden sich auf www.youtube.com/PaulinusTrier




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