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Frage nach Frauenweihe ist da

Foto: KNA
Georg Bätzing spricht mit Frauen, dabei kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil aus Andernach (zweite von links), bei einer Demonstration in Fulda.

Frage nach Frauenweihe ist da

Von: Paula Konersmann und Gottfried Bohl | 27. September 2020
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, hält die Debatte über die Weihe von Frauen in der katholischen Kirche nicht für abgeschlossen.

„Den Diakonat der Frauen halte ich für sehr legitim“, sagte Bätzing am 21. September in einem Interview des Deutschlandfunks. Das Reformprojekt Synodaler Weg könne im Vatikan um eine Prüfung und Einführung bitten, wenn die Mehrheit dies wolle. Endgültige Entscheidungen könne aber nur ein Konzil treffen.

Damit widerspricht der Limburger Bischof unter anderem dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, der in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) gesagt hatte, die Diskussion über die Weihe von Frauen führe nicht zum Ziel: „Denn diese Frage ist definitiv mit höchster Lehrautorität entschieden worden durch Papst Johannes Paul II.“ Wenn man die Frage so behandele, als sei sie offen, finde die Diskussion „außerhalb der Lehre der Kirche statt“.

Die Frage nach der Frauenweihe hätten Päpste „für geschlossen erklären“ wollen, sagte Bätzing: „Wir nehmen aber wahr, dass sie einfach da ist.“ Auch Männer, etwa Priester und Bischöfe, stellten sie sich.

Verheerende Wirkungen, wenn man Zeiten verpasst

Der Bischofskonferenz-Vorsitzende betonte weiter, er sehe sich in dieser Frage nicht nur als Moderator zwischen den verschiedenen Positionen in der Bischofskonferenz: „Ein Feminist bin ich sicher nicht. Aber es ist mir ein hohes Anliegen.“ Er verglich die „Frauenfrage“ mit dem Thema Klimawandel: „Wenn man Zeiten verpasst, um bestimmte Entscheidungen zu treffen, hat das zum Teil verheerende Auswirkungen.“

Die Kirche habe schon viele Gruppierungen verloren. Es bestehe die Gefahr, dass „das nächste Kippen“ bevorstehe, „da sich einfach ganz viele Frauen in ihrer Kirchenbindung abgehängt sehen oder selber abhängen“.

Dabei gehe es ihm nicht um die Rettung der Kirche, ergänzte der Bischof. „Es geht wirklich darum, dass damit ja vor allem die Weitergabe des Glaubens stockt.“ Frauen trügen zu einem ganz großen Teil das kirchliche Leben in ihrem diakonischen Handeln und in der Glaubensweitergabe. Wenn dies verloren gehe, „dann ist die Kirche in ihrem Bestand gefährdet“. Viele Frauen berichteten ihm sogar, dass sie sich von der Kirche entfernten, um ihren Glauben zu retten.

Die Frage betreffe nicht nur Weiheämter, fügte der Bischof hinzu. „Wir haben zu wenige Frauen, die an den Entscheidungsprozessen und an den Schlüsselstellen der Kirche beteiligt sind.“ In Gremien und Leitungsstrukturen sei noch „erheblicher“ Fortschritt möglich, was die Beteiligung von Frauen angehe. Es sei noch nicht lange her, dass die Kirche „die deutliche Gleichheit aller Menschen“ anerkannt habe.

Kfd bedankt sich für „klare Worte“ von Bätzing

Die Vize-Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Agnes Wuckelt, begrüßte die „klaren Worte“ von Bätzing. „Damit bewegt sich unser jahrzehntelanges Engagement für den Diakonat der Frau nun endlich in die richtige Richtung“, erklärte sie am 18. September in Düsseldorf, nachdem das Interview vorab veröffentlicht worden war. „Auch im Hinblick auf den Synodalen Weg ist das ein entscheidendes Zeichen.“ Wuckelt ergänzte: „Wir nehmen Bischof Bätzing beim Wort, dass die Frage nach Frauen in Weiheämtern für ihn noch nicht abgeschlossen ist.“

Die kfd forderte Woelki auf, in die Diskussion einzutreten. „Im Synodalen Weg soll gleichberechtigt miteinander gesprochen werden. Er ist herzlich eingeladen, sich mit uns auf Augenhöhe auszutauschen – und wir wünschen uns das auch.“

Das Bätzing-Interview ist auf https://tinyurl.com/Frauenweihe im Internet zu finden.



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