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Faszination aus dem Feuer

Foto: Stefan Endres
Eine Gemeinschaftsarbeit aus 120 kleinen Platinen veranschaulicht nebeneinander die unterschiedlichen Techniken des Emaillierens.

Faszination aus dem Feuer

Von: Stefan Endres | 13. September 2020
Die ehemalige Abtei Himmerod in der Eifel beherbergt in ihrer Alten Mühle ein Museum, das sich ausschließlich der selten gewordenen Email-Kunst widmet. Das einzige Museum dieser Art in Deutschland ist neu konzipiert worden und zeigt nun wieder die Faszination und den Reichtum dieser uralten Kunstform.

„Es war eine Mammutaufgabe“, sagt die Email-Künstlerin Ingeborg Martin aus Burg an der Mosel. Für sie und ihre Freundin, die in Luxemburg lebende Künstlerin Brigitte Westemeier, habe es seit Anfang des Jahres „nichts anderes gegeben als Himmerod“, blickt Martin zurück. „Aber es war eine schöne Aufgabe, so etwas zu konzipieren“, bemerkt sie mit etwas Stolz und spürbarer Erleichterung am Fest Mariä Himmelfahrt. Am Folgetag ist die von den beiden begeisterten Künstlerinnen gänzlich überarbeitete Email-Ausstellung (zur Schreibweise und ihrer Bedeutung siehe weiter unten) in der Alten Mühle wiedereröffnet worden. Aus vielen europäischen und einigen außereuropäischen Ländern haben die beiden eine Vielzahl moderner Email-Exponate als neue Leihgaben für die Ausstellung besorgen können.

„Ich habe ein Wahnsinns-Netzwerk“, sagt die agile Seniorin Ingeborg Martin über ihre Künstler-Kontakte, sodass nun etwa 60 neue Werke hinzugekommen sind. Sie wurden integriert in den festen Bestand des Museums, der aus über 380 Stücken besteht und auf der Sammlung der Email-Künstlerin Gertrud Rittmann-Fischer aus Deidesheim basiert. Rittmann-Fischer, Gründerin und langjährige Präsidentin des Email-Vereins „Creativ-Kreis-International“ (CKI), hat gemeinsam mit dem ehemaligen Verbandsbürgermeister Walter Densborn und dem damaligen Abt Bruno Fromme im Jahr 1998 in der renovierten Alten Mühle das Museum gegründet und als Ausstellungs-, Arbeits- und Begegnungszentrum für Email-Künstler etabliert.

Die Internationalität der Kunstform wird deutlich

„Nun musste wieder etwas passieren“, sagt das CKI-Mitglied Ingeborg Martin über das Museum, in dem seit seiner Gründung nichts verändert worden sei. „Ein Museum muss leben, und es lebt nur mit der Veränderung“, ist sie sich sicher. „Es war in einen Dornröschenschlaf versunken, und wir versuchen, es da herauszuholen.“ Martin und Westemeier haben eine Bestandsaufnahme gemacht, die Leihgaben besorgt und die Ausstellungsstücke gänzlich neu zusammengestellt. Sämtliche Exponate aus dem Grundbestand haben sie gereinigt und poliert – „und dabei gesehen, wie schön sie sind“. An den Wänden wurden neue Schienen befestigt, die Aufhängungen erneuert und die Elektrik verbessert.

Die Museumsräume mit den neuen Leihgaben und dem festen Bestand spiegeln die Internationalität der uralten Kunstform Email wider. Vertreten sind neben den Werken aus zahlreichen europäischen Ländern viele Arbeiten aus Russland, Israel, Indien, Korea, China oder Japan. Anhand der ausgewählten Exponate aus dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart stellt die Ausstellung sowohl viele Künstlerinnen und Künstler vor als auch die Vielzahl an unterschiedlichen Techniken und künstlerischen Anwendungsbereichen. Sie erstrecken sich von den religiösen und liturgisch verwendeten Arbeiten (vertreten sind zum Beispiel Kreuze und Andachtsbilder) über Wandbilder, Schalen und Gefäße, kleinformatige Skulpturen, Schmuck und kleine Kunstgegenstände bis hin zu einigen kunsthandwerklichen Arbeiten.

Aufwendige, aber faszinierende Kunst

Verdeutlichen möchten die Kuratorinnen mit der Auswahl der Objekte fast immer einen besonderen Aspekt der jeweiligen Arbeit, der dem Besucher helfen soll, die Welt der Email-Kunst in verschiedenen Gattungen, Genres und Stilen kennenzulernen. „‚Das Email‘ ist Kunst. ‚Die Emaille‘ dagegen bezeichnet die emaillierten Haushaltswaren, Gebrauchsgegenstände oder Straßenschilder“, erläutert Martin.

Sie bedauert, dass Email als Kunstform, wie sie das Museum zeigt, heute kaum mehr beachtet werde. „Dabei ist Email eine wunderbare Technik“, sagt die im Gärtnerhaus von Schloss Burg an der Mosel lebende und arbeitende Künstlerin, die in den 1960er Jahren die Kunstform kennengelernt hat und seitdem von ihr fasziniert ist. Sie schwärmt von der Arbeit mit dem Material und dem arbeitsaufwendigen Verfahren, „bei dem man sehr präzise arbeiten muss, das ein großes Equipment erfordert, angefangen beim Brennofen, und das auch nicht ganz billig ist“. Die Kunstform „aus Feuer und Glas“ mit ihren faszinierenden Möglichkeiten bekannter zu machen, ist ihr spürbar ein Herzensanliegen.

  • Info
    Geöffnet ist die Alte Mühle von April bis Oktober, immer Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

    Kontakt: Gerda Pesch, Telefon(0 65 75) 95 13 55.

    Anfahrt: Abtei Himmerod, Abteistraße 3, 54534 Großlittgen.




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