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Ökologisch  und solidarisch,  vielfältig  und gesund

Foto: Stefan Endres
Die Gemüsespezialistin Hannah aufm Kampe (rechts) jätet mit einer Helferin den „solidarischen“ Gemüsegarten. Sie ist auch Mitinhaberin des Hofladens.

Ökologisch und solidarisch, vielfältig und gesund

Von: Stefan Endres | 12. Juli 2020
Seit 30 Jahren ist der Demeterhof Breit bei Wittlich ein Vorreiter in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft in der Region. Aus den Anfängen mit einem Dutzend Kühen ist nach und nach ein breit aufgestellter Hofbetrieb mit vielen Tier- und Pflanzenarten, einer Käserei und einem modernen Hofladen geworden.

Auf der Suche nach einem geeigneten landwirtschaftlichen Hof kamen Paul und Eugenie Brandsma 1990 aus den Niederlanden in die Region. Fündig wurde das Ehepaar, ausgebildet im Ökolandbau und in der Käserei, in der leicht hügeligen Landschaft der Wittlicher Senke, wo am Stadtrand ein alter Hof auf neues Leben wartete. Und das ist in großer Vielfalt eingekehrt in den mittlerweile 30 Jahren, in denen die Familie Brandsma mit ihren Helferinnen und Helfern den Hof bewirtschaftet. Aus den mitgebrachten zwölf Milchkühen und einigen Jungtieren ist ein fester Bestand von gut 20 Schwarz-Bunten geworden samt Zucht-Bulle, Kälbern und Jungrindern. Dazu gesellen sich stets zwischen zwölf und 18 Schweine sowie etwa 600 Legehennen, die in drei sogenannten Hühnermobilen viel Auslauf auf den Wiesen haben. Neben sieben Schafen und einigen Bienenvölkern eines Wittlicher Imkers beleben noch drei Katzen und eine Border-Collie-Dame den Hof.

Die Käserei erzeugt wöchentlich im Schnitt etwa 200 Kilogramm Käse und Milchprodukte. Der Hofladen wurde 2016 durch einen Neubau erweitert und bietet auf 250 Quadratmetern frische Hof-Produkte und viele weitere Bio-Lebensmittel. Im Gartenbau auf dem weitläufigen Gelände wachsen mehr als 30 Gemüsesorten, die Obstbäume liefern Äpfel zum Verzehr und für Saft, ein „Vielfalts-Sortengarten“ dient der Saatgutgewinnung und der Bewahrung heimischer Sorten. Im jüngsten Projekt, der „Solidarischen Landwirtschaft“ (SoLaWi), bauen viele fleißige Hände auf etwa einem Hektar Land gemeinschaftlich Gemüse an und teilen es bei der Ernte.

Eine bunte Vielheit, die zunehmend Menschen anzieht. „Wir sind ein offener Hof, der immer mit Leben gefüllt ist“, sagt Paul Brandsma. Kinder und sogar schon Enkelkinder der allerersten Helfer und Unterstützer des Hofes gehören heute zu den ständigen Gästen, erzählt der Biopionier im Rückblick auf 30 Jahre Hof Breit. Die Unterstützer, das sind besonders die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Hof Breit e. V., der ganz zu Beginn den Hof mit der Perspektive einer biologisch-dynamischen Bewirtschaftung kaufte und ihn an die Brandsmas verpachtet hat. Dem Verein gehören die Hofgebäude und ein Teil der heute 76 Hektar  an bewirtschafteter Fläche.

Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft

Die Unterstützung durch diese Gruppe sei sehr wichtig, resümiert der Hofbetreiber und Pächter. „Die gemeinsame und geteilte Verantwortung für das Land und das gemeinsame Engagement“ – das zeichne den Verein und seine mittlerweile über 100 Mitglieder aus. „Er bringt die Landwirtschaft in die Mitte der Gesellschaft“, benennt er ein wichtiges Ziel. Außerdem machten die Mitglieder „den Hof zu einem Ort mit einer großen Vielfalt und einem beachtlichen Potential, das es vor der Haustür zu entdecken gibt“, ergänzt Michaela Rosen, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Der Verein mit einem Initiativkreis greift aktuelle landwirtschaftliche Themen auf und will das Bewusstsein in Bezug auf Landwirtschaft und Ernährung sowie ein ökologisches Denken und Handeln fördern. Mit regelmäßigen und besonderen Veranstaltungen bringt er Landwirtschaft und Verbraucher zusammen, organisiert Vorträge, Baumschnitt-Kurse, Kräuterwanderungen oder Hofführungen. In der „Hofzeit für Kinder“ können Kinder im Grundschulalter „mit allen Sinnen hier alles erleben und schmecken“, sagt Rosen über den Erlebnis- und Lernort mit seinen vielen Reizen und den stets offenen Stalltüren. Einiges fällt allerdings in Jubiläumsjahr dem virusbedingten Veranstaltungsstopp zum Opfer – darunter auch das in der Region beliebte Hoffest, das stets Hunderte Menschen anlockt.

Mit dem Zusammenspiel von Landwirtschaft, Tierhaltung, Gartenbau, Hofladen und Verein blicken die Akteure auf ein Modell einer zukunftsfähigen Landwirt-schaft. Schon seit vielen Jahren gehört der Hof, der nach den strengen Richtlinien des Bio-Anbauverbandes Demeter arbeitet, zum Netzwerk „Demonstrationsbe-triebe Ökologischer Landbau“ und regt als Vorzeigebetrieb zur Nachahmung an. Besonders das Prinzip des „geschlossenen Betriebskreislaufs“ liegt den Hofbetreibern am Herzen.

  • Info
    Demeterhof Breit, Paul und Eugenie Brandsma, Hinter der Breit, 54516 Wittlich, Telefon (0 65 71) 32 48 oder 26 46 79 (Hofladen), Mail info@demeterhofbreit.de, www.demeterhofbreit.de. Gruppen-Führungen auf Anfrage möglich.

    Der Hofladen ist Dienstag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und Samstag 9 bis 14 Uhr geöffnet (montags geschlossen).

    Anfahrt: Der Hof liegt an der L 141 zwischen Wittlich und Salmtal. Von der A 48 Trier-Koblenz: am Autobahnkreuz Wittlich auf die A 60 in Richtung Bitburg, Ausfahrt Wittlich-West.

    Verein Hof Breit e. V., Hinter der Breit, 54516 Wittlich, Telefon (0 65 71) 32 48, E-Mail verein@demeterhofbreit.de.
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