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Behutsam soll es weitergehen

Foto: Cüppers
Bischof Ackermann, Sprecherin Rupp, Generalvikar von Plettenberg und Christian Heckmann (von rechts) bei der Pressekonferenz.

Behutsam soll es weitergehen

Von: Christine Cüppers
Enttäuschung und Ernüchterung, bei einigen aber  auch Erleichterung  – so die Reaktionen auf die von Rom gestoppte Pfarreienreform. Jetzt gehe es um konstruktive Zusammenarbeit bei der Suche nach neuen Modellen für die künftige Bistumsstruktur, sagte Bischof Ackermann in einer Pressekonferenz.

Die Enttäuschung über die Ergebnisse ihres Gesprächs mit den zuständigen Behörden im Vatikan  war Bischof Ackermann und Generalvikar von Plettenberg in der Pressekonferenz am 20. Juni durchaus anzumerken. Nach den Beratungen mit rund 200 Mitgliedern der Dechantenkonferenz, der designierten Leitungsteams sowie aus den diözesanen Räten wissen sie aber auch um die Motivation zahlreicher Akteure, sich an den nun notwendigen Veränderungen und Umplanungen zu beteiligen.

Der weitere Weg sehe vor, die von Rom beanstandeten Punkte zu überarbeiten und die künftige Struktur des Bistums neu in den Blick zu nehmen. Erste Ideen dazu gebe es bereits, an diese könne angeknüpft werden, stellte der Generalvikar dar. Nach einer weiteren Beratungsphase im August und September sollen die Ergebnisse mit Rom abgestimmt werden. In die konkrete Umsetzung will die Bistumsleitung in den beiden kommenden Jahren gehen.

„Wir verzichten auf einen starken Schnitt und setzen eher auf eine behutsame Entwicklung“, stellte Generalvikar von Plettenberg dar. Wie Bischof Ackermann betonte er, dass das Bistums ja keineswegs gescheitert sei mit seiner Synode. Wesentliche Inhalte wie die Perspektivwechsel und das diakonische Wirken seien von Rom ausdrücklich bestätigt worden. Auch sehe man im Vatikan die unbedingte Notwendigkeit, die bestehende Kleinteiligkeit des Bistums neu zu ordnen.

Der „große Trierer Sprung“ war Rom jedoch zu weit, auch in Zusammenhang mit weltweit anstehenden Veränderungen. Das Bistum Trier muss nun seine Pläne nachbessern. Die Kritikpunkte aus Rom hätten ihn „nicht völlig überrascht“, zumal er ja die Widerstände im Bistum wahrgenommen habe, sagte Bischof Ackermann.

Und wie geht es jetzt weiter? Bischof und Generalvikar stellten erste Ideen vor, die in den Gesprächen mit den diözesanen Mitarbeitern entwickelt wurden. Ein mögliches Szenario: Die bestehenden 172 Pfarreiengemeinschaften werden in neue Pfarreien umgewandelt. Benachbarte Pfarreien wiederum finden sich in insgesamt 35 Seelsorgeräumen mit je einem Leitungsteam zusammen.

Zuhören und ringen um konstruktive Lösungen

Hierbei sei an die designierten Teams gedacht, die jetzt eingeladen sind, zu überlegen und zu prüfen, ob sie die Aufgabe unter den veränderten Vorzeichen übernehmen wollen, informierte Generalvikar von Plettenberg. In den Seelsorgeräumen gehe es darum, die pastorale Entwicklung zu sichern in Feldern wie Liturgie, Inklusion, Katechese, Familien, geistliche und missionarische Initiativen. Damit könne das Bedürfnis nach pastoraler Nähe gestillt, gleichzeitig aber der Aufwand in kleinteiliger Verwaltung und Organisation reduziert werden.

Ausdrücklich stellten Bischof und Generalvikar klar, dass es sich bei diesen Überlegungen vorläufig nur um Ideen handele. Über alle Vorschläge werde jetzt synodal beraten, bevor konkrete Schritte mit Rom abgestimmt werden. 

Bischof Stephan Ackermann erklärte, er habe in den Gesprächen mit den diözesanen Mitarbeitern eine „hohe Bereitschaft zu konstruktivem Umgehen“ mit den neuen Anforderungen erlebt. Es gehe nun darum, das kirchliche Leben „geschmeidiger und offener“ zu gestalten, ohne faule Kompromisse zu schließen. Besonders wichtig sei ihm die Einheit des Bistums. „Es kann nur um einen gemeinsamen Weg gehen, aber nicht auf Kosten der Redlichkeit.“

Für die Einheit im Bistum Trier spricht auch Pfarrer Hans-Georg Müller, Moderator des Priesterrates. Er plädiert, jetzt vor allem aufeinander zu hören, zusammen zu finden und sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Nur mit aufmerksamem Zuhören und im gemeinsamen Ringen könnten konstruktive Lösungen für das Bistum gefunden werden.



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