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Heute ist dein Tag der Befreiung!

Foto: KNA
Sicherheitspersonal bildet einen Kreis um Kardinal Dieudonne Nzapalainga nach dessen Besuch im Dorf Bossangoa.

Heute ist dein Tag der Befreiung!

Von: Laurence Desjoyaux und Alexander Brüggemann | 28. Juni 2020
Der Erzbischof von Bangui in der Zentralafrikanischen Republik predigt unermüdlich Frieden in einem vom Krieg heimgesuchten Land. Sein Mut macht ihn zu einem der meistgehörten Männer in der Region.

Im Buschdorf Nana-Bakassa feiert Dieudonne Nzapalainga eine Messe unter der bereits hoch stehenden Sonne. Vor dem Altar, der unter einer einfachen Plane aufgestellt ist, spricht er Zuhörer an, die von einer Gruppe von Anti-Balaka-Milizionären als Geiseln genommen wurden. Und er weiß, dass sich auch junge Milizsoldaten unter das Publikum gemischt haben. „Gerechtigkeit wird langsam geschehen, aber sie wird geschehen“, sagt Nzapalainga. „Früher waren sie Bauern, dann haben sie zu den Waffen gegriffen und nennen sich jetzt Oberst oder General. Aber Vorsicht – im Gefängnis in Bangui habe ich viele Generäle gesehen!“

In seiner Predigt mahnt der Erzbischof aus der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik zum Frieden: „Wir beten zum Vater und sagen: ,Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.‘ Aber wir, die wir ein Elternteil oder unser Haus in dieser Krise verloren haben: Sind wir bereit, dem Anderen zu vergeben?“, fragt er und öffnet seine Arme weit. „Entwaffne dein Herz, und du wirst Frieden haben!“ Nach dem Gottesdienst erklärt er dann: „Unter den Zuhörern sind auch einige an einem Scheideweg. Ich versuche sie zu erreichen, ich sage ihnen: Es ist dein Tag der Befreiung!“

Region wurde jahrelange durch Konflikte erschüttert

Der Erzbischof ist auf Pastoralbesuch im Bistum Bossangoa im Nordwesten der Zentralafrikanischen Republik. Die Region wurde durch jahrelange Konflikte erschüttert. Im März 2013 marschierten Rebellen der Seleka-Koalition auf die Hauptstadt Bangui zu. Nachdem sie die Macht übernommen hatten, kehrten sie zurück, um sich in der Präfektur Ouham niederzulassen. Die Gruppe, zumeist Muslime, brachte jene zum Schweigen, die sich nicht beugten.

Als Reaktion wurden Selbstverteidigungsmilizen gebildet, die sogenannten Anti-Balaka. „Darüber hat es Verwirrung gegeben. Die Seleka wurden mit Muslimen und die Anti-Balaka mit Nicht-Muslimen, Christen und Animisten gleichgesetzt“, erklärt Bischof Nestor Nongo. Die Fixierung auf die Religion in einem vor allem politischen Konflikt verselbstständigte sich. Das Eingreifen der französischen Streitkräfte verhinderte ein noch größeres Blutbad.






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