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Wieder in Rücklagen gegriffen

Foto: Zeljko Jakobovac
Den Etat der Diözese stellten Manfred Wagner, Kirsten Straus, Dr. Gundo Lames, Dr. Ulrich Graf von Plettenberg und Judith Rupp vor.

Wieder in Rücklagen gegriffen

Von: Zeljko Jakobovac | 9. Februar 2020
Das Bistum Trier rechnet mit 22,3 Millionen Euro Verlust im Haushaltsplan für das Jahr 2020, der sich auf 480,5 Millionen Euro beläuft. Das Minus wird mit Hilfe von Finanzreserven ausgeglichen. Ein Konzept zur Haushaltssicherung ist in Sicht.

Bevor die Zahlen des Etats für  2020 vorgestellt wurden, sagte Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, dass die Haushaltsplanung für ein Bistum zunehmend komplex werde. Die finanziellen Ressourcen würden nicht nur aktuell vor allem aufgrund der Niedrigzinsen verstärkt in Anspruch genommen für Pensionsrückstellungen und zukünftig wegen der demografischen Entwicklung und der wachsenden Kirchenaustrittszahlen stark zurückgehen, betonte er am 30. Januar in Trier in einer Pressekonferenz zum Haushaltsplan 2020 und dem Geschäftsbericht 2019 (mit Jahresabschluss 2018).

„Der Geschäftsbericht enthält mit dem Rückblick auf die Erkundungsphase oder den Informationen zum Klimamanagement Zuversicht stiftende Berichte, aber auch einige deutliche Risikoanzeigen, weil klar ist, dass das Bistum in den nächsten Jahren Kosten reduzieren muss“, sagte Dr. Gundo Lames, Direktor für den Bereich „Ziele und Entwicklung“ im Bischöflichen Generalvikariat.

Defizit nimmt Reserven erheblich in Anspruch

Das betriebliche Geschäftsergebnis weise auch 2018 ein positives Ergebnis aus, das allerdings aufgrund erhöhter Personalaufwendungen deutlich unter dem des Vorjahrs liege, sagte Kirsten Straus, Direktorin für den Bereich Ressourcen. Das aufgrund der Rückstellungsbedarfe negative Finanzergebnis führe jedoch insgesamt zu einem Defizit, das die Rücklagen des Bistums in erheblichem Umfang in Anspruch nehmen müsse. „In diesem Zusammenhang gilt einer Begleitung der inhaltlichen Umsetzung der Synodenbeschlüsse mit einer behutsamen, aber nachhaltigen Haushaltssicherung die besondere Aufmerksamkeit“, sagte die Finanzdirektorin.

Den Haushaltsplan des Bistums über 480,5 Millionen Euro, dessen Defizit von 22,3 Millionen Euro mit einem Griff in die Rücklagen ausgeglichen wird, präsentierte Manfred Wagner, Leiter
des Arbeitsbereichs Haushaltplanung. 2020 rechnet die Diözese mit rund 457 Millionen Euro an Erträgen.

Den Löwenanteil macht die Kirchensteuer mit fast 340 Millionen Euro (rund 74 Prozent) aus. Zweitwichtigste Quelle sind mit fast 67 Millionen Euro (etwa 15 Prozent) Zuschüsse, die es im wesentlichen für Bistumsschulen und Religionsunterricht gibt. Auf Platz drei der Erträge sind die Staatsleistungen mit fast 20 Millionen Euro (rund 4 Prozent), die die Diözese von Rheinland-Pfalz und Saarland erhält.

Bei den Aufwendungen von 480,5 Millionen Euro stehen mit Abstand an der Spitze die territoriale Seelsorge und verwaltungsbezogene Unterstützung mit rund 157 Millionen Euro (fast 33 Prozent), die vor allem Kirchengemeinden und Dekanaten zugute kommt.

Es folgen katholische Schulen und Religionsunterricht mit gut 66 Millionen Euro (fast 14 Prozent), Kindertagesstätten mit rund 53 Millionen Euro (über 11 Prozent), Altersversorgung mit 50 Millionen Euro (rund 10 Prozent), Bistumsleitung und Bistumsverwaltung, sonstige Stellen mit 34,4 Millionen Euro (gut 7 Prozent) und Caritas mit fast 30 Millionen Euro (mehr als 6 Prozent).

Im Jahresabschluss 2018, der im Geschäftsbericht 2019 veröffentlicht ist, heißt es: „Die finanzielle Lage des Bistums ist insgesamt unverändert als kritisch einzustufen.“ Dort werden die Rücklagen der Diözese für 2018 mit 320,6 Millionen Euro beziffert. Ein Haushaltssicherungskonzept werde im Verlauf des Jahres 2020 „konkret“, schreibt der Generalvikar im Vorwort des Geschäftsberichts. Ziel ist es, bis 2024 einen mindestens ausgeglichenen Haushalt zu präsentieren.




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