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Die Büchereien als Orte von Kirche

Foto: Oliver Hilt
Dechant Benedikt Welter und Dorothee Steuer, Leiterin der Fachstelle für Büchereiarbeit, beim Treffen in Saarbrücken.

Die Büchereien als Orte von Kirche

Von: Oliver Hilt | 10. November 2019
Die Katholischen Öffentlichen Büchereien im Dekanat Saarbrücken haben sich auf ihrem Jahrestreffen auf die Arbeit in der künftigen Struktur der Pfarrei der Zukunft eingestimmt.

Es ist ein lebhafter Austausch an diesem Samstagvormittag bei der Konferenz der Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) im Dekanat Saarbrücken. Fast alle sind vertreten und blicken auf ein Jahr mit teils unterschiedlichen Entwicklungen und vielen Diskussionen zurück. Neun öffentliche Büchereien in den Ortsteilen und Gemeinden, dazu zwei in Krankenhäusern, gibt es im Dekanat, das ab dem nächsten Jahr zu einer der ersten Pfarreien der Zukunft wird. Diese Veränderung war folglich auch das beherrschende Thema. Ein „heikles Thema“, das viele Fragen nach der Zukunft der Arbeit vor Ort aufwirft.

„Es geht darum, dass die Büchereien ihre Chancen sehen, sich in die Pfarrei der Zukunft, die ja demnächst Gegenwart ist, einzubringen“, betont die Leiterin der Fachstelle für Büchereiarbeit, Dorothee Steuer. Die Chance sei, sich bewusst als Orte von Kirche zu verstehen.

Ob Bliesransbach, Kleinblittersdorf, Schafbrücke, Bischmisheim, Bübingen/Güdingen, Altenkessel oder die anderen, durchweg berichten die Teilnehmerinnen von einer lebendigen Zusammenarbeit vor Ort insbesondere mit Kindergärten und Schulen, aber auch im Bereich der Integration. „Wir betrachten uns als Ort der Begegnung, der Kommunikation und der Bildung“, bringt es eine Vertreterin auf den Punkt. 

Dechant Benedikt Welter würdigt die Arbeit vor Ort, sieht in ihr gerade in den neuen Strukturen eine wichtige Aufgabe: „Büchereien sind primär Begegnungsorte, und das brauchen wir in Zukunft noch viel mehr.“ Und „natürlich sind sie Orte der Kirche, das ist ein Grundanliegen“. Ihm ist wichtig, eine Grundidee der Synode hervorzuheben, nämlich „die Idee, dass vor Ort viel mehr gemacht werden kann“.

Dass einiges im derzeitigen Stadium der Umsetzung noch nach dem Prinzip von „trial and error“, also Ausprobieren, verlaufe, liege auch daran, dass ein solcher Prozess ohne Vorbild sei. Den Büchereien misst er in der Entwicklung eine wichtige Rolle als ein „Hotspot der Begegnung“ zu, was in Zukunft „noch wichtiger wird“.

Steffi Massuri von KÖB Kleinblittersdorf räumt, wie fast alle Kolleginnen, ein, dass der Prozess vor Ort noch Verunsicherungen hervorgerufen hat. „Wir können sehr autark handeln, wussten aber nicht, ob das in Zukunft noch möglich ist.“ Inzwischen betont sie aber eher die Chancen: „Wir haben Freiheit, vielleicht mehr, als wir gewöhnt sind. Wir müssen lernen, damit umzugehen.“

Eigentlich, meint Dorothee Steuer, arbeiten die Büchereien „schon so sehr im Sinne der Synode, als Treffpunkt, als Begegnungsstätte, sind integrativ“, und sie engagieren sich in den Gemeinden, in der Jugendarbeit und auf anderen Feldern. „Alle Aspekte, die die Synode formuliert hat, stecken in den Büchereien schon mit drin. Man muss es sich nur noch mal selbst bewusst machen.“

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    Seit 1926 gibt es den Borromäussonntag, der jeweils am Sonntag nach dem 4. November stattfindet und heute „Buchsonntag“ heißt. An diesem Tag soll auf die Tätigkeit der Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) und des Borromäusvereins in Bonn aufmerksam gemacht werden. In Deutschland arbeiten rund 2500 KÖBs mit dem Borromäusverein zusammen.



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