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Ein Mann des Dialogs

Foto: KNA
Der Chef der EU-Bischofskommission, Jean-Claude Hollerich, wird mit dem neuen Amt zum Kreis der Papstwähler gehören.

Ein Mann des Dialogs

8. September 2019
Der Papst hat 13 neue Kardinäle ernannt – darunter ist Luxemburgs Erzbischof Hollerich (61). Das Bistum Trier freue sich von Herzen mit der Nachbardiözese, gratulierte Bischof Ackermann.

Der Erzbischof von Luxemburg wird im Gefüge der Weltkirche eine noch bedeutendere Rolle spielen. Am 1. September  kündigte Papst Franziskus die Ernennung Jean-Claude Hollerichs zum Kardinal an. Erst im vergangenen Jahr hatte Hollerich das Amt des Vorsitzenden der EU-Bischofskommission COMECE übernommen.

Hollerich ist ein Mann der leisen Töne, unaufgeregt und diplomatisch. Das kam ihm kurze Zeit nach seiner Ernennung zum Erzbischof seines Heimatlandes im Jahr 2011 zugute. Als der liberale Premierminister Xavier Bettel 2013 Jean-Claude Juncker ablöste, dessen christsoziale Partei eng mit der katholischen Kirche verbunden war, geriet die alte, staatsnahe Kirchenstruktur ins Wanken. Es kam zu einschneidenden Reformen. Die Kirche erhielt deutlich weniger finanzielle Unterstützung vom Staat, der Religionsunterricht wurde abgeschafft.

Hollerich manövrierte das Erzbistum, das unmittelbar dem Heiligen Stuhl unterstellt ist, durch diese schwierigen Reformen. Die Pfarreien mussten neue Strukturen der Glaubensvermittlung aufbauen – mit Erfolg: Mittlerweile nehmen Tausende Kinder an der Pfarrkatechese teil. Doch in vielen Pfarreien gab es massive Widerstände gegen die Reform der lokalen kirchlichen Eigentums- und Finanzverhältnisse. Das hinterließ Wunden. „Es waren ohne Zweifel harte Jahre für unsere Diözese, auch für die Bistumsleitung“, schrieb Hollerich in einem Hirtenbrief.

Friedliches und gerechtes Europa für alle Menschen

In einem Glückwunschschreiben bringt der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann seine Hoffnung zum Ausdruck, dass auch Hollerichs Stimme als Vorsitzender der EU-Bischofskommission COMECE weiter an Gewicht gewinne. „In allen Auseinandersetzungen und Herausforderungen für unseren Kontinent in dieser Zeit ist es wichtig, dass die Kirche ihre Stimme erhebt für ein friedliches und gerechtes Europa für alle Menschen.“

Vier der 13 nominierten Kardinäle, die am 5. Oktober das purpurne Birett erhalten, stehen für die Begegnung von Kirche und Islam: Da ist Miguel Ayuso Guixot (67), Leiter des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, der Brite Michael Fitzgerald (82), der den Rat von 2002 bis 2006 leitete, Jakartas Erzbischof Ignatius Suharyo Hardjoatmodjo (69) in Indonesien, dem mit 227 Millionen Muslimen bevölkerungsreichsten muslimisch geprägten Land der Welt, und Cristobal Lopez Romero (67), Erzbischof im marokkanischen Rabat.

Die kämpfende Kirche in den unterschiedlichen Weltteilen repräsentieren auch Juan Garcia Rodriguez (71) aus Havanna, Alvaro Ramazzini (72) in Guatemala, Fridolin Ambongo Besungu (59) aus Kinshasa/Kongo sowie die beiden Emeriti Sigitas Tamkevicius (80) aus dem litauischen Kaunas und Eugenio Dal Corso (80), ehemaliger Bischof in Angola.

Eine besondere Aufwertung innerhalb der Kurie erfährt das Referat für Flüchtlinge und Migranten mit der Kardinalsernennung ihres Leiters Michael Czerny (73). Der Jesuit ist bislang einfacher Ordens­priester und Untersekretär. Dass er künftig ebenso Kardinal ist wie sein Chef Peter Turkson, Präfekt der Entwicklungsbehörde, ist ein Kuriosum. Eher historischen Gepflogenheiten folgend werden der vatikanische Archivar und Bibliothekar Jose Tolentino Mendonca (53) und der Erzbischof von Bologna Matteo Zuppi (63) Kardinäle – letzterer eine engagierte soziale Stimme aus dem Kreis der Gemeinschaft Sant’Egidio.

  • Info
    Das Kardinalskollegium berät den Papst und hat die Aufgabe, für die Papstwahl zu sorgen. Am Konklave dürfen nur jene Kardinäle teilnehmen, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.



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