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Fürchterliche Wahrheiten

Foto: imago images
„Keine Waffen mehr!“ fordern Demonstranten in der Grenzstadt Ciudad Juárez in Mexiko. Unter den Opfern von El Paso waren auch Mexikaner.

Fürchterliche Wahrheiten

Von: Bernd Tenhage | 11. August 2019
Papst Franziskus hat sich demonstrativ hinter die Leidtragenden der Schusswaffen-Attacken von El Paso und Dayton gestellt. Auch die katholischen Bischöfe der USA finden klare Worte.

Gewöhnlich überlässt es der Papst den nationalen Bischofskonferenzen, auf dramatische Ereignisse in ihrem Zuständigkeitsbereich zu reagieren. Im Fall des mutmaßlich rassistisch motivierten blutigen Angriffs eines Weißen auf einen Supermarkt in der texanischen Grenzstadt El Paso war es Franziskus aber offenbar wichtig, selbst öffentlich Solidarität mit den Betroffenen zu bekunden.

Er fühle sich den Opfern der Gewalt, die in diesen Tagen in Texas, Kalifornien und Ohio wehrlose Menschen getroffen habe, verbunden, sagte der Papst am 4. August auf dem Petersplatz in Rom. Anschließend betete er für die Dutzenden Toten und Verletzten der jüngsten Schusswaffen-Attacken in den USA.

Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, erklärte, die Geschehnisse vom 3. und 4. August konfrontierten die Gesellschaft „mit einer fürchterlichen Wahrheit“. Es lasse sich nicht mehr behaupten, es handele sich um einzelne Ereignisse. „Das ist eine Epidemie gegen das Leben, der wir mit Gerechtigkeit entgegentreten müssen.“ Die Bischofskonferenz forderte eine „effektive Gesetzgebung“, um der Bedrohung durch die leichte Zugänglichkeit von Schusswaffen in den USA Einhalt zu gebieten. „Die Geißel der Waffengewalt breitet sich unkontrolliert im ganzen Land aus“, schrieben die Bischöfe. Es sei an der Zeit, die Stimme für einen Wandel in Politik und Gesellschaft zu erheben.

Der Bischof von El Paso, Mark Seitz, nahm als Zeichen der Solidarität an einer ökumenischen Andacht für die Opfer teil. „Hier im Grenzland werden wir zusammenstehen“, versprach Seitz. Vertreter der katholischen Laien von El Paso erklärten, es zeuge von etwas „zutiefst Bösem in unserer Gesellschaft“, wenn Menschen im Alltag – ohne Vorwarnung – Opfer von Waffengewalt würden.

Besonders deutlich äußerte sich der Bischof von Lexington im US-Bundesstaat Kentucky. Mit Blick auf den mutmaßlich rechtsterroristischen Hintergrund des Massakers von El Paso klagte Bischof John Stowe: „Mehr sinnlose Waffengewalt“, „mehr weißer Nationalismus“, „mehr Verachtung für die Heiligkeit des menschlichen Lebens“. Und weiter: „Wir müssen eine liebende Gemeinschaft schaffen, wie sie Jesus als Vision hatte.“

Ein 21-jähriger Weißer wird verdächtigt, am 3. August in El Paso das Feuer auf die Besucher eines Supermarktes unweit der mexikanischen Grenze eröffnet zu haben. Dabei kamen über 20 Menschen ums Leben. 26 weitere wurden verletzt. In einem Bekennerschreiben, das allem Anschein nach vom Angreifer stammt, wurde die Bluttat als Reaktion auf eine angebliche „Invasion“ durch Latinos in die USA dargestellt. Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit selbst von einer „Invasion“ gesprochen. Kritiker werfen ihm vor, den Hass gegen Migranten mit seiner Wortwahl angefacht zu haben.

Der unter Verdacht stehende junge Mann, der in einer wohlhabenden Gegend vor den Toren von Dallas bei seinen Großeltern lebte, musste rund 1000 Kilometer reisen, um nach El Paso zu gelangen. Die Behörden ermitteln wegen Inlands-Terrors und Hassverbrechen. In dem Manifest, das im Internet kursiert, wird ausdrücklich Bezug auf den Todesschützen genommen, der im März in Christchurch in Neuseeland 51 Menschen in zwei Moscheen erschossen hatte.
Unterdessen herrscht über das mögliche Motiv des Schützen von Dayton in Ohio Rätselraten. Es gebe darauf noch keine Antwort, teilte die Polizei am 5. August mit. Ein 24 Jahre alter Weißer soll in der Nacht zum 4. August nahe einer Bar neun Menschen getötet haben, darunter seine eigene Schwester. Polizisten erschossen den Angreifer.

Bereits eine Woche zuvor hatte ein 19 Jahre alter Amokschütze mit einem Sturmgewehr das Feuer auf die Besucher eines Volksfestes im kalifornischen Gilroy eröffnet. Dabei kamen ein sechsjähriger Junge, ein 13-jähriges Mädchen und ein 20-jähriger Mann ums Leben.



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