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Zurück zum klugen Ökosystem der Natur

Foto: Ursula Schmieder
Die Freiwilligen treiben Vierkanthölzer zwischen die Bretter der Holzverschalung der Graben-Sperren. Es wird auch nachgemessen und korrigiert, damit sich das Wasser später ungehindert ausbreiten kann.

Zurück zum klugen Ökosystem der Natur

Von: Ursula Schmieder | 14. Juli 2019
Einsatz im Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Renaturierte Hangmoore sichern Artenvielfalt und Hochwasserschutz.

Im Thranenbruch, einem Hangmoor im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, breiten sich wieder zusehends Binsen aus. Dabei standen noch vor kurzem Fichten in dem über Generationen konsequent trocken gelegten ursprünglichen Feuchtgebiet. Ein weitverzweigtes Netz miteinander verbundener Entwässerungsgräben entzog dem Boden permanent Feuchtigkeit.

Angelegt wurden die Gräben, um die für Land- und Forstwirtschaft „wertlosen“ Bruchlandschaften als Nutzflächen zu erschließen. Heute, in Zeiten des nicht mehr zu leugnenden Klimawandels, sind die Prioritäten andere. Hunsrück-Brücher werden zwar nach wie vor auch im Interesse von Artenvielfalt renaturiert. Sie gewinnen aber ebenso als wertvolle Retentionsflächen, die bei Unwettern mit „Starkregen“ Wassermassen ausbremsen, an Bedeutung.

Auf dem Weg zur bunten Torfmoorlandschaft

Allerdings braucht es dafür intakte Moorlandschaften. Die Fällung der Fichten war ein erster Schritt zur vor drei Jahren angelaufenen „Wiedervernässung“ des stark gestörten Hangmoores. Gefördert von der Europäischen Union (EU), wird die Fläche abschnittweise renaturiert.

Vom oberen Rand aus gewinnt sie immer mehr ihres ursprünglichen Ausdehnungsgebietes zurück. Die sich ausbreitenden Binsen sind eine Art Zwischenstufe. Denn erst wenn die für Feuchtgebiete typische Pflanze wiederum selbst zurückgedrängt wird, setzt sich die eigentliche Brücher-Vegetation durch: vielfältige bunte Torfmoose. Sie beschleunigen die Ausdehnung von Brüchern, indem sie in die Fläche wachsen oder in die Höhe und so Torfbildung ermöglichen.

Die mehrwöchigen jährlichen Arbeiten orientieren sich an den hangabwärts verlaufenden Gräben. Freiwillige des Bergwaldwaldprojektes (Info) bauen anhand von Plänen an vorab markierten Stellen „Staue“, Holz-Sperren. Inzwischen gibt es bereits an die 1000 solcher Stauvorrichtungen im Abstand von 20 bis 30 Metern im Thranenbruch.

  • Info Bergwaldprojekt
    Seit 1991 organisiert der gemeinnützige Verein „Bergwaldprojekt“ mit Sitz in Würzburg ökologische Arbeitseinsätze mit Freiwilligen. Sie reisen auf eigene Rechnung an und arbeiten bei freier Kost und Logis meist eine Woche unentgeltlich. Es sind Menschen aus unterschiedlichsten Berufen und Studierende oder Rentner. Ihre Einsätze ergänzen Exkursionen, Fach-Vorträge und -Filme. Allein in Deutschland gibt es Projekte an rund 50 Orten zu Artenvielfalt, Ökosystemfunktionen und zum ressourcenschonenden Umgang mit der Natur. Das Bergwaldprojekt finanziert sich unter anderem aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden, Förderungen von Stiftungen, Kooperationspartnern und Unternehmen. Weitere Infos zur Zusammenarbeit im Nationalpark bei Jan Hoffmann, Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, Diether-von-Isenburg-Straße 7, 55116 Mainz, Telefon (0 61 31) 16 50 70. E-Mail Jan.Hoffmann@snu.rlp.de.
  • Hangmoore
    Die Hunsrücker „Brücher“, nieder- bis hochmoorähnliche Flächen, sind ein Alleinstellungsmerkmal des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Rings um den Erbeskopf gibt es etliche: das Morbacher Erholungsgebiet Ortelsbruch, Ober- und Unterluderbruch/ -langbruch, Auerhahn-, Ochsen-, Reh-, Käs- und Backofenbruch.

    Das EU-Life-Projekt „Hangmoore im Hochwald“ konzentriert sich auf benachbarte Flächen südlich des Erbeskopf-Gipfels: Caspars- Lang- und Riedbruch sowie östlich davon Thranenbruch. Sie sind 35 bis 122 Hektar groß und werden als Retentionsflächen wie als Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere wiederhergestellt. Mit dem bis Ende 2020 laufenden Live-Projekt stehen dafür gut zwei Millionen Euro zur Verfügung, davon die Hälfte von der EU.

    Träger ist die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, unterstützt von den Kooperationspartnern Bergwaldprojekt und Landesforsten mit dem 2015 gestarteten Nationalpark und mitfinanziert vom Umweltministerium und vom Naturschutzbund (Nabu).
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