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Kapitänin sofort freilassen!

Foto: Schneider
Pfarrer Leist setzte sich in St. Wendel mit 100 Menschen vor der Basilika für die private Seenotrettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer ein.

Kapitänin sofort freilassen!

Von: Hans Georg Schneider | 7. Juli 2019
Die saarländische Pfarrgemeinde St. Wendelin hat mit einer Aktion zur Solidarität mit Flüchtlingen und der Besatzung des Rettungsschiffs „Sea-Watch 3“ aufgerufen, das ohne Erlaubnis Italiens mit 40 Migranten an der Insel Lampedusa anlegte.

„Sofortige Freilassung der Kapitänin Carola Rackete, kein Zurückschicken der Flüchtlinge in die libyschen Folterkeller, und uneingeschränktes Agieren der noch verbliebenen NGOs“: Anton Stier, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Wendelin in St. Wendel, brachte es am 30. Juni auf den Punkt, warum nach der Abendmesse rund 100 Demonstranten die Stufen zur Wendelinus-Basilika besetzt hatten. In glühender Sonnenhitze, eingehüllt in goldfarbene Rettungsdecken, wie sie die Flüchtlinge beim Verlassen der Boote in Lampedusa tragen, erklärten Christen aus St. Wendel und Umgebung sich solidarisch mit den Flüchtlingen, die den lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer suchen, mit den Menschen in Lampedusa und der Besatzung des Rettungsschiffs.

„Eine beherzte, mutige Frau, die Menschenleben gerettet und sich für diese Menschen eingesetzt hat, wird angeklagt und wird in Haft genommen. Welch ein Armutszeugnis für Europa!“, protestierte Pfarrer Klaus Leist. „Herr Minister Salvini, öffnen Sie Ihr Herz und zeigen Sie Barmherzigkeit. Lassen Sie die Kapitänin, Frau Carola Rackete, frei. Heute, jetzt, sofort!“

Mit Pfarrei auf Lampedusa seit 2013 verbunden

Zu der Solidaritätsaktion eingeladen hatte die Pfarrei St. Wendelin, die seit 2013 mit der Pfarrei auf Lampedusa verbunden ist und deren Flüchtlingsarbeit unterstützt. Bisher habe man mit 42 000 Euro geholfen, sagte Pfarrer Leist. Dazu würden 3000 Euro kommen, die noch am Abend der Solidaritätsaktion überwiesen würden. Leist appellierte an „alle Menschen guten Willens“, sich der Solidaritätsaktion der Pfarrei anzuschließen und „sich mit uns für die Unantastbarkeit der menschlichen Würde und für eine bessere Welt einzusetzen“. Der Pfarrgemeinderat St. Wendelin beschloss, alle Kollekten bei der kommenden Wendelinus-Wallfahrt der Rettungsarbeit der „Sea-Watch 3“ zukommen zu lassen.

Derzeit kommen auf Lampedusa viele kleine Boote mit Flüchtlingen an, gab Pfarrgemeinderatsvorsitzender Stier neueste Informationen des Inselpfarrers Don Carmelo La Magra weiter: Viele ohne ausreichende Kleidung, oft verstümmelt, viele vergewaltigte Frauen. Die Pfarrei auf Lampedusa unterstütze diese Menschen mit Kleidung, mit Hinweisen auf rechtliche Unterstützung und medizinischer Hilfe. Viele Flüchtlinge würden zurückgeschickt ohne die Möglichkeit, einen Asylantrag zu stellen. Aktuell hätten Don Carmelo und Gemeindemitglieder, nur eingehüllt in die goldenen Rettungsdecken, auf dem Platz vor der Kirche übernachtet, um auf die Situation der Flüchtlinge auf der „Sea-Watch 3“ hinzuweisen. Nach der Verhaftung von Carola Rackete habe die Inselpfarrei der Kapitänin eine Unterkunft zur Verfügung gestellt, „damit sie nicht außerhalb von Lampedusa in den Knast muss“. Dort steht Rackete unter Hausarrest.

Mit Gebet und Spende solidarisch zeigen

Die Solidaritätsarbeit mit Lampedusa werde fortgesetzt, auch wenn die Medien längst wieder über andere Tragödien berichteten, betonte Stier. Er lud dazu ein, sich finanziell und im Gebet zu beteiligen. „Von guten Mächten treu und still umgeben“ hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Solidaritätsaktion zu Beginn gemeinsam gesungen und mit dem Lied „Wer unterm Schutz des Höchsten steht“ ihre Aktion in Gottes Hand gelegt.



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