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Brücken bauen statt Mauern

Foto: KNA
Papst Franziskus wird bei seiner Ankunft auf dem Flughafen von Sofia am 5. Mai von Regierungschef Bojko Borissow begleitet.

Brücken bauen statt Mauern

Von: KNA | 12. Mai 2019
Papst Franziskus hat in Bulgarien für ein kulturoffenes Europa und für ein gemeinsames Engagement der getrennten Kirchen geworben.

Zu Beginn seines Besuchs am 5. Mai in Sofia erinnerte er an die christlichen Wurzeln des Landes, die dessen „Berufung zur Begegnung“ lebendig hielten. Nach Regierungschef Bojko Borissow und Staatspräsident Rumen Radew traf der Papst die Leitung der bulgarisch-orthodoxen Kirche, deren Verhältnis zur Ökumene als schwierig gilt. Am Nachmittag feierte Franziskus mit mehreren Tausend Menschen eine Messe in Sofias Innenstadt.

In seiner Rede vor Politikern und Diplomaten im Präsidentenpalast rief der Papst das Land auf, wie in der Vergangenheit die Begegnung zwischen verschiedenen Kulturen, Ethnien und Religionen zu fördern. Bulgarien solle seine Tür vor Migranten nicht verschließen. Sorge äußerte Franziskus über die Abwanderung vor allem junger Menschen und über den Geburtenrückgang. In Anspielung auf den „Eisernen Vorhang“ sprach er von einem „Eisigen Vorhang“, der sich aus schwindendem Vertrauen in die Zukunft über weite Teile Europas gelegt habe.

Staatspräsident Radew betonte, Frieden habe nur dann Bestand, wenn Menschlichkeit und Toleranz zwischen Religionen, Ethnien und Konfessionen die Oberhand behielten. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hätten keinen Platz in der bulgarischen Gesellschaft. Brücken statt Mauern zu bauen, sei „die Botschaft unserer Zeit“.

Wunden am Leib Christi

Gegenüber dem bulgarisch-orthodoxen Patriarchen Neofit und dem obersten Leitungsgremium der Kirche, dem Heiligen Synod, erinnerte Franziskus an das Glaubenszeugnis verfolgter Christen, soziales Engagement und die Notwendigkeit der Glaubensweitergabe als Gemeinsamkeiten. Die Spaltung beklagte er als „Wunden am Leib Christi“. Wenn Gläubige beider Kirchen ihre Fehler einsähen, könnten sie „vielleicht die Freude der Vergebung wiederentdecken“.

Patriarch Neofit dämpfte ökumenische Erwartungen. In Glaubensdingen könne und dürfe es „keine Kompromisse“ geben, betonte er. Dass Franziskus nach „nur 17 Jahren“ als zweiter Papst nach Bulgarien komme, wertete Neofit als „Ausdruck des Respekts gegenüber der orthodoxen Kirche Bulgariens“.

Dem Mittagsgebet des Papstes und der Papstmesse blieben bulgarisch-orthodoxe Vertreter fern, während Repräsentanten anderer Kirchen sowie des Judentums und des Islams daran teilnahmen.

Der Herr der Überraschungen

In dem Gottesdienst am Nachmittag des 5. Mai ermutigte Franziskus Bulgariens Katholiken zu Vertrauen in die Zukunft. Gott sei „der Herr der Überraschungen“, sagte er. Zugleich warnte er davor, sich die Vergangenheit zurückzuwünschen. Allein in der Erfahrung, dass die Gegenwart nicht so sei, wie man erhofft hatte, liege eine „feine und gefährliche Versuchung“, die Arme hängen zu lassen. Christen sollten „die Heiligen sein, die dieses Land braucht“.

In Bulgarien leben laut Vatikanangaben 68 000 Katholiken, das sind weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Mehrheit gehört der bulgarisch-orthodoxen Kirche an. Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft bilden mit etwa zehn Prozent die Muslime.

Nach dem Besuch in Bulgarien reiste Papst Franziskus weiter nach Nordmazedonien (nach Redaktionsschluss dieser „Paulinus“-Ausgabe; Bericht folgt).



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