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Multimedial den Urwald von morgen erkunden

Foto: Ursula Schmieder
Auf rund 300 Quadratmetern erwartet den Besucher eine moderne Ausstellung mit Inszenierungen und interaktiven Exponaten.

Multimedial den Urwald von morgen erkunden

Von: Ursula Schmieder | 10. Februar 2019
Das Nationalpark-Tor Erbeskopf im Hunsrück begeistert mit einer neuen interaktiven Ausstellung.

Neugierig streifen Besucher durch den abgedunkelten Raum, den sie aufmerksam erkunden – und auffallend leise. Gerade so, als gingen sie durch reale Landschaften und nicht durch solche, die ihnen moderne Video- und Audiotechnik aufzeigen.

Die neue Ausstellung im Hunsrückhaus am Nationalpark-Tor Erbeskopf präsentiert teils Bekanntes, vor allem aber Unerwartetes – und das spannend und aktivierend zugleich. So können Besucher beispielsweise via Monitor Fichten fällen und Gräben verfüllen und so dabei helfen, Feuchtgebiete zu renaturieren. Denn wer selbst mit anpackt, beginnt zu verstehen, was Hangbrücher, Hochmoore mit seltener Tier- und Pflanzenwelt, so wertvoll macht.

Der noch junge Nationalpark Hunsrück-Hochwald hat etliche Besonderheiten zu bieten. In seinen oft unberührt wirkenden ausgedehnten Wäldern erwarten Wanderer große Rotbuchenbestände und Rosselhalden aus verwittertem Quarzitgestein. All das prägt das 2015 eröffnete Schutzgebiet, dessen Ausstellung „im Urwald von morgen“ willkommen heißt (Info).

Wege in die Wildnis ebnen interaktive Stationen mit neuester Medien- und Projektionstechnik. Auf 300 Quadratmetern machen sie Laune, sich spielerisch heran und mitten hinein in den künftigen Urwald zu pirschen. Besucher dürfen nicht nur, sie sollen sogar anfassen, ausprobieren und experimentieren. Dabei werden sie wie nebenbei umfassend informiert und ohne zugetextet zu werden. Wissenswertes wird knapp und präzise vermittelt – ob über Tiere und Pflanzen oder landschaftliche und geschichtliche Besonderheiten des Nationalparks, der das nördliche Saarland mit einbezieht.

Eintauchen in die Welt natürlicher Kreisläufe

Die auf diese Weise gewonnenen Eindrücke vermitteln eine Ahnung davon, wie es wohl ist, real in diese Welt einzutauchen, sich zu erholen in einem natürlichen Kreislauf. Und damit liegt die Ausstellung – technisch wie thematisch – im Trend.

Angebote, Natur aktiv mit allen Sinnen zu erleben, sind weiterhin sehr gefragt. Tourismusmessen bestätigen das seit Jahren. Auch Kirchen präsentieren sich dort – mit Wander- und Pilgertouren wie Jakobs- und Martinuswegen und mit besonderen Projekten.

Ein regionales Beispiel ist die einzige Kirche im Nationalpark (KiNa) in Neuhütten-Muhl (Info). Seit gut zwei Jahren ist sie eine beliebte Anlaufstelle für Menschen, die inmitten von Gottes Schöpfung Erholung und neue Energie suchen.

  • Ausstellung
    Besucher können miterleben, wie sich Urwald entwickelt, und Natur mit allen Sinnen erfahren und verstehen. Kernthemen wie Brücher und Moore, Landschaften und Lebensräume werden multimedial vermittelt. Zentrale Fragen dabei sind: „Warum gibt es einen Nationalpark? Was passiert, wenn die Natur wieder Natur sein darf? Ist Totholz wirklich tot oder doch voller Leben? Wozu sind Moore da? Welche Netzwerke bestehen zwischen Bäumen, Pilzen und Tieren?“

    Die Ausstellung (Eintritt frei) ist täglich geöffnet außer montags, 9 bis 17 Uhr, ebenso wie Bistro und Regionalladen. Realisiert wurde sie für etwa 500 000 Euro, finanziert vom Umwelt- und Forstministerium Rheinland-Pfalz, unterstützt mit zirka 200 000 Euro der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. 2020 soll ein Teil des Außengeländes hinter dem Hunsrückhaus mit einbezogen werden, was in Planung ist. Mit dem Nationalpark-Tor Erbeskopf entstehen zwei weitere Nationalpark-Tore: an der Wildenburg bei Kempfeld und am Keltenpark in Otzenhausen.
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