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So viele Treibhausgase wie nie

Foto: Imago
Die Menschheit bläst Treibhausgase in die Luft wie noch nie. Smog in der indischen Hauptstadt Neu Delhi am 13. November 2018.

So viele Treibhausgase wie nie

Von: epd/KNA/bs | 2. Dezember 2018
In der Atmosphäre befinden sich so viele Treibhausgase wie noch nie zu Lebzeiten des Menschen. Klimaforscher schlagen im Vorfeld der nächsten Klimakonferenz Alarm.

Messungen von Klimaforschern hätten für 2017 Rekordwerte von Kohlendioxid, Methan und anderen klimaverändernden Gasen gezeigt, erklärte der Generalsekretär der Weltwetterorganisation der Vereinten Nationen, Petteri Taalas, am 22. November in Genf. Er warnte, ohne eine schnelle Verringerung von Treibhausgasen werde der Klimawandel immer verheerendere und zunehmend unumkehrbare Auswirkungen auf das Leben auf der Erde haben. Die Chance, die Entwicklung noch zu stoppen, sei beinahe vertan.

Den Messungen der Wissenschaftler zufolge hat der Strahlungsantrieb, der die Aufheizung der Erde physikalisch beschreibt, seit 1990 um 41 Prozent zugenommen. Zu vier Fünfteln sei dafür Kohlendioxid verantwortlich, das vor allem durch die Verbrennung fossiler Stoffe wie Öl, Kohle und Gas entsteht. Eine vergleichbare Konzentration von Kohlendioxid habe die Erde „zum letzten Mal vor drei bis fünf Millionen Jahren erlebt“, erklärte Taalas. „Damals lag die globale Temperatur um zwei bis drei Grad über der heutigen und der Meeresspiegel war zehn bis zwanzig Meter höher als heute.“ Eine Umkehr des Trends, der extreme Wetterereignisse, den Anstieg der Meeresspiegel und die Versauerung der Ozeane zur Folge habe, ist Taalas zufolge nicht in Sicht.

Die Klimaforscher warnten zudem vor der Zunahme des Treibhausgases Trichlorfluormethan, das nicht nur das Klima aufheizt, sondern zusätzlich die filternde Ozonschicht zerstört. Das Industriegas wird trotz eines Verbots in China zur Herstellung von Isolierstoffen verwendet.

Edenhofer sieht zehn verlorene Jahre

Der Potsdamer Wissenschaftler Ottmar Edenhofer warf der internationalen Gemeinschaft im Vorfeld der anstehenden Klimakonferenz in Kattowitz Versagen vor. Im Paris-Abkommen von 2015 hätten sich die Staaten verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermindern, um das Klima zu stabilisieren, erklärte Edenhofer. „Diesem Versprechen werden sie, das zeigt die Forschung sehr klar, nicht mal annähernd gerecht.“

Die vergangenen zehn Jahre seien klimapolitisch eine verlorene Dekade gewesen, sagte Edenhofer. „Die Kohlendioxid-Emissionen steigen weiter, es werden weiter Kohlekraftwerke gebaut.“

Mit Blick auf den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Migration erklärte der Co-Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung: „Wer glaubt, dass die Flüchtlingsfrage vor allem polizeilich oder militärisch zu lösen ist, verweigert sich in absurder Weise der Realität. Wenn wir irgendwann in einer Welt leben, deren Durchschnittstemperatur vier oder fünf Grad höher liegt als noch vor der Industrialisierung, ist doch völlig klar, dass noch viel mehr Menschen aus Afrika neue Lebensräume in Europa suchen werden.“

Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif hat nur geringe Erwartungen an die bevorstehende Weltklimakonferenz. „Die Delegierten werden von einem Erfolg sprechen, ohne irgendetwas Konkretes beschlossen zu haben“, sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung vom 23. November.

„Klimaforscher warnen seit langem, aber jahrzehntelang wurde wider besseres Wissen nur halbherzig gehandelt“, meinte der am Kieler Geomar-Helmholtz-Zentrum tätige Forscher. „Der Ausstoß von Treibhausgasen steigt immer weiter, trotz des Pariser Abkommens“, sagte Latif mit Blick auf die neuen Zahlen der Weltwetterorganisation. „Es ist überhaupt nicht zu erkennen, dass sich irgendetwas verändert hat. Aus wissenschaftlicher Sicht muss ich sagen: Es gibt keinen Klimaschutz.“

Dass US-Präsident Trump den Klimawandel infrage stelle, nannte der Wissenschaftler „absurd“. Doch wolle er dem Präsidenten nicht die alleinige Schuld geben: „Auch vor Trump ist ja in der Klimapolitik kaum etwas passiert. Und auch Deutschland versagt.“

Vom 3. bis 14. Dezember findet  im polnischen Kattowitz die nächste UN-Klimakonferenz statt. Mehr als 20 000 Teilnehmer aus rund 200 Ländern wollen sich dabei unter anderem über verbindliche Regeln für einen besseren Klimaschutz verständigen.



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