Paulinus - Wochenzeitung im Bistum Trier

Paulinus - Kopfbereich:

Paulinus - Inhalt:
Paulinus - Hauptinhalt:
Einkaufen erlaubt – Freizeit verboten

Foto: Jugendwerk Don Bosco Trier
Die „Don Bosco Halle“ muss geschlossen bleiben. Das stößt bei Jugendlichen in Trier-West auf Kritik.

Einkaufen erlaubt – Freizeit verboten

Von: Martin Recktenwald | 11. März 2021
Trier:
Jugendliche in Trier-West fragen nach einer Öffnungsperspektive für das Don-Bosco-Haus.

Normalerweise ist hier immer Action: Ob auf dem Fußballplatz oder in der Halle – das Jugendwerk Don Bosco ist für viele im Trierer Westen regelmäßiger Treffpunkt am Nachmittag nach Schulende. Doch seit dem Corona-Shutdown im Dezember bleibt alles geschlossen. Und während durch die jüngsten Lockerungen die Geschäfte in Trier wieder Kunden begrüßen, stehen Jugendeinrichtungen in der offiziellen Prioritätenliste des Landes weit hinten. Von Öffnungsperspektiven ist aktuell keine Rede.

Unverständnis bei der Jugendlichen

Bei den Jugendlichen stößt das auf Unverständnis. Eine Gruppe von ihnen hat sich vor dem Gelände eingefunden, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. „Gestern war ich in der Stadt, da standen die Leute Schlange vor den Geschäften. Und wir dürfen hier nicht mal zu fünft Fußball spielen?“, wundert sich Noel Hoff. Er und seine Kumpels aus dem Viertel sind in normalen Zeiten Stammgäste bei Don Bosco im Haus der Offenen Tür. „Wir verabreden uns sonst meist schon morgens in der Schule und sind dann eigentlich täglich hier“, erzählt Alex Flesch. Im Sportverein sei Kicken jetzt zwar immerhin eingeschränkt wieder möglich, aber für die Freizeit zwischendurch fehle seit Monaten das Angebot im Stadtteil. Mehrere Mädchen aus der Gruppe sehen die Bedeutung des Jugendwerks ähnlich: „Wir kommen normalerweise von Montag bis Freitag hierher, weil‘s draußen einfach langweilig ist. In der Halle könnten wir Musik hören oder auch mal tanzen.“

Dabei sei es keineswegs so, dass die Jugendlichen nicht bereit wären, aus Solidarität in der Corona-Krise auf Dinge zu verzichten, meint Pater Reinhard Büker, Leiter des Jugendwerks Don Bosco Trier. „Wir haben hier in Trier extrem niedrige Inzidenz-Zahlen. Da kann man natürlich sagen: Glück gehabt! Aber tatsächlich haben die Jugendlichen dazu mit ihrem Verhalten auch einen Beitrag geleistet“, betont er. Sie hätten sich diszipliniert an die Hygiene-Regeln gehalten und beispielsweise wurde schon im Herbst 2020 die sehr beliebte, jährliche Urlaubsfahrt des Jugendwerks abgesagt.

Anliegen werden hintenangestellt

Was die Jungen und Mädchen kritisieren ist: Dass ihre Anliegen in der öffentlichen Diskussion hintenangestellt werden. Sowohl bei den Schließungen als auch jetzt bei den Öffnungen – nach der Meinung von Jugendlichen werde dabei wenig gefragt. „Die Kitas haben wieder geöffnet. Und in der Schule sitzen wir zu 15 in der Klasse. Da geht das mit Corona. Aber, wenn sich die gleichen Leute in der Freizeit treffen, ist es zu gefährlich?“, fragt Noel Hoff.

Gemeinsam mit den Jugendlichen hofft Pater Büker auf ein Signal der Landesregierung zur Perspektive von Einrichtungen wie dem Jugendwerk Don Bosco Trier. Einfach die nächsten Monate alles geschlossen halten, ist für sie keine Lösung. Denn damit fehle ein wesentlicher Teil des sozialen Lebens.

  • Jugendwerk Don Bosco Trier
    Seit 1947 ist „der Pater“ in Trier-West die erste Adresse am Ort, wenn es um die Frage geht, wo junge Menschen sich treffen und ihre Freizeit verbringen. Über die vielen Jahre der Präsenz haben sich drei Angebotsschwerpunkte entwickelt: das Haus der Offenen Tür mit seinem umfangreichen Raumangebot und einem großen Außengelände, der Spielbus BoscoMobil als rollender Kinder- und Jugendtreff sowie die Fußballhalle. Die offene Kinder- und Jugendarbeit „im Pater“ ist fest eingebunden in den Stadtteil. Sie arbeitet mit den lokalen Akteuren der sozialen Arbeit vor Ort gut zusammen und sieht einen besonderen Schwerpunkt in der Kooperation mit der hiesigen Schule. Darüber hinaus sind Hilfen zur beruflichen Orientierung ein fester Bestandteil der Angebote. Seit gut 25 Jahren betreut die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos auch die Pfarreien auf der linken Moselseite. Weitere Informationen gibt es unter www.donboscotrier.de im Internet.



Paulinus - Marginalinhalt:

Im Blickpunkt

„Paulinus“-Leserreisen 2021

Es gibt wegen der Corona-Pandemie derzeit leider keine neue Planung für das kommende Jahr.


Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


Einfach Leben

Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.


Synode im Bistum Trier

Die Synode wurde am 29. Juni 2012 von Bischof Ackermann ausgerufen. Die Trierer Bistumssynode hat ihr Abschlussdokument „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“ am 30. April 2016 verabschiedet.



Video

  • Musik im Gottesdienst
    Einen Gottesdienst regelmäßig besuchen – für viele junge Menschen kommt das nicht in Frage. Kann man mit anderer Musik junge Leute erreichen? „Paulinus“-Redaktionsmitglied Johannes Weedermann hat einen Pop-Gottesdienst in Saarbücken-Schafbrücke besucht. Das Duo „Yannisha“ singt „Stand by me“ (Video: Johannes Weedermann).
  • Bischof Ackermann dankt Kitamitarbeiterinnen und -mitarbeitern
    In einer Videobotschaft hat Bischof Dr. Stephan Ackermann sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den katholischen Kindertagesstätten im Bistum gewandt und ihnen herzlich für ihren Einsatz auch unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Pandemie gedankt (Bericht im "Paulinus").
  • Synodenumsetzung
    Das Bistum Trier hat ein mit dem Vatikan abgestimmtes Konzept angekündigt, wonach es sich zukünftig in maximal 172 Pfarreien und 35 Pastoralen Räumen neu aufstellen will.
  • Gedenken
    Das ökumenische Gebet beim heutigen Gedenken an die Toten, Verletzten und ihre Angehörigen der Amokfahrt in Trier haben Weihbischof Franz Josef Gebert und Superintendent Dr. Jörg Weber gesprochen (Video: Zeljko Jakobovac).
  • Virus trifft Schwächste am härtesten
    Prof. Dr. med. Wolfram Henn, Mitglied des Deutschen Ethikrates und Professor für Humangenetik an der Universität des Saarlands, hat beim "DomWort" über "Leben mit dem Virus - Welche Schranken sind unserem Handeln gesetzt?" gesprochen.
  • Weitere Videos
    Weitere Videos des Paulinus finden sich auf www.youtube.com/PaulinusTrier




Paulinus - Fuss: