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Die Krise trifft die Armen hart

Foto: Marienberg
Pfarrer Lisowski (Mitte) bei seinem Besuch in der Bistumsschule. Orientierungsstufenleiter Schambortski (links) und Schulseelsorgerin Dausner-Hammes (rechts) moderierten die Gespräche mit den Fünft- und Sechstklässlern.

Die Krise trifft die Armen hart

Von: red | 24. Januar 2021
Boppard:
Konrad Lisowski ist aktuell der einzige aktive Priester aus der Diözese, der im Rahmen der Bistumpartnerschaft in Bolivien tätig ist. Bevor in Rheinland-Pfalz der Präsenzunterricht eingestellt wurde, berichtete er in der Bischöflichen Realschule Marienberg in Boppard von seiner Arbeit.

Der Marienberg unterstützt seit Jahren in Bolivien soziale Projekte des kürzlich verstorbenen Priesters Lothar Brucker, zuletzt eine Schule in Supachuy. Die Verbindung zu Lisowski geht auf dessen Kaplanszeit in Boppard vor zehn Jahren zurück.

Der gebürtige Pole, der in Koblenz aufgewachsen und seit 2013 im Partnerland der Diözese tätig ist, stellte vor Fünft- und Sechstklässlern das Leben und die Arbeit in seiner Hochlandpfarrei in El Alto vor. Eingeladen hatten ihn Schulseelsorgerin Anja Dausner-Hammes sowie Orientierungsstufenleiter Torsten Schambortski. Wenn es die Coronalage zulässt, sollen die fünften und sechsten Klassen der Bistumsschule im Frühling an einem Spendenlauf zugunsten eines Sozialprojekts in Lisowskis Gemeinde teilnehmen.

Kinder arbeiten auf dem Markt oder als Schuhputzer

„Die Kinder in Bolivien sind ganz normal“, berichtete Lisowski bei seinem Vortrag. Sie trügen Jeans oder Jogginghosen, hätten Han­dys – wenn auch nicht die neuesten – und gingen zur Schule. „Aber aufgrund der Armut im Land müssen viele Kinder auch zum Lebensunterhalt der Familien beitragen“, sagte der 44-Jährige. Zu diesem Zweck gingen zahlreiche Kinder mit ihren Eltern auf den Markt und verkauften selbst hergestelltes Kompott oder selbst angebautes Gemüse. Die Ärmsten arbeiteten als Schuhputzer.

Lisowski betonte, Corona stelle das Land vor große Herausforderungen. Vier Monate lang habe es einen kompletten „Lockdown“ gegeben. Nur zu festgelegten Zeiten habe man zum Einkaufen gehen dürfen. Für die Schulkinder habe es Unterricht in Form von Videokonferenzen gegeben. Aber das dafür nötige Internet müsse man sich erst einmal leisten können. Ein entsprechender Zugang fürs Handy koste pro Tag umgerechnet 1,50 Euro. „Das klingt nicht nach viel – im Vergleich zu unserem Einkommen entspricht das aber täglich zehn Euro.“ Kaum jemand habe dafür genügend Geld.

Durch fehlende Krankenversicherungen und Verdienstausfälle fehle es der Bevölkerung oft am Allernötigsten. „Während des Lockdowns habe ich Essenspakete mit Öl, Mehl, Zucker und Nudeln verteilt“, erzählt der Priester.

Beim Spendenlauf soll für ein Projekt von Ordensschwestern gesammelt werden, die für Kinder Hausaufgabenbetreuung und tägliche Mahlzeiten bieten. In Coronazeiten seien die Schwestern umgestiegen auf das Verteilen von Essenspäckchen. „Viele Familien könnten ohne diese Rationen nur schwer überleben“, unterstreicht Lisowski. Mit Spenden könne man es schaffen, das Projekt auch mittelfristig zu finanzieren.

In jedem Hilfsbedürftigen kann man Gott begegnen

„Wahrscheinlich bin ich ein Weltverbesserer“, sagte der Priester zur Frage, was ihn an Bolivien angezogen habe. Er wisse zwar, dass er nicht die ganze Welt verändern könne, aber zumindest könne er Einzelnen etwas Gutes tun. Durch seinen Glauben sei er überzeugt davon, in jedem Armen und Hilfsbedürftigen Jesus zu begegnen.



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