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Kreative Lösungen für schwierige Zeiten

Foto: Elvira Bell
Um die Flexibilität zu erhöhen, ersetzen Stühle bis Ostern die traditionellen Bankreihen (links Pfarrer Stefan Dumont).

Kreative Lösungen für schwierige Zeiten

Von: Elvira Bell | 20. Dezember 2020
Andernach:
Stuhlinseln statt Kirchenbänke und ein kunstvoller kontaktloser Weihwasserspender: Die Andernacher Pfarrei Maria Himmelfahrt geht neue Wege, um in der Pfarrkirche den Heraus­forderungen der Corona-Pandemie zu begegnen.

Zum Start des neuen Kirchenjahrs wurden die knapp 50 Bänke des Gotteshauses, das im Volksmund auch liebevoll „Mariendom“ genannt wird, von Ehrenamtlichen nach draußen getragen. Sattelschlepper brachten sie in eine Lagerhalle der Stadtwerke, wo sie bis Ostern bleiben und dann zurückkehren sollen.

Der Gedanke sei entstanden, als man im Pfarrgemeinderat die Problematik der Corona-Abstandsregeln diskutiert habe, erklärt Pfarrer Stefan Dumont. „Durch die Anordnung der Bänke und den Mindestabstand von anderthalb Metern ging viel Platz verloren.“ Normalerweise können in der Kirche knapp 300 Menschen Platz nehmen – durch die Pandemie-Vorgaben waren es nur noch 80 Plätze. Das Gremium habe sich dafür ausgesprochen, ein Experiment zu wagen und die Bänke zeitlich befristet auszulagern. An ihrer Stelle wurden 100 Stühle aufgestellt, die zum Jubiläumsjahr angeschafft worden waren und mehr Flexibilität bieten. Für Paare oder Familien könne man die Sitzgelegenheiten zu Inseln gruppieren. Möglich sei auch, die Stühle in einem großen Kreis auf Abstand aufzustellen – oder auch mal alle an die Seite zu räumen. „Der Raum strahlt so noch mehr Weite aus und mit den mächtigen Säulen, den halbrunden Bögen und den vielen kleinen Räumen links und rechts sowie auf der Galerie zugleich Geborgenheit“, ist Dumont begeistert. Vielleicht sei das ein Eindruck, „der gerade jetzt gut tut: Weite und Geborgenheit“.

Weihnachtskrippe auf den Altarstufen

Noch steht ein großer Adventskranz in der Mitte des Kirchenschiffs. Zu Weihnachten soll die alte Weihnachtskrippe ins Zentrum des Geschehens rücken. Statt wie sonst im Seitenschiff wird sie dieses Jahr ihren Platz auf den Altarstufen finden. Dumonts Idee ist, „dass wir die Leute am Heiligen Abend vor der Kirche zu kurzen Wortgottesdiensten empfangen, ihnen die Weihnachtsbotschaft mitgeben, und sie dann im coronakonformen Abstand ins Innere führen. Sie machen sich auf den Weg zur Krippe, die vom Eingang aus gut zu sehen ist“. Durch den bankleeren Raum könnten sich die Gläubigen langsam nähern, schauen und staunen, das Gotteshaus dann durch die Seitentüren wieder verlassen und auf Wunsch das „Friedenslicht aus Bethlehem“ mitnehmen. Darüber hinaus werde es eine Mitternachtsmette geben, die auch live im Internet übertragen wird.

Neben der befristeten Umgestaltung des Innenraums kann Maria Himmelfahrt seit November mit einer weiteren spektakulären Neuerung aufwarten: einem kontaktlosen und doch liturgisch würdigen Weihwasserspender.

Provisorium sorgte für lustige Szenen

Nachdem die Handbecken bereits im Frühjahr trockengelegt werden mussten, hatte man zunächst über dem Taufbecken einem mit gesegnetem Wasser gefüllten Desinfektionsmittelspender als Provisorium installiert. „Das führte oft zu lustigen Szenen, weil das Gerät nicht so heiligmäßig aussah – viele meinten, es sei Desinfektionsmittel drin, obwohl Weihwasser dranstand. Statt damit das Kreuzzeichen zu machen, rieben sich die Besucher die Hände ein“, lacht Dumont.

Die Übergangslösung ist passé – nun sorgt im Eingangsbereich ein massiver Desinfektionsspender aus Stahl mit einem schlichten schwarzen Kreuz und vergoldetem Inneren für Aufsehen. Der Prototyp wurde zu Demonstrationszwecken von der Firma Mahr aufgestellt. Ein Sensor sorgt für eine berührungslose Weihwasserdosis von 0,7 Milliliter.

Entworfen wurde das Gerät von der preisgekrönten Architektin Eva von der Stein, von der auch die neuen Turmkreuze der Kirche stammen. „Der Weihwasserspender hat Stil, passt zum Sakralraum und ist – hoffentlich – selbsterschließend. Man soll ihn sehen und wissen, was das ist“, betont der Pfarrer.



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