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Gedanken von Passanten auf das Papier bringen

Foto: Ursula Schmieder
Pastoralreferentin Annette Bollig und Gemeindereferent Christoph Eiffler (links) mit Wochenmarktbesucher Burkhard Graul in Thalfang.

Gedanken von Passanten auf das Papier bringen

Von: Ursula Schmieder | 1. November 2020
Thalfang/Bernkastel-Kues/Morbach:
Seelsorger des Dekanates Bernkastel haben sich an verschiedenen Orten umgehört, ob und warum sich Menschen ausgebremst fühlen.

Einfach mal kurz innehalten in der Hektik des Alltags und in sich hineinhorchen, um sich mit Dritten über Eindrücke auszutauschen. Mit diesem ungewöhnlichen Angebot machten sich Pastoralreferentin Annette Bollig und Gemeindereferent Christoph Eiffler auf den Weg durch das Dekanat Bernkastel. An Orten wie dem Karlsbader Platz und einem Lebensmittelmarkt in Bernkastel-Kues, am Morbacher Friedhof und beim Wochenmarkt in Thalfang konfrontierten sie Passanten mit der Frage „Ausgebremst?“. Dieses Wort stand zu Beginn jeder Aktion ganz oben auf dem großen Schreibblock ihres vor Ort aufgestellten Flipcharts.

Da sie mit ihrem Denkanstoß auf ein immer wieder anderes Publikum und eine stets andere Atmosphäre trafen, sahen sie sich verschiedenen Überlegungen gegenüber. In Bernkastel-Kues sei die Stimmung beispielsweise „total locker“ gewesen, erinnert sich Bollig noch gut an viele Passanten, darunter überwiegend Touristen: „Es war tolles Wetter und die Corona-Situation noch entspannt und relativ weit weg.“ In Thalfang erwartete sie – zwei Monate später und wenige Tage, nachdem sich mehrere Personen mit dem Virus infiziert hatten – eine andere Situation. Besucher des Wochenmarkts hätten anfangs verhalten reagiert, berichtet Bollig. Allerdings habe sich das nach aktiver Ansprache rasch geändert.

Dass Bollig erste Überlegungen von Passanten kunstfertig aufs Papier brachte, begünstigte es laut Eiffler zusätzlich, dass sich intensive Gespräche entwickelten. Überrascht an den verschiedenen Orten habe sie die immer wieder andere Thematik der Passanten. Deren Eindrücke reichten vom Ausbremsen im Berufsleben – durch Kollegen, Chef oder Vorschriften – über Erkrankungen und altersbedingte Einschränkungen bis zum „Ausgebremst-Fühlen“ im familiären Umfeld oder auch im ökologischen Sinn.

Ergänzt hätten sie positive Sichtweisen wie die, sich nicht ausgebremst zu fühlen oder die aktuelle Pandemie als Chance zu sehen. So etwa dank mehr Zeit für die Familie, ein neues Gespür für Dankbarkeit oder, dass man wieder lerne, Rücksicht zu nehmen: „Corona ist da aber nur ein Aspekt und wird nicht immer als erster genannt.“

Wochenmarktbesucher Burkhard Graul, Ortsbürgermeister von Thalfang, begrüßt die Initiative und ebenso die Art der Befragung. „Das ist eine ganz tolle Aktion, die zum Nachdenken anregt.“ Und das sei ganz wichtig. Vor allem in der jetzigen Zeit, in der sich Menschen zunehmend wegen der zweiten Welle der Pandemie sorgten. Bolligs Visualisierung spiegele all das wider und eröffne Einblicke in positive wie negative Sichtweisen der Menschen.



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