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Die Berufungsfrage bleibt

Foto: Norbert Choitz
Theologin udn Weinprinzessin: Carolin Hillenbrand.

Die Berufungsfrage bleibt

Von: Sandra Röseler | 22. Oktober 2020
Was hat Gott mit mir vor? Das hat sich Carolin Hillenbrand schon mit 15 gefragt. Mit 27 weiß sie: Es können sehr verschiedene Dinge sein: Mal schickt er sie ins Ausland, mal in die Uni, und mal auch auf Weinfeste.

Mit 15 habe sie sich eine Liste gemacht, sagt Carolin Hillenbrand, mit Dingen, die sie in ihrem Leben einmal erreichen will. Mittlerweile ist sie 27 – die Liste schaut sie sich ab und zu immer noch an. Einige Wünsche darauf hat sie sich schon erfüllt: eine Orgelausbildung zu machen zum Beispiel. Andere wird sie wahrscheinlich nie abhaken können.

Als 15-Jährige dachte sie noch, dass sie vielleicht mal katholische Priesterin werden könnte. „Das wird in diesem Leben eher nicht mehr klappen“, sagt sie und lacht zwar – wirkt dabei aber nachdenklich. Denn es gibt einen Vorsatz auf ihrer Liste, nach dem Hillenbrand heute noch lebt: ihre Berufung zu finden – und ihr zu folgen. Mit 15 habe sie unbedingt herausfinden wollen, was Gott für sie vorgesehen hat, sagt sie.

Ihre Amtszeit als Deutsche Weinprinzessin geht gerade zu Ende

Hillenbrand sitzt in einem Café in Münster, wenige Gehminuten entfernt vom Institut für Religion und Politik, an dem sie promoviert. Zurzeit untersucht sie dort, welche Rolle die Religion beim Umgang mit der Coronakrise spielt. Während sie von ihrem Glauben und ihrer Forschung erzählt, vibriert ihr Handy: das Deutsche Weininstitut mal wieder. Es geht um einen ihrer letzten Auftritte als Deutsche Weinprinzessin. Ihre Amtszeit geht gerade zu Ende.

Auch wenn sie ihren Kindheitswunsch, Priesterin zu werden, wahrscheinlich nicht verwirklichen kann, sieht sie ihre Berufung weiterhin in der katholischen Kirche. Sie will sich für eine zukunftsfähige Kirche einsetzen, spricht davon, dass man selbst für die Veränderung sorgen muss, die man in der Welt sehen will.

Eine Berufung zu haben, bedeutet für sie eben auch, nicht einfach hinzuschmeißen und die Kirche zu verlassen, weil sie Dinge wie Weiheämter für Frauen nicht sofort herbeizaubern kann. „Es bedeutet, sich immer wieder zu fragen: Was hat Gott mit mir vor? Und was kann ich mit meinen Möglichkeiten beiwirken?“

Den kompletten Artikel lesen Sie im "Paulinus".




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