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Sterben in Würde ermöglichen

Foto: Landesregierung
Beim Jubiläum in der Saarbrücker Congresshalle von links: Ministerpräsident Tobias Hans, Schirmherrin Annegret Kramp-Karrenbauer, LAG-Vorsitzender Paul Herrlein und Gesundheitsministerin Monika Bachmann.

Sterben in Würde ermöglichen

Von: red | 20. September 2020
Saarbrücken:
Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Hospiz hat mit prominenten Gästen ihr 20-jähriges Bestehen begangen. Die Jubiläumsfeier fand im Rahmen des 10. Saarländischen Hospiztags in der Saarbrücker Congresshalle statt.

Die im Jahr 2000 gegründete LAG vereint unter ihrem Dach alle ambulanten und stationären hospizlich-palliativen Institutionen, von denen die meisten in katholischer Trägerschaft sind. Sie setzt sich für die Verbesserung der flächendeckenden Versorgung Schwerstkranker und Sterbender sowie deren Angehöriger ein.

In seiner Begrüßung lobte Vorstandsvorsitzender Paul Herrlein die seit vielen Jahren konstruktive Zusammenarbeit mit der Landesregierung. In Gegenwart von Ministerpräsident Tobias Hans und der Ministerin für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie, Monika Bachmann (beide CDU), betonte Herrlein, es dürfe kein Ausruhen auf dem Erreichten geben. Stattdessen gelte es, neben dem Anspruch auf medizinisch-pflegerische Palliativversorgung auch die psychosoziale Begleitung von Betroffenen und Angehörigen weiter zu stärken.

Als Schirmherrin erinnerte die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer in ihrem Grußwort an den ersten Artikel des Grundgesetzes. Die unantastbare Würde des Menschen sei die Grundlage der Hospizarbeit, die ein Sterben in Würde ermögliche. Die Hospizarbeit sei eine Antwort auf die aktive Sterbehilfe.

Ministerpräsident Hans berichtete von persönlichen Erfahrungen und lobte das haupt- und ehrenamtliche Engagement in der Hospizarbeit.

Bachmann betonte, menschenwürdiges Leben und menschenwürdiges Sterben gehörten zusammen: „Eine humane Gesellschaft muss beides garantieren. Bei uns im Saarland ist es die LAG, die dieses wichtige gesellschaftliche Anliegen einfordert und in den Diskurs einbringt.“

Festvortrag skizziert Entwickung seit 1990

Regionalverbandspräsident Peter Gillo und Oberbürgermeister Uwe Conradt betonten die besondere Rolle der Hospizarbeit in Zeiten des demographischen Wandels. Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbands, würdigte das unbeirrte Engagement Herrleins in den Verhandlungen um die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SPAV) auf Bundesebene.
In ihrem Festvortrag nahm Martina Kern vom Malteser-Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg als palliative Pionierin der ersten Stunde die hundert geladenen Gäste mit auf eine Reise durch die Geschichte der deutschen Hospiz- und Palliativbewegung.

Sie unterschied drei Phasen der Entwicklung: Die erste, von etwa 1990 bis 2000, beschrieb sie als Pionierphase. In dieser Zeit entstanden die ersten Palliativstationen und stationären Hospize. Von 2000 bis 2010 sei die Hospizarbeit in eine Phase der Institutionalisierung eingetreten – Standards wurden entwickelt, hauptamtliche Hospizfachkräfte etablierten sich, die Hospizarbeit wurde professionalisiert, der gesetzliche Anspruch auf SAPV durchgesetzt. Im vergangenen Jahrzehnt sei die frühzeitige Integration der Betroffenen und Angehörigen in die hospizlich-palliative Versorgung stärker in den Blick gerückt. Die Vernetzung aller, die an der Begleitung und Versorgung Sterbender beteiligt sind, sowie die Koordination der Leistungen gewännen an Bedeutung und seien Aufgaben, die in die Zukunft reichten.

Kern erklärte, die Hospizarbeit dürfe sich auch den Sterbewünschen von Schwerstkranken nicht verschließen. Häufig bestünden Todeswunsch und Lebenswille nebeneinander. Die Hospizarbeit müsse sich den mit den Sterbewünschen verbundenen Fragen stellen.

Zum Abschied dankte Herrlein allen haupt- und ehrenamtlichen Hospiz- und Palliativmitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz.

Im Saarland engagieren sich für die Hospizarbeit und Palliativversorgung aktuell 32 stationäre oder ambulante Einrichtungen sowie Dienste mit über 300 hauptamtlichen Mitarbeitern. Außerdem sind rund 750 Ehrenamtliche in der Hospizarbeit im Einsatz.



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