Paulinus - Wochenzeitung im Bistum Trier

Paulinus - Kopfbereich:

Paulinus - Inhalt:
Paulinus - Hauptinhalt:
Feiern in schwierigen Zeiten

Foto: Stefan Endres
Das Innere des Gotteshauses mit Bildern von Werner Persy.

Feiern in schwierigen Zeiten

Von: red | 28. Juni 2020
Wittlich: Doppeljubiläum in der früheren Klosterkirche St. Paul in Wittlich-Wengerohr: Vor 50 Jahren wurde das Gotteshaus geweiht, vor zehn Jahren zur Autobahnkirche ernannt. Gefeiert wird in coronabedingt kleinem Rahmen mit einem Gottesdienst am 28. Juni. Die Zukunft der Kirche ist weiter ungewiss.

Weitere Veranstaltungen und Gottesdienste, die aus Anlass des Doppeljubiläums geplant waren und aufgrund der Pandemie abgesagt werden mussten, sollen nächstes Jahr nachgeholt werden.

Der Kirchenbau, der vor 50 Jahren die zu klein gewordene Hauskapelle der Steyler Missionare ersetzte, war am 12. Juli 1970 von Weihbischof Carl Schmidt unter großer Beteiligung der Bevölkerung und vieler Ehrengäste konsekriert worden. Viele privaten Spenden aus den umliegenden Orten hatten als Ausdruck der Verbundenheit mit dem Missionshaus zur Errichtung beigetragen.

Die Kirche wurde von Architekt Peter van Stipelen unter dem Eindruck der Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils gestaltet. Das Zeltdach verweist auf das Bild der Kirche als wanderndes Volk Gottes. Der in der Mitte des Quadratbaus positionierte Altar  betont den Gemeinschaftscharakter der Eucharistiefeier (Communio).

Die Stirnwand wurde mit Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons Paulus unter Berücksichtigung der Steyler Spiritualität von dem Trierer Künstler und langjährigen „Paulinus“-Illustrator Werner Persy (1924–2017) gestaltet. Von ihm stammen auch der Kreuzweg und der Tabernakel. Die Altarinsel hat Hanns Scherl (1910–2001) aus Wittlich geschaffen. Bemerkenswert ist außerdem die spätgotische Pieta von 1520 – eine Leihgabe des Landkreises Bernkastel-Wittlich.

Die Kirche steht unter Denkmalschutz und gilt als herausragendes Zeugnis der zeitgenössischen Bauweise.

Zur Autobahn- und Radwegekirche gewandelt

Als 2007 das Missionshaus St. Paul geschlossen und die Klostergebäude mitsamt den dazugehörenden Liegenschaften verkauft wurden, stellte sich die Frage, was mit dem von vielen Menschen als kirchliche Heimat empfundenen Gebäude geschehen sollte.

Ein Freundeskreis beantragte, die Kirche zu einer Autobahnkirche zu entwickeln – mit Erfolg. Nach Bestätigung der dafür erforderlichen Kriterien fand am 27. Juni 2010 im Rahmen eines feierlichen ökumenischen Gottesdienstes die Ernennung statt. 2012 wurde dem am beliebten Mosel-Maare-Radweg gelegenen Gotteshaus von der Evangelischen Kirche im Rheinland zusätzlich der Titel „Radwegekirche“ verliehen.

Der 220 Mitglieder umfassende Förderverein hat das Gebäude von der Immobiliengesellschaft St. Paul gepachtet und muss für den „Betrieb“ aufkommen, erhält aber keine kirchliche oder staatliche Unterstützung.

Ausgerechnet zum Doppeljubiläum steht das Projekt vor großen Herausforderungen: Der bisherige Seelsorger Pater Dr. Ralf Huning hat seinen Dienst zum 1. März beendet, ein Nachfolger ist nicht zu erwarten. Verhandlungen mit dem Bistum über einen neuen Status und eine eventuelle Beteiligung konnten wegen der Coronakrise und der aufgeschobenen Pfarreienreform nicht wie geplant stattfinden.

Der Pachtvertrag laufe zum Jahresende aus, teilte Wolfram Viertelhaus als Vorsitzender des Fördervereins mit. „Wir hoffen auf die weitere treue Unterstützung unserer Mitglieder. Diese denkmalgeschützte Kirche ist vielen Bewohnern des Wittlicher Tals und darüber hinaus so wichtig, dass eine sinnvolle Fortführung des erfolgreichen Projekts St. Paul zu erhoffen ist“, sagte er.

  • Festgottesdienst
    Der Förderverein lädt am 28. Juni um 10.30 Uhr in die Autobahn- und Radwegekirche zu einem Jubiläumsgottesdienst mit Professor Martin Lörsch ein.

    Eine Anmeldung ist erforderlich bis 26. Juni: per E-Mail an anmeldung.st.paul@gmail.com oder am 25. und 25. Juni von 16 bis 18 Uhr unter Telefon (0 65 71) 95 22 40. Dabei sind die Kontakt­daten aller Besucher anzugeben.



Paulinus - Marginalinhalt:

Im Blickpunkt

„Paulinus“-Leserreise 2021

Auf den Spuren der heiligen Katharina und der heiligen Klara begibt sich die „Paulinus“-Leserreise vom 23. bis 29. September 2021. Die „Paulinus“-Reisebegleitung der vom Kooperationspartner Lloyd-Touristik organisierten Reise haben Christine Cüppers und Dr. Volker Malburg.


Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


Einfach Leben

Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.


Synode im Bistum Trier

Die Synode wurde am 29. Juni 2012 von Bischof Ackermann ausgerufen. Die Trierer Bistumssynode hat ihr Abschlussdokument „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“ am 30. April 2016 verabschiedet.



Video

  • Musik im Gottesdienst
    Einen Gottesdienst regelmäßig besuchen – für viele junge Menschen kommt das nicht in Frage. Kann man mit anderer Musik junge Leute erreichen? „Paulinus“-Redaktionsmitglied Johannes Weedermann hat einen Pop-Gottesdienst in Saarbücken-Schafbrücke besucht. Das Duo „Yannisha“ singt „Stand by me“ (Video: Johannes Weedermann).
  • Bischof Ackermann dankt Kitamitarbeiterinnen und -mitarbeitern
    In einer Videobotschaft hat Bischof Dr. Stephan Ackermann sich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den katholischen Kindertagesstätten im Bistum gewandt und ihnen herzlich für ihren Einsatz auch unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Pandemie gedankt (Bericht im "Paulinus").
  • Synodenumsetzung
    Das Bistum Trier hat ein mit dem Vatikan abgestimmtes Konzept angekündigt, wonach es sich zukünftig in maximal 172 Pfarreien und 35 Pastoralen Räumen neu aufstellen will.
  • Gedenken
    Das ökumenische Gebet beim heutigen Gedenken an die Toten, Verletzten und ihre Angehörigen der Amokfahrt in Trier haben Weihbischof Franz Josef Gebert und Superintendent Dr. Jörg Weber gesprochen (Video: Zeljko Jakobovac).
  • Virus trifft Schwächste am härtesten
    Prof. Dr. med. Wolfram Henn, Mitglied des Deutschen Ethikrates und Professor für Humangenetik an der Universität des Saarlands, hat beim "DomWort" über "Leben mit dem Virus - Welche Schranken sind unserem Handeln gesetzt?" gesprochen.
  • Weitere Videos
    Weitere Videos des Paulinus finden sich auf www.youtube.com/PaulinusTrier




Paulinus - Fuss: