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Auf neuen Wegen für andere da

Foto: Dekanat
Essensausgabe der Aktion „Insieme – Zusammen“ an der italienischen Mission in Saarbrücken-Malstatt.

Auf neuen Wegen für andere da

Von: Dominik Holl | 21. Juni 2020
Saarbrücken:
„In der Pfarrei St. Ludwig Herz Jesu in Spiesen-Elversberg haben wir schon zu Beginn der Coronakrise überlegt, ein Angebot für Menschen in Not zu initiieren“, erzählt Ursula Zewe- Petry. Die Gemeindereferentin hat die Corona-Pandemie wie viele andere Hauptamtliche in den Dekanaten und Pfarreien im Saarland als Aufgabe betrachtet, neue Wege zu finden, um für die Menschen da zu sein.

So ist in Spiesen-Elversberg der „Gabentisch“ entstanden. „Zunächst wollten wir zusammen mit Ehrenamtlichen eine Lebensmittelausgabe anbieten“, sagt Zewe- Petry. Die Idee war ursprünglich, dass Menschen haltbare Lebensmittel zur Pfarrei bringen und andere diese dann abholen können. „Da einige Tafeln geschlossen wurden, war die Notwendigkeit gegeben, unbürokratisch zu helfen.“

Ein gedeckter Tisch für Menschen in Not

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen wurde das Angebot verändert und im Hauptportal der Kirche St. Ludwig ein „gedeckter Tisch für Menschen in Not“ eingerichtet. „Gemeindemitglieder bringen Lebensmittel, legen diese auf den Tisch, und Bedürftige können sich diese mitnehmen“, erklärt die Gemeindereferentin. Das Spiesener Gotteshaus ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Während dieser Zeit ist jeder und jede willkommen. „Das Angebot wurde von Beginn an gut angenommen. Diakonisch Kirche sein – das ist in Zeiten von Corona noch wichtiger geworden. Vielleicht entwickelt sich nach der Pandemie daraus ein Projekt“, kann sich Zewe-Petry vorstellen.

In anderen Gemeinden gibt es ähnliche Angebote. So bietet die Pfarreiengemeinschaft Bous-Ensdorf einen Solidaritätskorb an. In einen entsprechenden Behälter, der in der Kirche St. Peter in Bous steht, können Spenden in Form haltbarer Lebensmittel für Hilfsbedürftige gelegt werden. Außerdem bietet die Pfarreiengemeinschaft eine Einkaufshilfe für Menschen an, die einer Risikogruppe angehören. Ein ähnlicher Service existiert unter anderem auch in den Pfarreiengemeinschaften Dillingen und Ottweiler.

In Jugendkirche „gerettetes Brot“ vom Vortag verteilt

In der Jugendkirche „eli.ja“ in Saarbrücken findet zweimal täglich – zwischen 9 Uhr und 10 Uhr sowie zwischen 19.15 Uhr und 20 Uhr – eine „Brotkirche“ statt. In Kooperation mit der Aktion „Food-sharing“ verteilen Jugendliche dabei „gerettetes“ Brot, das am Vortag nicht verkauft wurde.

Im Saarbrücker Stadtteil Malstatt wird jeden Dienstag und Freitag von 13 bis 15 Uhr eine Essensausgabe an der Italienischen Mission angeboten. Das Projekt „Insieme – Zusammen“ ist eine Gemeinschaftsaktion, an der unter anderem das Dekanat Saarbrücken, der Caritas-Verband Saarbrücken, die Evangelische Gemeinde Malstatt, das Stadtteilbüro und viele weitere beteiligt sind, die sich in dem Viertel um bedürftige Menschen kümmern. Über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich an der Aktion – davon sind etwa zwei Drittel Schülerinnen, Schüler und Studierende.

„Das gesamte Projekt ist eine großartige Erfahrung von gemeinschaftlichem Handeln“, findet Pastoralreferent Heiner Buchen vom Dekanat Saarbrücken. Solche Erfahrungen könnten eine ideale Basis dafür sein, die diakonische Kirchenentwicklung vor Ort zu vertiefen und zu erweitern – „ökumenisch, offen und gesellschaftskritisch“, wie der Theologe hofft.



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