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Bischof überarbeitet geplante Bistumsreform

Foto: Christian Heckmann
Ackermann (Mitte) traf sich in Rom mit Erzbischof Filippo Iannone (links) und Kardinal Beniamino Stella von Kurie.

Bischof überarbeitet geplante Bistumsreform

Von: KNA/CC | 9. Juni 2020
Bischof Stephan Ackermann muss die geplante Bistumsreform nach Gesprächen im Vatikan ändern.

Die römischen Behörden kritisierten an der neuen Pfarreienstruktur vor allem die Rolle des Pfarrers als Teil eines Leitungsteams mit Laien und die Stellung der anderen Priester, wie das Bistum heute mitteilte. Bedenken seien auch zur geplanten Größe und dem Aufbau der Pfarreien geäußert worden.

Ackermann will nun mit der Bistumsleitung das Gesetz für die Neugliederung der Pfarreien ändern. Dabei gelte es, zugleich den Einwänden aus Rom und der ursprünglichen Zielsetzung der Reform gerecht zu werden. Die Reform habe Modellcharakter, andere Diözesen auch außerhalb des deutschsprachigen Raums stünden vor ähnlichen Veränderungsprozessen, so das Bistum. Die weiteren Schritte sollen eng mit Rom abgestimmt werden.

Nach Beschwerden einer Priestergruppe und mehrerer Katholiken aus dem Bistum hatte der Vatikan die Umsetzung der Reform im November ausgesetzt und eine Prüfung angeordnet.

Präziser formulieren, was die Leitungsgewalt des Pfarrers ist

Es freue ihn sehr, sagte Joachim Waldorf, Vorsitzender der Priestergemeinschaft Unio Apostolica, auf Anfrage des "Paulinus", dass in dem Gespräch in Rom am Freitag über die von Bischof Ackermann im Voraus benannten Punkte hinaus auch die Fragen nach künftiger Größe der Pfarreien sowie der Geschwindigkeit der Umsetzung thematisiert wurden. Jetzt hoffe er, dass in Gesprächen und Überlegungen gute Ergebnisse und Wege für künftige Pfarreienmodelle gefunden werden (mehr dazu im gedruckten "Paulinus").

Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller rechnet hauptsächlich mit Änderungen zur Rolle der Pfarrer. "Bischof Ackermann muss nun präziser formulieren, was die Leitungsgewalt des Pfarrers ist", sagte Schüller heute auf Anfrage. Kirchenrechtlich müsse dem Pfarrer eine herausgehobene Position zukommen. Auch die Kompetenzen der Gremien in den Pfarreien müssten in einem veränderten Gesetz konkreter definiert werden. Darüber hinaus rechne er nicht mit weitreichenden Änderungen und gehe davon aus, dass es bei den angedachten 35 Pfarreien bleibe.

Ackermann hatte am Freitag in Rom seine Position vorgestellt

Bischof Ackermann hatte seine Position laut Bistum am 5. Juni im Vatikan der Kleruskongregation und dem Päpstlichen Rat für die Interpretation der Gesetzestexte vorgestellt. Dabei sei er auf die Herausforderungen des Bistums eingegangen, etwa eine abnehmende Bindung der Katholiken an die Kirche, sinkende finanzielle Möglichkeiten sowie Priestermangel. Vor dem Hintergrund sollte es das Ziel sein, Handlungsspielraum zu eröffnen und dem kirchlichen Leben „einen verlässlichen Rahmen“ zu geben.

Die Reform zielt auf neue Strukturen und inhaltliche Schwerpunkte von Seelsorge und Kirche. Das Bistum Trier gliedert sich in 887 mitunter sehr kleine Pfarreien. Eine Diözesansynode hatte 2016 empfohlen, „weite pastorale Räume“ zu schaffen. Geplant war, dass die Gemeinden zu 35 Großpfarreien zusammengelegt werden, die von einem Team aus einem Pfarrer und zwei Laien geleitet werden sollen. Die anderen Priester sollten in der angedachten Struktur keine Gesamt-Leitungsfunktion haben.


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