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Mit neuen Ideen und neuem Mut

Foto: Thewalt/Bistum
"Wir sollten nicht darauf warten, dass die Vergangenheit zurückkommt, sondern die aktuelle Situation gestalten", sagt Weihbischof Peters im Interview der Bistumszeitung.

Mit neuen Ideen und neuem Mut

Von: Bruno Sonnen | 3. Juni 2020
Mit den Lockerungen von staatlicher Seite macht auch das kirchliche Leben wieder Schritte Richtung Normalität. "Paulinus"-Chefredakteur Bruno Sonnen hat bei Weihbischof Jörg Michael Peters nachgefragt, der den „Pastoralen Krisenstab“ des Bistums Trier leitet.


Herr Weihbischof Peters, wird es jetzt wieder „normal“ im kirchlichen Leben?
Ich würde noch nicht von einer Normalität sprechen. Wir machen gerade Erfahrungen, wie wir die Seelsorge gestalten können und wie wir miteinander Gottesdienst feiern können unter den Auflagen, die notwendig sind, um die Corona-Pandemie möglichst „in Schach“ zu halten. Das Einhalten der Abstandregeln will vermeiden helfen, dass viele Menschen auf zu engem Raum zusammen kommen. Aber gerade jetzt im Sommer besteht ja die Möglichkeit, sich draußen zu treffen – und damit meine ich nicht nur, Gottesdienste im Freien zu feiern!

Natürlich ist es ungewohnt, mit einer Mund-Nase-Bedeckung in die Kirche zu kommen. Und was mir persönlich sehr schwer fällt, ist auf den Gesang zu verzichten. Selbst leises Mitsummen können ist nur möglich, wenn eine sogenannte Alltagsmaske getragen wird. Aber ich will nochmal sagen: Es geht darum, als Kirche unseren Beitrag zu leisten, dass das Virus nicht uns im Griff hat, sondern wir das Virus. Deshalb muss und darf jeder Einzelne, aber auch jedes Seelsorgeteam, jedes Gremium sich fragen, was unter den jetzigen Bedingungen gemäß ihrem Auftrag nötig, möglich und machbar ist. Ich bin schon sehr gespannt, was mir da jetzt alles begegnen wird an guten Aktionen oder kreativen Ideen etwa in der Sakramentenkatechese oder in der Arbeit mit Gruppen.
Kann man denn unter diesen Bedingungen würdig Gottesdienst feiern?
Ich höre von vielen Seelsorgerinnen und Seelsorgern, dass es gut möglich ist, auch mit diesen Auflagen würdig und froh miteinander Gottesdienste verschiedener Formen zu feiern. Selbst der Kommunionempfang ist gut möglich in der von uns vorgegebenen Form. Aus meiner Sicht braucht es beim Kommunionempfang weder Zange noch Plexiglasscheibe.

Gleichzeitig sehen wir auch, dass es für viele Pfarreien nicht leicht ist, alle Bedingungen zu erfüllen. So gehören viele unserer Ehrenamtlichen den Risikogruppen an und können dann beispielsweise am Empfangsdienst nicht mitwirken. Den braucht es aber, um die Einhaltung des Schutzkonzeptes zu gewährleisten. Gleichzeitig darf es nicht so sein, dass dann Gottesdienste nicht stattfinden können, weil sich nicht genügend Personen finden. Dieses Problem wollen wir weiter im Blick behalten und beraten.
Erstkommunionen mussten ausfallen, Trauungen werden verschoben – wie sieht es in diesem Bereich aus?
Schon sehr bald nachdem wieder öffentliche Gottesdienste möglich waren, kam die Frage, wie denn die Feier der Erstkommunion oder die Firmspendung möglich werden kann. Da geht es ja auch um Fragen von Katechese. Wir ermutigen, neue kreative Formen zu entwickeln, die virtuelle Formate und Online-Materialen mit realen Begegnungsmöglichkeiten verbinden. Und da sind etliche Seelsorgerinnen und Seelsorger schon auf dem Weg.

Es ist ganz wichtig, dass jetzt, wo trotz Kontaktbeschränkungen Einzelgespräche wieder möglich sind, die Seelsorge im direkten Kontakt wieder aufgenommen wird. Ich denke an die Krankenkommunion, die für viele so wichtig ist. Oder warum nicht statt eines Gesprächs im Konferenzraum eine Besprechung unter freiem Himmel führen? Ich bin sehr dankbar, dass etwa unsere Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung „Pastorale Grundaufgaben“ viele Hinweise, Links oder Praxistipps zur Verfügung stellen - ob es nun um Erstkommunion, der Trauerpastoral oder das jetzt anstehende Fronleichnamsfest geht. Auch die Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Pfarreien entwickeln dazu Pläne.

Und es geht ja nicht nur um Gottesdienste: Viele Menschen hatten während der sehr strengen Beschränkungen bisweilen das Gefühl, Kirche sei „abgetaucht“. Danke sage ich all denen, die in dieser Zeit anders gearbeitet haben, vielleicht unsichtbarer, aber nicht weniger wirkungsvoll und hilfreich. Allein wenn ich an den Jugendbereich denke: So sehr dieses Feld davon betroffen ist, dass nicht wie gewohnt in den Ferien Freizeiten stattfinden können, so kreativ gehen die Verantwortlichen ihre Aufgaben an.
Wenn Sie von neuen, kreativen Formaten sprechen, heißt das auch: nicht einfach wieder zum Alten zurückkehren?
Genau. Mein Anliegen ist es, dass wir diese Corona-Krise auch ganz im Sinne unserer Synode zum Anlass nehmen zu überprüfen: Auf was konnten wir ganz gut verzichten, aber auch: Was hat uns gefehlt? Was will ich auch künftig lieber in der „neuen Form“ anbieten? Ich glaube, dass da viele – auch wir auf Bistumsebene - zu durchaus überraschenden Ergebnissen kommen werden. Wir sollten nicht darauf warten, dass die Vergangenheit zurückkommt, sondern die aktuelle Situation gestalten. Dazu gehört auch der Blick auf die Menschen, die durch die Krise in echte materielle Nöte geraten sind. Deshalb wünsche ich mir, dass, so schwer diese Zeit für viele auch ist, wir mit neuen Ideen und neuem Mut in eine „neue Normalität“ auch von Kirche-Sein zurückkehren.

  • Hintergrund
    Mit Geltung ab dem 2. Juni  hat Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg neue Dienstanweisungen erlassen. Sie sehen etwa die schrittweise Rückkehr der Mitarbeitenden aus der Heimarbeit an die Arbeitsplätze in den Pfarreien und der Bischöflichen Verwaltung und ihrer Dienststellen vor. Somit ist wieder Publikumsverkehr im Generalvikariat oder den Pfarrbüros möglich. Auch sind wieder Gremiensitzungen möglich, natürlich unter Wahrung der Abstandregeln und des Infektionsschutzes, ebenso wie Fortbildungen oder kleinere Veranstaltungen. Größere oder mehrtägige Veranstaltungen müssen weiterhin unterbleiben; für die Arbeit in den Chören wird bald ein entsprechendes Hygiene-und Schutzkonzept vorgelegt. Trauungen, Taufen und die Feier der Erstkommunion sind wieder möglich. Firmungen können ab dem 31. August wieder terminiert werden.

    Die geltenden Dienstanweisungen, das Schutzkonzept „Schritt für Schritt“ mit Ergänzungen für die Feier von Trauung, Taufe und Erstkommunion sowie Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsplätzen sind hier zu finden.

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„Paulinus“-Leserreise im Herbst: Sonneninsel Zypern vom 3. bis 10. November 2020. Die Frühlingsreise Assisi, Siena, Rom ist leider abgesagt (Corona).


Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


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Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.


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Die Synode wurde am 29. Juni 2012 von Bischof Ackermann ausgerufen. Die Trierer Bistumssynode hat ihr Abschlussdokument „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“ am 30. April 2016 verabschiedet.



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  • Weitere Videos
    Weitere Videos des Paulinus finden sich auf www.youtube.com/PaulinusTrier




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