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Riesige Resonanz trotz Corona-Absage

Foto: Cüppers
Glaub-Engelskirchen und Dr. Oko freuen sich über den Widerhall.

Riesige Resonanz trotz Corona-Absage

Von: Christine Cüppers | 10. Mai 2020
Hermeskeil/Mgbowo:
Bei einer Spendenaktion sind in der Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil rund 10 000 Euro für ein Gesundheitsprojekt von Priester Dr. Ohajuobodo Oko in dessen Heimat Nigeria gesammelt worden.

Der 1963 geborene Geistliche, der ab 2003 nach seiner Promotion in Bonn acht Jahr als Vikar im Dekanat Daun tätig war und seit 2012 in seiner Heimat Enugu als Dozent für Neutestamentliche Exegese wirkt, ist im Hochwald bekannt und gerne gesehen. „Seit mehr als vier Jahren durfte ich in Hermeskeil Urlaubsvertretung machen“, sagt Oko und ist dankbar für die pastoralen und strukturellen Einblicke, die er so bislang gewinnen konnte. Seit vergangenen September verbringt der Priester nun ein Sabbatjahr in Hermeskeil, das er nutzt, „um etwas zur Ruhe zu kommen und sich auf die nächsten Vorlesungen vorzubereiten“.

Über die Jahre der gemeinsamen Arbeit lernte er Rüdiger Glaub-Engelskirchen kennen, der im 15. Jahr in der Pfarreiengemeinschaft als Gemeindereferent tätig ist – und berichtete ihm vom Projekt „Ndu ka Aku“ (Leben ist wichtiger als Wohlstand), das Oko in seiner Heimat mit Kollegen und Mitstreitern ins Leben gerufen hat.

In Nigeria, wo „die Kluft zwischen Reichen und Armen unüberbrückbar“ geworden sei, könne sich kaum jemand einen Arztbesuch oder Medikamente leisten. „Das Bistum Awgu betrachtet es als wesentliche Aufgabe, sich um die Kranken zu kümmern“, erklärt der Theologe den Hintergrund, vor dem vor rund sechs Jahren eine Krankenversicherungs-Gesellschaft gegründet wurde. Für Jahresbeiträge von umgerechnet 50 bis 100 Euro könne jeder Mitglied werden bei „Ndu ka Aku“. Trotz der aus unserer Sicht niedrigen Summe könnten sich aber nur wenige diese Versicherung leisten. Derzeit sei das Bistum dabei, drei Krankenstationen zu renovieren und funktionstüchtig zu machen. Alle paar Wochen starte von dort ein Team von Ärzten und Krankenpflegern, um als Mobil-Klinik die Menschen in abgelegenen Dörfern basismedizinisch zu versorgen. Ein 2018 von der Pfarrei Hermeskeil ausgemusterter und dem Bistum Awgu gespendeter Kleinbus ist das dankbar geschätzte Transportmittel. So seien sieben Ärzte und Krankenschwestern des neurologischen Krankenhauses am 7. März mit der „Wanderklinik“ unterwegs gewesen und hätten 235 Patienten versorgt – an nur einem einzigen Tag.

Glaub-Engelskirchen: Spenden statt Geschenke

Das Bibelwort „Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe“ aus dem ersten Johannesbrief hat Glaub-Engelskirchen dazu inspiriert, anlässlich seines 50. Geburtstag das Gesundheitsprojekt des nigerianischen Priesters zu unterstützen. „Ich habe schon mehrere kleine und größere Wunder erleben dürfen. Gott sei Dank! Diese Freude möchte ich auch mit denen teilen, denen es nicht so gut geht. Sie sollen die Liebe Gottes nicht nur im Wort, sondern auch in der Tat erspüren.“ Im Vorfeld der geplanten Geburtstagsfeier stellte der Gemeindereferent Familie, Freunden und Wegbegleitern Okos Initiative vor. Anstatt eines Geschenks bat er um eine Spende für den Aufbau von Gesundheitszentren in Nigeria.

Dann kam bekanntlich alles anders – das Fest wurde abgesagt. „Aber die Spendenaktion wollte ich nicht aufgeben“, betont Glaub- Engelskirchen. Daher habe er alle Gäste informiert, dass er sich auch trotz beziehungsweise wegen der veränderten Situation über entsprechende Zuwendungen freue. Mit Erfolg. Bis Ostern kamen rund 10 000 Euro zusammen.

„Wow! Das ist unglaublich. Ich bin überwältigt. Danke!“, freute sich Oko über das Ergebnis der Spendenaktion. Auch das „Geburtstagskind“ zeigte sich bewegt und begeistert über die unerwartete Resonanz. „Noch immer gehen Spenden ein, und wir sind dankbar über jeden einzelnen Betrag.“ Die Gelder kämen dem St. Anthony’s Hospital Mgbowo und der Krankenkasse zugute, hebt der nigerianische Priester hervor. Schmunzelnd ergänzt er, dass er die Details noch mit seinem Bischof abstimmen werde. Der aber, da ist sich Oko sicher, werde sich freuen und dankbar sein, dass mit dem Geld die Versorgung kranker Menschen in seinem Bistum verbessert werden könne.

  • Info
    Spenden für das Projekt können auf das Konto der Kirchengemeinde St. Franziskus Hermeskeil, IBAN: DE71 5856 0103 0005 9409 40 unter dem Kennwort „Spende für Nigeria“ überweisen werden. Auf Wunsch wird auch eine Spendenquittung ausgestellt.



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