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Umdenken und Ausprobieren

Foto: Dominik Holl
Aktionseröffnung im Bus mit Umweltminister Reinhold Jost (Bildmitte). Links Helmut Paulus, Evangelische Kirchenkreise an der Saar.

Umdenken und Ausprobieren

Von: red | 8. März 2020
Saarlouis: Die Katholische und Evangelische Kirche im Südwesten haben am Aschermittwoch zum 23. Mal die „Aktion Autofasten“ gestartet, die diesmal vom 4. März bis zum 4. April dauert. Die saarländische Eröffnung fand in einem Bus auf dem Kleinen Markt in Saarlouis statt.

„Die globale Erwärmung und Treibhausgasemissionen nehmen zu – mit katastrophalen Folgen für Menschen, Gesellschaften, Tiere und die gesamte Schöpfung“, sagte Katja Göbel, Leiterin des Katholischen Büros im Saarland. Angesichts dieser Entwicklungen sei das Autofasten eine Möglichkeit, sich als Christ für den Erhalt der Schöpfung zu engagieren.

Neben dem Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung und zum Schutz des Klimas gebe es auch  positive Effekte für die Teilnehmer selbst, sagte der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Saar-West, Christian Weyer. „Man tut sich etwas Gutes: Im Bus oder Zug hat man Zeit für sich und andere. Auf dem Fahrrad oder zu Fuß ist man an der frischen Luft und kann Gottes schöne Natur genießen.“ Autofasten sei also nicht nur umweltfreundlich, sondern steigere auch die Lebensqualität.

Ziel der mittlerweile 23. Auflage der Aktion Autofasten ist es, für vier Wochen das eigene Auto einmal stehen zu lassen und klimafreundliche Alternativen auszuprobieren – etwa mit dem Bus, der Bahn und dem Fahrrad unterwegs zu sein oder mit anderen ein Auto zu teilen.

„In der Fastenzeit stellen wir gerne liebgewordene Gewohnheiten auf den Prüfstand. Ein guter Zeitpunkt also, um mal auf das eigene Auto zu verzichten und umweltfreundlichere Alternativen auszuprobieren“, warb der saarländische Umweltminister Reinhold Jost für „einen Versuch, der nachwirken und ein Umdenken auslösen kann“. Er sei überzeugt, dass das Autofasten das Potenzial habe, Menschen zu nachhaltigen Verhaltensänderungen zu motivieren.

Seit 1997 knapp 30 000 Männer und Frauen dabei

An der Aktion beteiligen sich die Bistümer Trier, Mainz, Fulda, das Erzbistum Köln und die Evangelischen Kirchen im Rheinland sowie in Hessen und Nassau. In den gut zwei Jahrzehnten seit ihrer Gründung haben beinahe 30 000 Frauen und Männer im Rahmen der Aktion ganz oder zumindest zum Teil auf ihr Auto verzichtet.

Partner der Aktion sind Umwelt- und Verkehrsverbände wie der Verkehrsclub Deutschland und der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC), aber auch der Carsharing-Anbieter Cambio. Unterstützt wird die Aktion vom Saarländischen Verkehrsverbund (SaarVV), der erneut 200 Zwei-Wochen-Tickets für sein gesamtes Netz zur Verfügung stellt. Wer sich bis zum 8. März anmeldet, kann eines dieser Tickets gewinnen.

Andreas Michel, Geschäftsführer bei den Kreisverkehrsbetrieben Saarlouis (KVS), freute sich, dass die Aktion wieder einmal in der früheren Festungsstadt eröffnet wurde. Schließlich seien die KVS eines von drei Unternehmen, die seit der ersten Stunde im Jahr 1997 das vorbildliche Projekt der beiden großen Kirchen aus tiefster Überzeugung unterstützen.

Wer die Erde erhalten will, muss sich mehr anstrengen

Bei der ersten Aktion hätten bei den meisten Parteien andere Themen weiter oben auf der Prioritätenliste gestanden – heute habe der Klimaschutz auch angesichts der internationalen Ereignisse der vergangenen Jahre eine viel größere Bedeutung. „Wir sind uns aber auch bewusst, dass wir uns alle, auch die Verkehrsunternehmen, noch mehr anstrengen müssen, um die Erde mit allen Lebewesen für die nachfolgenden Generationen zu schützen“, sagte
Michel.

Einige Kirchengemeinden bieten wieder Fastengruppen an, etwa in Saarbrücken-Brebach. „Wir wollen uns regelmäßig treffen, Erfahrungen austauschen und Möglichkeiten erörtern, wie ein nachhaltigeres Leben möglich ist“, berichtet der evangelische Pfarrer Josef Jirasek, der sich über weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter freut und auch Fachvorträge in die Treffen einbindet. Er ist unter Telefon (06 81) 87 25 96 oder E-Mail an josef.jirasek@ekir.de erreichbar.

  • Info
    Anmeldungen sind nur unter www.autofasten.de möglich.

    Unter allen Teilnehmern werden auch zehn Bahn-Cards 25 und ein 1000-Euro-Gutschein für den Kauf eines Fahrrads verlost.



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An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


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