Paulinus - Wochenzeitung im Bistum Trier

Paulinus - Kopfbereich:

Paulinus - Inhalt:
Paulinus - Hauptinhalt:
Gesetz zur Pfarreienreform ausgesetzt

Gesetz zur Pfarreienreform ausgesetzt

22. November 2019
Die Reform der Pfarreien im Bistum Trier kann vorerst nicht weiter umgesetzt werden. Wie das Bistum Trier gestern Abend mitteilte, hat die römische Kleruskongregation entschieden, den Vollzug des "Gesetzes zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode 2013-2016" auszusetzen. Der Päpstliche Rat für die Interpretation der Gesetzestexte solle Zeit bekommen, das Gesetz sorgfältig zu prüfen. Geplant war, dass zum 1. Januar die ersten 15 neuen Großpfarreien im Bistum starten.

Anlass für die Prüfung war die Beschwerde einer Priestergemeinschaft aus dem Bistum bei der Kleruskongregation. Weiter liegt in Rom den Angaben zufolge ein Antrag der Initiative Kirchengemeinde vor Ort vor. Gefordert wird eine Prüfung, ob das Gesetz mit dem universalen Kirchenrecht übereinstimmt. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann kündigte an, nun bei der Kleruskongregation zu der Beschwerde der Priestergemeinschaft Unio Apostolica Stellung zu nehmen.


Katholikenrat: zum absolut falschen Zeitpunkt"

"Mit Erschrecken und Unverständnis hat der Katholikenrat die Nachricht aufgenommen, dass es eine Aussetzung des Umsetzungsprozesses der Synode geben wird", heißt es in einer ersten Stellungnahme des obersten Laiengremiums im Bistum. Einige Menschen hätten sich entschieden, das, was synodal im Bistum als Antwort auf die Fragen nach einer zukunftsfähigen Trierischen Kirche erarbeitet worden sei, durch Rom überprüfen zu lassen. "Die Aussetzung kommt zum absolut falschen Zeitpunkt. Wir hören und spüren, dass viele Menschen froh sind, dass es endlich los gehen kann", sagt der Katholikenrat.

Natürlich gebe es Punkte in der Umsetzung, die unterschiedlich gesehen würden. Natürlich seien im Verlaufe der nächsten Zeit einige Korrekturen an der einen oder anderen Stelle notwendig, aber die dazu notwendigen Instrumente seien ja den Pfarreien der Zukunft zum Beispiel durch eine Synodalversammlung und durch die mandatierten Mitglieder des Rates der Pfarrei an die Hand gegeben. "Schade, dass wir jetzt auf die Bremse treten müssen."

Bischof setzt geplante Wahlen zum ersten Rat der Pfarrei aus

Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg wird zusammen mit Verantwortlichen im Bischöflichen Generalvikariat prüfen, welche Konsequenzen die Aussetzung des Vollzugs hat und welche Maßnahmen nötig sind. Für die Seelsorge vor Ort hat das römische Schreiben nach Angaben des Bistums keine direkten Auswirkungen. Als erste Maßnahme verfügte Bischof Ackermann derweil, dass die geplanten Wahlen zum ersten Rat der Pfarrei ausgesetzt werden, weil deren Durchführung gegen die römische Verfügung verstoßen würde. Zu allen weiteren Konsequenzen und Maßnahmen läuft die Prüfung. Informationen dazu erfolgen Anfang der kommenden Woche, teilte die Diözese mit.

Die geplante Reform zielt auf neue Strukturen und und inhaltliche Schwerpunkte von Seelsorge und religiösem Leben. Bischof Ackermann hatte im Oktober ein Gesetz erlassen, dass die Basis für die Neugliederung der Pfarreien legt. Die Reform sieht vor, dass die 887 kleinen Pfarreien im Bistum, die bereits 172 Gemeinschaften bilden, künftig zu 35 Großpfarreien zusammengelegt werden. In einem ersten Schritt sollen zum 1. Januar 2020 zunächst 15 Großpfarreien starten. Die anderen 20 "Pfarreien der Zukunft" sollen ein Jahr später, zum 1. Januar 2021, errichtet werden.


  • Info
    Zum Schreiben aus dem Vatikan geht es hier.

Es gibt 2 Kommentare zum Artikel




Paulinus - Marginalinhalt:

Im Blickpunkt

„Paulinus“-Leserreisen 2020

Ausgebucht: Assisi, Siena, Rom – das sind die Stationen der „Paulinus“-Leserreise vom 27. März bis 2. April 2020. Die zweite Leserreise 2020 ist noch in der Planung. Mehr in Kürze.


Synode im Bistum Trier

Die Synode wurde am 29. Juni 2012 von Bischof Ackermann ausgerufen. Die Trierer Bistumssynode hat ihr Abschlussdokument „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“ am 30. April 2016 verabschiedet.


Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


Einfach Leben

Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.



Video





Paulinus - Fuss: