Paulinus - Wochenzeitung im Bistum Trier

Paulinus - Kopfbereich:

Paulinus - Inhalt:
Paulinus - Hauptinhalt:
Gegen das Vergessen und für Toleranz

Foto: Christine Cüppers
Gruppenbild mit allen Preisträgern des Kreutzer-Voremberg-Preises in der Trierer Synagoge.

Gegen das Vergessen und für Toleranz

Von: Christine Cüppers
Junge Menschen beschäftigen sich mit historischen und aktuellen christlich-jüdischen Themen, arbeiten gegen antisemitische Vorurteile und für Toleranz. Für die „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit“ (GCJZ) Trier gute Gründe, Projekarbeiten Einzelner und von Teams mit einem Preis zu würdigen.

Ihren 50. Geburtstag feiert die Trierer „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit“ in diesem Jahr. „Die öffentliche Meinung zum Judentum war im Allgemeinen positiv“, erinnerte Bamler bei der von Nadescha Petrunja musikalisch sehr stimmungsvoll gestalteten Jubiläumsveranstaltung in der Trierer Synagoge an die Anfänge. Die öffentliche Meinung habe sich ebenso wie die Zahl der Mitglieder stark verändert. Heute bestehe die Gesellschaft aus 35 zahlenden Mitgliedern und 103 Info-Empfängern. Als Beispiel für das gewandelte Bild berichtete Bamler von einem frischen „ungeheuerlichen Vorfall in Münster“: Das dortige Oberverwaltungsgericht habe gerade entschieden, dass die Parole „Nie, nie, nie wieder Israel“ keine Volksverhetzung darstelle und von Neonazis weiter skandiert werden dürfe.

Junge Menschen in die Gedenkarbeit einbeziehen

Genau gegen solche Parolen und Hetze treten jene Schülerinnen und Schüler ein, die bei der Feierstunde im Mittelpunkt standen. Sie lernen an der Realschule Plus in Neumagen-Dhron, am Trierer Max-Planck-Gymnasium, am Peter-Wust-Gymnasium Wittlich und am Gymnasium Traben-Trarbach. Sie werden betreut und gefördert von engagierten Lehrerinnen und Lehrern und tragen mit ihrem Arbeiten und Auftreten in Schule und Öffentlichkeit zum Verständnis und zum Miteinander der Religionen bei.

Damit sich die Geschichte nicht wiederholt

„Wenn wir nicht weiter an die Schrecken und Taten des Nationalsozialismus an den Juden erinnern, könnten sie in Vergessenheit geraten. Die Geschichte könnte sich wiederholen“, erklärt Isabelle Klos, Schülerin der Friedrich-Spee-Realschule Plus in Neumagen-Dhron, ihre Besorgnis und das daraus resultierende Engagement. Zusammen mit ihren Mitschülerinnen Valerie Kalnitzkiy, Jule Wischer, Lea Alt und Charlotte Pitschford und Lehrerin Christiane Brinkert nimmt die Zehntklässlerin den ersten Preis entgegen. Er würdigt ein großes Projekt aus dem Schuljahr 2016/17, in dem sich die gesamte Schule mit dem Judentum vor Ort beschäftigt und es fächerübergreifend aufgearbeitet hatte. Unter anderem mit Ausstellungen, einer Lesung, Schaufenstergestaltungen sowie dem Besuch von Zeitzeugin Henriette Kretz hatten die Schüler das Thema des Judentums in Neumagen erarbeitet und dargestellt. Für die sechs Schülerinnen ein Projekt mit nachhaltiger Wirkung: Anfang November sollten sie in Berlin zu Anne-Frank-Botschafterinnen ausgebildet werden, um sich auch künftig dafür zu engagieren, dass die Geschichte sich nicht wiederholt.

Positive, Hoffnung machende Beispiele hervorheben

Anhaltender Beifall der Jubiläumsgäste belohnte die Leistungen der Schüler und ihrer betreuenden Lehrer sowie das Engagement der Schulen. Gerade nach dem antisemitischen Anschlag in Halle und in einer Zeit wieder zunehmenden Hasses gegen Juden seien derart positive, Hoffnung machende Beispiele intensiver Auseinandersetzung mit den Religionen und ihrer Geschichte und Gegenwart besonders hervorzuheben, betonte Heinz Ganz-Ohlig, Vorstandsmitglied der GCJZ.


E-Paper


Paulinus - Marginalinhalt:

Im Blickpunkt

„Paulinus“-Leserreisen 2020

Ausgebucht: Assisi, Siena, Rom – das sind die Stationen der „Paulinus“-Leserreise vom 27. März bis 2. April 2020. Die zweite Leserreise 2020 ist noch in der Planung. Mehr in Kürze.


Synode im Bistum Trier

Die Synode wurde am 29. Juni 2012 von Bischof Ackermann ausgerufen. Die Trierer Bistumssynode hat ihr Abschlussdokument „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“ am 30. April 2016 verabschiedet.


Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


Einfach Leben

Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.



Video





Paulinus - Fuss: