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Zwei Familien tragen ihn

Foto: Zeljko Jakobovac
Sebastian Schmidt aus Mettlach (dritter von rechts) besucht die christliche Suchthilfe auch nach seinem Diplom gern.

Zwei Familien tragen ihn

Von: Zeljko Jakobovac | 14. Mai 2019
Sebastian Schmidt aus Mettlach hat es während eines Jahrs bei der christlichen Suchthilfe „Fazenda da Esperança“ in Boppard geschafft, von Cannabis die Finger zu lassen. Die „Höfe der Hoffnung“ helfen bei Abhängigkeit, Depression und Essstörung.

Am zweiten Tag seines Aufenthalts in der „Fazenda da Esperança“ will Sebastian Schmidt den „Hof der Hoffnung“ verlassen und zurück nach Mettlach. Rückblickend weiß der 17-Jährige nicht mehr, ob das am Entzug von Cannabis, am Heimweh oder an beidem lag. Da er kein Handy vor Ort haben darf, verabredet der Leiter der christlichen Suchthilfe in Boppard, Roland Mühlig, für den Abend ein Telefonat mit Sebastians Eltern. „Doch als ich anrief, um ihnen zu sagen, dass ich es nicht mehr aushalte und nach Hause möchte, waren nicht nur Vater und Mutter am Apparat, sondern fast die ganze Familie. Als schließlich mein Bruder, der sonst nicht gern offen über seine Gefühle spricht, zu mir sagt ,Ich liebe dich, Bruderherz‘, habe ich genügend Kraft getankt, um doch mit dem gerade begonnenen Drogenentzug weiterzumachen“, erinnert sich Sebastian ...

Auf Alkohol, Fernsehen, Internet und Smartphone verzichten

Nachdem er diese Krise überstanden hat, stehen ihm noch drei harte Monate bevor. Abgesehen vom Drogenentzug setzt ihm dabei auch zu, dass er unter anderem auch auf Alkohol, Zigaretten, Fernsehen, Internet und Smartphone verzichten muss. Der Kontakt zur Außenwelt ist in dieser Zeit nur mit Briefen erlaubt. Und 90 Tage darf er auch keinen Besuch bekommen. „Nach etwa zwei Monaten merkte ich immer mehr, dass es der richtige Weg für mich ist, aber ich war noch lange nicht so weit, den Versuchungen widerstehen zu können“, sagt Sebastian. Er habe begonnen, sich auf die anderen Leute in der Einrichtung einzulassen und ihnen auch zu helfen. Nach zwei Monaten sei er allein verantwortlich für die Schweine, Schafe, Hühner, Wachteln und Kaninchen gewesen. „Ich merkte, dass man mir etwas zutraut – das tat gut.“ ...

Das Besondere ist das familiäre Zusammenleben

Ziel der einjährigen Therapie ist es, dass man seine eigenen körperlichen und seelischen Kräfte wiedererlangt – gleichsam den alten Charakter freilegt. „Es geht um einen Prozess des Neuwerdens im ganzheitlichen Sinne und ist daher mehr als ein Leben ohne Drogen, es geht um den Anfang eines neuen Lebens“, heißt es bei der Fazenda. Die drei Säulen lauten dabei Arbeit, Gemeinschaft und Spiritualität. Das Besondere ist das familiäre Zusammenleben. Es gibt kein Personal, das woanders wohnt, sondern alle – auch die ehrenamtlich Tätigen – leben auf den Höfen der Hoffnung ...

Den kompletten Artikel gibt es im "Paulinus". Zum E-Paper und den Probe-Aboarten

  • Info
    Fazenda da Esperança Haus Sabelsberg, Sabelstraße 27, 56154 Boppard, Telefon (0 67 42) 8 98 39 34, www.fazenda.de/boppard. Auf der Homepage steht eine Wunschliste. Spendenkonto: Fazenda da Esperança – Deutschland e. V., DKM – Darlehnskasse Münster, IBAN DE71 4006 0265 0015 2637 06, BIC GENODEM1DKM

    Die Höfe der Hoffnung stehen Männern und Frauen ab 15 Jahren offen, die an einer Abhängigkeitserkrankung, Depression oder Essstörung leiden oder sich in einer Lebens- oder Orientierungskrise befinden. Weitere Informationen gibt es unter www.fazenda.de.



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„Paulinus“-Leserreisen 2019

Herbstreise an die sonnige Costa Barcelona vom 6.–12. Oktober, Anmeldung ist noch möglich. Über die Frühlingsreise auf den Spuren des Apostels Paulus nach Malta vom 6.–13. April berichten wir hier demnächst.


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